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Kultur

Gemeine Ringelblume

Calendula officinalis
CLDOF

Die Echte Ringelblume (Calendula officinalis, EPPO-Code: CLDOF) ist eine historisch und wirtschaftlich bedeutende Kultur im mitteleuropäischen Arznei- und Gewürzpflanzenanbau. Neben ihrer klassischen Verwendung in der pharmazeutischen Industrie zur Gewinnung entzündungshemmender Extrakte gewinnt sie zunehmend an Bedeutung im ökologischen Landbau als wertvolle Blühstreifenkomponente und zur Förderung der Biodiversität. Die einjährige, krautige Kultur stellt moderate Ansprüche an das Klima, verlangt jedoch für hohe Wirkstoffgehalte (insbesondere Carotinoide und Flavonoide) vollsonnige Standorte.

Im professionellen Anbau wird die Kultur meist direkt im Frühjahr ausgesät. Da eine gleichmäßige Abreife der Blütenköpfe über einen längeren Zeitraum erfolgt, erfordert die Ernte – besonders bei der Gewinnung von hochwertigen Arzneidrogen – oft mehrere Pflückdurchgänge oder eine exakt terminierte mechanische Beerntung. Für den wirtschaftlichen Erfolg sind eine präzise Unkrautregulierung im frühen BBCH-Stadium sowie ein konsequentes Management von Pilzkrankheiten entscheidend.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte März bis Anfang Mai
Erntefenster
Juni bis Oktober
Reihenabstand
25–37,5 cm
Typischer Ertrag
1,2–2,0 t/ha (getrocknete Blütenköpfe)
Wärmesumme (GDD)
1400–1600 °C
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Die Kultur bevorzugt mittelschwere, gut durchlüftete Lehm- und Sandböden mit einer stabilen Humusversorgung. Eine sorgfältige Grundbodenbearbeitung im Herbst ist ratsam, um ein feinkrümeliges, unkrautfreies Saatbett im Frühjahr zu gewährleisten, da die jungen Keimlinge empfindlich auf Verschlämmung reagieren. Bei der Stickstoffdüngung ist Zurückhaltung geboten; übermäßige N-Gaben fördern zwar das vegetative Wachstum, führen jedoch zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit und mindern den Wirkstoffgehalt in den Blüten. Eine ausgewogene Grunddüngung mit Phosphor und Kalium unterstützt hingegen die Standfestigkeit und die Blütenbildung. Achte darauf, Bodenverdichtungen konsequent zu vermeiden, um Staunässe vorzubeugen, welche die Entstehung von Wurzelfäulen begünstigt.

Schaderreger-Management

Der wichtigste Schaderreger im Anbau der Echten Ringelblume ist der Echte Mehltau (Podosphaera fusca), der besonders bei warmer, trockener Witterung im Spätsommer auftritt und die Blattmasse stark schädigt. Zur Regulierung solltest du auf eine weite Fruchtfolge und eine moderate Bestandsdichte achten, um ein rasches Abtrocknen der Kultur zu ermöglichen. Gegen auflaufende Ungräser wie das Einjährige Rispengras (Poa annua) und den Gemeinen Windhalm (Apera spica-venti) ist im konventionellen Anbau der gezielte Einsatz zugelassener Herbizide im Vor- oder frühen Nachauflauf möglich. Im ökologischen Anbau steht das mechanische Hacken zwischen den Reihen im Vordergrund, das ab dem 2-Blatt-Stadium (BBCH 12) vorsichtig durchgeführt werden kann. Achte bei der Auswahl von Pflanzenschutzmitteln stets auf die aktuellen BVL-Zulassungen für Arznei- und Gewürzpflanzen sowie die einzuhaltenden Wartezeiten vor der Ernte.

Sorten

Erfurter Orangefarbene

mittelfrüh

Sehr hoher Blütenertrag mit hohem Wirkstoffgehalt.

Resistent gegen: Blattbrand

Anfällig für: Echter Mehltau

Die wichtigste deutsche Zuchtsorte für den erwerbsmäßigen Arzneipflanzenanbau mit intensiv orangefarbenen, gefüllten Blüten.

Resina

mittelspät

Gute Kraut- und Blütenerträge, exzellente Extraktqualität.

Anfällig für: Echter Mehltau, Blattläuse

Besonders harzreiche Sorte, die primär für die pharmazeutische Extraktion selektiert wurde; gelb-orange Blüten.

Gitana

früh

Mäßiger Blütenertrag pro Einzelpflanze, aber hohe Bestandsdichte möglich.

Resistent gegen: Windbruch

Anfällig für: Echter Mehltau

Zwergwüchsige, sehr früh blühende Sorte, die sich auch für den integrierten Anbau und als Untersaat eignet.

Fiesta Gitana

früh

Gleichmäßige, aber insgesamt mittlere Erträge.

Anfällig für: Echter Mehltau, Grauschimmel

Kompakte Sorte mit gefüllten Blüten in verschiedenen Gelb- und Orangetönen, gut für die maschinelle Beerntung im dichten Stand.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Herbizidstrategie bei Ringelblumen von klassischen Ackerkulturen?

Da die Kultur zu den Arzneipflanzen zählt, ist die Auswahl an zugelassenen Pflanzenschutzmitteln stark eingeschränkt. Du musst dich vorab genau über die aktuellen Indikationszulassungen des BVL informieren. Gegen einkeimblättrige Schaderreger wie das Einjährige Rispengras (Poa annua) oder den Gemeinen Windhalm (Apera spica-venti) stehen selektive Gräserherbizide zur Verfügung, während zweikeimblättrige Unkräuter meist mechanisch reguliert werden müssen.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die mechanische Unkrautregulierung im Bestand?

Mit dem mechanischen Hacken solltest du erst beginnen, wenn die Kulturreihen nach dem Auflaufen deutlich sichtbar sind, was meist ab dem BBCH-Stadium 12 bis 14 der Fall ist. Ein zu frühes Hacken oder Striegeln kann die feinen Keimlinge verschütten oder entwurzeln. Ein Blindstriegeln kurz nach der Saat ist nur bei einer sehr präzisen und ausreichend tiefen Ablage der Samen zu empfehlen.

Welchen Einfluss hat die Stickstoffdüngung auf die Qualität der geernteten Blüten?

Eine übermäßige Stickstoffzufuhr senkt den Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen wie ätherischen Ölen und Flavonoiden in den Blüten signifikant. Zudem führt ein Zuviel an Stickstoff zu weichem Pflanzengewebe, was die Anfälligkeit der Kultur für Schaderreger wie den Echten Mehltau drastisch erhöht. Begrenze die N-Düngung daher auf maximal 60 bis 80 kg N/ha inklusive des Bodenvorrats.

Wie beuge ich dem gefürchteten Echten Mehltau im professionellen Anbau effektiv vor?

Da chemische Pflanzenschutzmittel in dieser Kultur nur sehr restriktiv zugelassen sind, musst du primär pflanzenbauliche Maßnahmen nutzen. Wähle eine weite Reihenweite von mindestens 30 cm und vermeide zu dichte Bestände, damit das Laub nach Regen oder Tau schnell abtrocknen kann. Zudem hilft eine ausgewogene Kaliumversorgung, die Zellwände zu stärken und die natürliche Widerstandskraft der Kultur zu erhöhen.

Wie wird der optimale Erntezeitpunkt für die Gewinnung von Blütenköpfen bestimmt?

Der optimale Erntezeitpunkt liegt vor, wenn etwa 60 bis 70 % der Blüten im Bestand voll geöffnet sind (BBCH-Stadium 65 bis 67). Da die Kultur kontinuierlich neue Knospen bildet, erfordert eine qualitativ hochwertige Ernte im Arzneianbau meist 3 bis 5 Pflückdurchgänge im Abstand von wenigen Tagen. Für die maschinelle Einmalernte musst du den Kompromiss wählen, bei dem der Anteil voll geöffneter Blüten maximiert und der Anteil verblühter Köpfe minimiert ist.

Wie finde ich im Farmable-Portal die passenden Pflanzenschutzmittel für diese Sonderkultur?

Nutze im Portal die Filterfunktion für Sonderkulturen oder Arzneipflanzen und suche gezielt nach dem EPPO-Code CLDOF. Da viele Zulassungen für die Echte Ringelblume über das sogenannte Lückenindikationsverfahren (Artikel 51 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) geregelt sind, solltest du die spezifischen Anwendungshinweise und die einzuhaltenden Wartezeiten in der Datenbank besonders sorgfältig prüfen.