Alle Mittel
OTHER · Syngenta Agro GmbH

COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei

BVL Zul.-Nr. 034560-72

COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Schaderregern in zahlreichen Gemüse- und Zierpflanzenkulturen. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit und eine einfache Handhabung aus. Es ist sowohl im professionellen Anbau als auch im Haus- und Kleingartenbereich als zuverlässiger Partner für gesunde Bestände etabliert.

Der Wirkstoff Azoxystrobin deckt ein außergewöhnlich breites Wirkungsspektrum ab. Es erfasst Schaderreger aus den Gruppen der Ascomyceten, Basidiomyceten, Deuteromyceten und Oomyceten. Typische Zielkrankheiten umfassen Echte und Falsche Mehltaupilze, Rostpilze sowie Blattfleckenkrankheiten (wie Alternaria und Cercospora). Durch die systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff optimal in der Kultur verteilt, was auch den Neuzuwachs wirksam schützt.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI-Inhibitoren) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der Blockade des Elektronentransports in den Mitochondrien der Pilzzellen an der Qo-Stelle des Cytochrom-bc1-Komplexes. Dies führt zu einem raschen Erliegen der Zellatmung und entzieht dem Schaderreger die lebensnotwendige Energie (ATP) für Wachstum und Infektion. Azoxystrobin wirkt primär protektiv (vorbeugend), besitzt jedoch auch kurative und lokalsystemische Eigenschaften sowie eine ausgeprägte translaminare Verteilung im Blattgewebe. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff in das Blatt ein und wird akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) transportiert. Sporenkeimung und Appressorienbildung werden effektiv unterbunden, bevor der Pilz in das Pflanzengewebe eindringen kann.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen, monoseitigen Wirkungsmechanismus von Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11) besteht ein inhärentes Risiko für Resistenzbildungen bei Schaderregern. Um die Wirksamkeit von COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei langfristig zu sichern, sollte die Anzahl der Anwendungen pro Kultur und Saison strikt begrenzt werden. Ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Triazolen oder Kontaktfungiziden mit Multisite-Aktivität) ist zwingend erforderlich. Behandlungen sollten bevorzugt vorbeugend durchgeführt werden, um den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Pflanzenschutzmittel ist im Allgemeinen gut mit gängigen Insektiziden und anderen Fungiziden mischbar. Bei Tankmischungen ist stets auf die physikalische Kompatibilität und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner zu achten. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln ist meist nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist. Es wird empfohlen, Spritzbrühen zeitnah auszubringen und weiches bis mittelschweres Wasser zu verwenden, um Ausfällungen im Tank zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Der Wirkstoff Azoxystrobin ist als giftig für Wasserorganismen eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen beachten) einzuhalten sind. Das Mittel ist in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Anwendung in den Abendstunden außerhalb des aktiven Bienenflugs bevorzugt werden, um Wildbienen und andere Bestäuber zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KohlrabiFalscher Mehltau (Peronospora parasitica), Pilzliche Blattfleckenerreger, Weißer Rost (Albugo candida)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
WassermeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
MöhreBlattfleckenkrankheit (Cercospora carotae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
BlattkohleMycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
StielmusPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE14T
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen51–591 LITER_PER_HECTARE
ArtischockePilzliche Blattfleckenerreger0.75 LITER_PER_HECTARE7T
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–191 LITER_PER_HECTARE
RettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE14T
Salat-ArtenPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
FeldsalatFalscher Mehltau (Peronospora valerianellae)13–391 LITER_PER_HECTARE14T
RadieschenPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)31–890.5 LITER_PER_HECTARE7T
ZucchiniEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
TomateEchter Mehltau (Leveillula taurica)21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Samtfleckenkrankheit (Cladosporium capsici), Phytophthora capsici21–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
Dicke BohneBrennfleckenkrankheit (Ascochyta fabae), Sclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE14T
frische KräuterRostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)51–751 LITER_PER_HECTARE35T
KnollensellerieSellerierost (Puccinia apii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
BlattkohleWeißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
SchwarzwurzelPilzliche Blattfleckenerreger13–991 LITER_PER_HECTARE10T
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)31–890.75 LITER_PER_HECTARE28T
KümmelEchte Mehltaupilze, pilzliche Doldenerkrankungen51–591 LITER_PER_HECTARE
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
TabakEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)64–991 LITER_PER_HECTARE14T
Gemeine RingelblumeEchte Mehltaupilze51–551 LITER_PER_HECTARE7T
PhaceliaBotrytis-Arten (Botrytis spp.)13–391 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Weißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
BlattkohleKohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Phoma medicaginis var. pinodella), Sclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE14T
ZwiebelgemüseMehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE7T
KnoblauchBlattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
StielmangoldPilzliche Blattfleckenerreger14–391 LITER_PER_HECTARE21T
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
SchalotteMehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
BuschbohneRostpilze1 LITER_PER_HECTARE7T
RosenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
SpitzwegerichEchte Mehltaupilze1 LITER_PER_HECTARE7T
BlumenkohleKohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE10T
WurzelzichorieRost (Puccinia cichorii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
RapsSclerotinia sclerotiorum61–691 LITER_PER_HECTARE
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
BlumenkohleMycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE10T
BlumenkohleAlternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE10T
Echte KamilleEchte Mehltaupilze51–551 LITER_PER_HECTARE7T
BlattkohleAlternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Mycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
KohlrübePilzliche Blattfleckenerreger13–991 LITER_PER_HECTARE10T
TomateSamtfleckenkrankheit (Fulvia fulva)21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Pilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
KohlrabiFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenPilzliche Blattfleckenerreger13–991 LITER_PER_HECTARE
KartoffelRhizoctonia solani, Colletotrichum coccodes2 LITER_PER_HECTARE
BleichsellerieBlattfleckenkrankheit (Septoria apiicola), Sellerierost (Puccinia apii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
TabakBlauschimmel (Peronospora tabacina)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
TomatePhytophthora infestans21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
RapsRapsschwärze (Alternaria brassicae)51–691 LITER_PER_HECTARE
KohlgemüsePilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
RadieschenFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE14T
Rucola-ArtenPilzliche Blattfleckenerreger, Rostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)13–391 LITER_PER_HECTARE14T
JohanniskrautJohanniskrautwelke (Colletotrichum gloeosporioides)12–391 LITER_PER_HECTARE35T
SpeisezwiebelMehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
BleichsellerieSellerierost (Puccinia apii)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
EndivienRhizoctonia solani41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RettichPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
Minze-ArtenPfefferminzen-Rost (Puccinia menthae)1 LITER_PER_HECTARE7T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenRostpilze0.96 LITER_PER_HECTARE
SchnittmangoldPilzliche Blattfleckenerreger14–391 LITER_PER_HECTARE21T
KohlrübePilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
RettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE21T
ErbsePilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
KnollensellerieSellerierost (Puccinia apii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
RosenkohlAlternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE14T
SalateRhizoctonia solani41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RosenkohlWeißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
GemüsefenchelPilzliche Blattfleckenerreger13–191 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenPilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
MeerrettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)13–991 LITER_PER_HECTARE10T
AckerbohneFalscher Mehltau (Peronospora viciae)1 LITER_PER_HECTARE35T
RosenkohlMycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RadieschenFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE21T
ZierpflanzenRostpilze13–970.96 LITER_PER_HECTARE
SpargelSpargelrost (Puccinia asparagi)55–891 LITER_PER_HECTARE
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
MeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)55–891 LITER_PER_HECTARE
TopinamburRost (Puccinia helianthi)13–991 LITER_PER_HECTARE42T
BlumenkohleWeißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE10T
frische KräuterRostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)13–391 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
ChicoreeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)13–391 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenRhizoctonia spp.13–893 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt stets vor dem sichtbaren Befall bzw. unmittelbar bei den ersten Anzeichen einer Infektion (vorbeugender Einsatz). Da der Wirkstoff vor allem die Sporenkeimung hemmt, erzielt er die höchste biologische Effektivität, wenn er protektiv appliziert wird, bevor sich der Schaderreger im Gewebe der Kultur etabliert hat.

Wie verhält sich das Mittel bei Regen kurz nach der Anwendung?

Dank der schnellen translaminaren Aufnahme von Azoxystrobin in das Blattgewebe ist das Pflanzenschutzmittel bereits etwa ein bis zwei Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. Ein moderater Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die fungizide Wirkung in der Regel nicht mehr.

Warum ist die Einhaltung der maximalen Anwendungsanzahl so wichtig?

Da Azoxystrobin an einem spezifischen Ort im Atmungszyklus des Pilzes ansetzt, können Schaderreger durch Punktmutationen schnell Resistenzen entwickeln. Durch die Begrenzung der Anwendungen pro Jahr und den Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen wird verhindert, dass resistente Pilzstämme selektiert werden und sich unkontrolliert ausbreiten.

Kann COMPO Ortiva Spezial Pilz-frei auch im Gewächshaus eingesetzt werden?

Ja, für viele der zugelassenen Kulturen (wie Tomaten, Gurken oder Paprika) besteht eine Zulassung sowohl für das Freiland als auch für den Anbau unter Glas (Gewächshaus). Es ist jedoch wichtig, die spezifischen Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten für den jeweiligen Anbaubereich in der Gebrauchsanleitung genau zu prüfen.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung?

Die Zulassung deckt einen breiten BBCH-Bereich ab. Dennoch sollte die Behandlung auf die kritischen Infektionsfenster der jeweiligen Kultur abgestimmt werden. Beispielsweise ist bei Kartoffeln der Schutz des Laubdachs ab Reihenschluss besonders wichtig, während bei Zwiebelgemüse die feucht-warme Witterung im Sommer den Hauptinfektionszeitraum darstellt.

Wie finde ich heraus, ob dieses Produkt für meine spezifische Kultur zugelassen ist?

Auf agronomy.farmable.tech können Sie die Filterfunktion nutzen, um gezielt nach Ihrer Kultur zu suchen. Die Plattform gleicht die offizielle BVL-Datenbank ab und zeigt Ihnen direkt an, ob das Pflanzenschutzmittel für die gewünschte Kultur-Schaderreger-Kombination registriert ist und welche spezifischen Auflagen gelten.