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OTHER · Seipasa, S.A.

Fungisei/SEIBS 701

BVL Zul.-Nr. 00B373-00

Fungisei (auch registriert unter dem Namen SEIBS 701) ist ein innovatives, biologisches Pflanzenschutzmittel von Seipasa, S.A., das auf dem hochwirksamen Stamm IAB/BS03 des nützlichen Bakteriums Bacillus subtilis basiert. Als modernes Biofungizid ist es speziell für den professionellen Einsatz im Gemüsebau sowie in verschiedenen Sonderkulturen konzipiert. Dank einer patentierten, flüssigen Formulierungstechnologie zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende physikalische Stabilität, einfache Handhabung und exzellente Verteilbarkeit auf den Blattoberflächen aus, was es zu einem wertvollen Baustein sowohl im integrierten als auch im ökologischen Anbau macht.

Das Wirkungsspektrum von Fungisei umfasst wirtschaftlich bedeutende pilzliche Schaderreger wie Echte Mehltaupilze, Botrytis-Arten (Grauschimmel) und Sclerotinia-Arten. Durch die Zulassung in einer Vielzahl von Kulturen – darunter Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika und Auberginen sowie verschiedene Kürbisgewächse – bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hohe Flexibilität über die gesamte Vegetationsperiode hinweg. Die flüssige Formulierung sorgt für eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen und schützt die Pflanzen auch unter wechselnden Umweltbedingungen zuverlässig vor Infektionen.

Wirkstoffe

Bacillus subtilis Stamm IAB/BS03
10 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Fungisei basiert auf den vielfältigen, sich ergänzenden biologischen Mechanismen von *Bacillus subtilis* Stamm IAB/BS03. Nach der Anwendung besiedeln die nützlichen Bakterien rasch die Blattoberflächen und bilden eine physische Barriere. Sie konkurrieren direkt mit den Sporen der Schaderreger um Nährstoffe und Lebensraum, wodurch die Keimung und Etablierung von Pilzpathogenen wie *Botrytis* oder Echten Mehltaupilzen effektiv unterbunden wird. Darüber hinaus produziert der Bakterienstamm während seines Wachstums natürliche Lipopeptide, welche die Zellmembranen der Schadpilze direkt angreifen und zerstören. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Induktion der systemischen Resistenz (ISR) in der Kultur: Die Pflanze wird stimuliert, eigene Abwehrmechanismen gegen zukünftige Infektionen zu aktivieren. Gemäß FRAC wird der Wirkstoff in die Gruppe BM02 (Mikrobielle Fungizide) eingestuft, was ihn zu einem hervorragenden Werkzeug für moderne Spritzfolgen macht.

Resistenzmanagement

Aufgrund des multisite-basierten und physikalisch-biologischen Wirkungsmechanismus von *Bacillus subtilis* (FRAC-Gruppe BM02) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen als äußerst gering einzustufen. Fungisei eignet sich daher hervorragend als Partner in Antiresistenzstrategien. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit chemisch-synthetischen Fungiziden unterschiedlicher Wirkstoffklassen lässt sich der Selektionsdruck auf sensible Schaderregerpopulationen minimieren und die Lebensdauer bestehender Wirkstoffe nachhaltig sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Fungisei zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und biologische Kompatibilität in Tankmischungen aus. Es kann in der Regel problemlos mit gängigen Pflanzenschutzmitteln, Blattdüngern und Netzmitteln kombiniert werden. Bei Mischungen mit kupferhaltigen Produkten oder starken Bakteriziden ist jedoch Vorsicht geboten, da diese die Vitalität der Bacillus-Sporen beeinträchtigen können; hier empfiehlt sich ein zeitlicher Abstand oder eine vorherige Verträglichkeitsprüfung. Für eine optimale Wirkung sollte die Spritzbrühe einen pH-Wert im neutralen bis leicht sauren Bereich aufweisen und zeitnah nach dem Ansetzen ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Fungisei ein äußerst günstiges Umwelt- und Anwendersicherheitsprofil auf. Der Wirkstoff *Bacillus subtilis* Stamm IAB/BS03 ist für Honigbienen (B4-Einstufung) sowie für die meisten Nützlinge und Bodenorganismen wie Regenwürmer als nicht bienengefährlich bzw. schonend eingestuft. Dennoch sind bei der Applikation die standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) zu tragen und die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen zum Schutz angrenzender Gewässer und Biotope einzuhalten, um jegliche unnötige Umweltbelastung zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
MeloneEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
RiesenkürbisEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
Moschus-KürbisEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
PatissonEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
WassermeloneEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
Salat-ArtenBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.)12–493 LITER_PER_HECTARE1T
RiesenkürbisEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea61–893 LITER_PER_HECTARE1T
Moschus-KürbisEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
ÖlkürbisEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
GewürzkräuterBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.)12–673 LITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
BlattkohleBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.)12–493 LITER_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
PatissonEchte Mehltaupilze12–893 LITER_PER_HECTARE1T
AubergineSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea61–893 LITER_PER_HECTARE1T
BleichsellerieSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–493 LITER_PER_HECTARE1T
TomateSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea61–893 LITER_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Fungisei?

Die Anwendung sollte idealerweise präventiv erfolgen, also vor den ersten sichtbaren Symptomen eines Befalls oder bei einsetzender Infektionsgefahr (z. B. feucht-warme Witterung für Botrytis). Da das Produkt auf der Besiedlung der Blattoberfläche basiert, schützt ein frühzeitiger Einsatz ab dem BBCH-Stadium 12 die jungen Kulturen am effektivsten.

Kann Fungisei auch im geschützten Anbau (Gewächshaus) eingesetzt werden?

Ja, Fungisei ist hervorragend für den Einsatz im Gewächshaus geeignet. Da dort oft ein feuchtes Mikroklima herrscht, das Schaderreger wie Botrytis und Echten Mehltau begünstigt, bietet die kontinuierliche Besiedlung durch *Bacillus subtilis* einen stabilen Schutzschild, unabhängig von der Luftfeuchtigkeit.

Wie beeinflusst die Wartezeit von nur einem Tag die Ernteplanung?

Die extrem kurze Wartezeit von einem Tag bietet Erzeugern maximale Flexibilität. Sie können Fungisei auch während der laufenden Ernteperiode (bis BBCH 89) anwenden, um späte Infektionen zu verhindern, ohne dass es zu Ernteverzögerungen oder Rückstandsproblemen (MRL-Freiheit) kommt.

Müssen bei der Lagerung von Fungisei besondere Bedingungen beachtet werden?

Dank der patentierten Formulierung von Seipasa ist Fungisei im Vergleich zu anderen biologischen Produkten sehr stabil. Dennoch sollte das Produkt kühl, trocken und frostfrei gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 30 °C über längere Zeiträume sollten vermieden werden, um die Vitalität der Bakteriensporen optimal zu erhalten.

Wie verhält sich Fungisei bei Regen kurz nach der Anwendung?

Nach dem Antrocknen des Spritzbelags formiert sich ein stabiler Biofilm auf den Pflanzenteilen. Leichter Regen wäscht das Produkt dann nicht mehr so leicht ab. Bei anhaltenden, starken Niederschlägen direkt nach der Applikation empfiehlt es sich jedoch, die Behandlung zu wiederholen, um den lückenlosen Schutzfilm zu erneuern.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Echten Mehltau in meiner Kultur?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktionen in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie einfach Ihre spezifische Kultur und den Schaderreger „Echte Mehltaupilze“ aus, um eine vollständige, tagesaktuelle Liste aller in Deutschland registrierten biologischen und chemischen Pflanzenschutzmittel inklusive deren Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.