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OTHER · Asahi Chemical Europe s.r.o.

Atonik

BVL Zul.-Nr. 00A070-00

Atonik ist ein etablierter, hochwirksamer Biostimulator auf Basis von drei synthetischen Nitrophenolaten (Natrium-5-nitroguaiacolat, Natrium-o-nitrophenolat und Natrium-p-nitrophenolat). Als flüssige Formulierung ist das Präparat im deutschen Markt fest verankert, um Kulturen in kritischen Entwicklungsphasen oder nach Stressereignissen physiologisch zu unterstützen. Es zielt darauf ab, die pflanzeneigenen Lebensprozesse zu optimieren und die Vitalität der Kulturen nachhaltig zu stärken.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über eine Vielzahl von Ackerbau-, Gemüse- und Sonderkulturen wie Raps, Zuckerrüben, Erdbeeren und Kernobst. Zu den registrierten Effekten gehören die Förderung des vegetativen Wachstums, die Verbesserung des Fruchtansatzes und der Fruchtgröße sowie die Steigerung der Frosthärte der Blüten. Durch diese breite physiologische Unterstützung trägt das Pflanzenschutzmittel maßgeblich zur Ertragssteigerung und zur Verbesserung der Ernte- und Samenqualität bei.

Besonders in Phasen abiotischen Stresses – sei es durch Spätfröste, Trockenheit, Hitze oder Herbizidschocks – hilft das Produkt den Kulturen, die Wachstumsdepressionen schneller zu überwinden. Es fungiert als physiologischer Katalysator, der die Regeneration beschleunigt und das Ertragspotenzial auch unter suboptimalen Umweltbedingungen absichert.

Wirkstoffe

Natrium-5-nitroguaiacolat
1 g/L · Wirkstoff
Natrium-o-nitrophenolat
2 g/L · Wirkstoff
Natrium-p-nitrophenolat
3 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biochemische Wirkung von Atonik basiert auf der schnellen Aufnahme der enthaltenen Nitrophenolate in die Pflanzenzellen. Dort stimulieren sie die Plasmaströmung (Zytoplasmaströmung), was den Transport von Nährstoffen, Assimilaten und Phytohormonen innerhalb der Kultur signifikant beschleunigt. Dies führt zu einer gesteigerten Photosyntheserate und einer effizienteren Nährstoffaufnahme über das Wurzelsystem. Zudem wird die Aktivität wichtiger Enzyme, wie der Nitratreduktase, hochreguliert, was den Stickstoffmetabolismus optimiert. Auch die Synthese von endogenem Auxin wird positiv beeinflusst, was die Zellteilung und -streckung anregt. Da es sich um natürliche physiologische Prozesse handelt, greift das Produkt regulierend in den Primär- und Sekundärmetabolismus ein, ohne toxische Effekte auf die Kultur auszuüben.

Resistenzmanagement

Da es sich bei den Wirkstoffen in Atonik um pflanzenphysiologische Stimulatoren und nicht um klassische Fungizide, Herbizide oder Insektizide handelt, besteht kein Risiko einer Resistenzbildung bei Schaderregern. Ein klassisches Resistenzmanagement im Sinne von HRAC-, IRAC- oder FRAC-Klassifizierungen ist daher nicht erforderlich. Dennoch sollte der Einsatz im Rahmen eines integrierten Anbaukonzepts erfolgen, um die Vitalität der Kulturen zu maximieren und sie widerstandsfähiger gegen sekundäre Infektionen durch Pilze oder Bakterien zu machen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Atonik zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Pflanzenschutzmitteln (Fungiziden, Insektiziden, Herbiziden) sowie Blattdüngern aus. Besonders vorteilhaft ist die Kombination mit Herbiziden im Nachauflauf, da das Produkt den metabolischen Stress der Kultur durch den Herbizideinsatz signifikant abmildern kann. Vor der Tankmischung wird dennoch ein physikalischer Mischbarkeitstest empfohlen. Die Wasserqualität (pH-Wert im neutralen bis leicht sauren Bereich) ist optimal für die Stabilität der Nitrophenolate.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aus ökotoxikologischer Sicht weisen die in Atonik enthaltenen Nitrophenolate ein sehr günstiges Profil auf. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige Nützlinge sowie Bodenorganismen wie Regenwürmer. Dennoch sind bei der Applikation die standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) für den Anwender einzuhalten. Eventuelle Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen sind strikt zu beachten, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GurkeFörderung der Fruchtgröße, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung61–991 LITER_PER_HECTARE3T
TomateFörderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung0.3 LITER_PER_HECTARE3T
MohnFörderung des vegetativen Wachstums, Ertragssteigerung12–650.6 LITER_PER_HECTARE30T
HimbeereFörderung der Fruchtgröße, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung59–750.6 LITER_PER_HECTARE7T
KnollensellerieWachstumsförderung, Ertragssteigerung12–450.5 LITER_PER_HECTARE30T
CranberryVerbesserung der Fruchtqualität, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung11–750.6 LITER_PER_HECTARE7T
PreiselbeereVerbesserung der Fruchtqualität, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung11–750.6 LITER_PER_HECTARE7T
RapsErtragssteigerung31–690.6 LITER_PER_HECTARE30T
ChinakohlWachstumsförderung, Ertragssteigerung12–450.5 LITER_PER_HECTARE30T
ErdbeereVerbesserung der Fruchtqualität, Ernteverfrühung, Förderung der Fruchtgröße12–730.6 LITER_PER_HECTARE7T
StachelbeereWachstumsförderung, Ertragssteigerung11–750.6 LITER_PER_HECTARE7T
ÖlkürbisFörderung der Fruchtgröße, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung12–750.6 LITER_PER_HECTARE3T
LeinFörderung des vegetativen Wachstums, Ertragssteigerung13–650.6 LITER_PER_HECTARE30T
HanfFörderung des vegetativen Wachstums, Ertragssteigerung13–650.6 LITER_PER_HECTARE30T
PflaumeVerbesserung der Fruchtqualität, Ertragssteigerung60–790.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
Rote JohannisbeereFörderung der Fruchtgröße, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung11–750.6 LITER_PER_HECTARE7T
ZuckerrübeErtragssteigerung14–390.6 LITER_PER_HECTARE15T
TomateFörderung der Fruchtgröße, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung61–991 LITER_PER_HECTARE3T
TomateFörderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung0.3 LITER_PER_HECTARE3T
BirneVerbesserung der Fruchtqualität, Verbesserung der Blütenfrosthärte, Ertragssteigerung55–750.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
SauerkirscheVerbesserung der Fruchtqualität, Ertragssteigerung60–790.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
SpeisezwiebelVerbesserung der Zwiebelqualität, Ertragssteigerung12–450.5 LITER_PER_HECTARE10T
Schwarze JohannisbeereFörderung der Fruchtgröße, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung11–750.6 LITER_PER_HECTARE7T
SchalotteVerbesserung der Zwiebelqualität, Ertragssteigerung12–450.5 LITER_PER_HECTARE10T
SonnenblumeVerbesserung der Samenqualität, Ertragssteigerung12–590.6 LITER_PER_HECTARE30T
GurkeFörderung der Fruchtgröße, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung12–750.6 LITER_PER_HECTARE
ZucchiniFörderung der Fruchtgröße, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung61–991 LITER_PER_HECTARE3T
HanfFörderung des vegetativen Wachstums, Ertragssteigerung13–650.6 LITER_PER_HECTARE30T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Ertragssteigerung61–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
ZucchiniVerbesserung der Fruchtqualität, Ertragssteigerung12–750.6 LITER_PER_HECTARE3T
SchnittpetersilieWachstumsförderung, Ertragssteigerung12–450.5 LITER_PER_HECTARE30T
WurzelpetersilieWachstumsförderung, Ertragssteigerung12–450.5 LITER_PER_HECTARE30T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Verbesserung der Rübenqualität, Ertragssteigerung12–490.6 LITER_PER_HECTARE7T
HeidelbeereWachstumsförderung, Ertragssteigerung11–750.6 LITER_PER_HECTARE7T
ApfelbeereWachstumsförderung, Ertragssteigerung11–750.6 LITER_PER_HECTARE7T
Weiße JohannisbeereFörderung der Fruchtgröße, Förderung des Fruchtansatzes, Ertragssteigerung11–750.6 LITER_PER_HECTARE7T
LeinFörderung des vegetativen Wachstums, Ertragssteigerung13–650.6 LITER_PER_HECTARE30T
MöhreErtragssteigerung12–450.5 LITER_PER_HECTARE30T
SüßkirscheVerbesserung der Fruchtqualität, Ertragssteigerung60–790.2 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
BrokkoliWachstumsförderung, Ertragssteigerung12–450.5 LITER_PER_HECTARE30T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Anwendung zur Frostminderung?

Um die Blütenfrosthärte optimal zu verbessern, sollte die Applikation etwa 24 bis 48 Stunden vor dem vorhergesagten Frostereignis erfolgen. Dies gibt der Kultur ausreichend Zeit, die Nitrophenolate aufzunehmen und den zellulären Schutzmechanismus (Erhöhung der Konzentration löslicher Zucker und Stabilisierung der Zellmembranen) zu aktivieren.

Kann das Produkt zusammen mit Wachstumsreglern im Raps eingesetzt werden?

Ja, eine gemeinsame Ausbringung ist möglich und oft synergistisch. Während klassische Wachstumsregler das Längenwachstum hemmen, um die Standfestigkeit zu verbessern, fördert dieses Produkt die Wurzelentwicklung und die Vitalität der Kultur, ohne dem einkürzenden Effekt entgegenzuwirken.

Wie unterstützt das Präparat die Kultur nach einem Herbizidschock?

Nach einer stressigen Herbizidbehandlung verlangsamt sich oft der Stoffwechsel der Kultur. Das Produkt beschleunigt den Abbau der Herbizidwirkstoffe in der Kulturpflanze durch die Aktivierung des pflanzeneigenen Entgiftungsstoffwechsels und regt das vegetative Wachstum rasch wieder an.

Welchen Einfluss hat die Temperatur bei der Applikation?

Da das Produkt aktiv in den pflanzlichen Stoffwechsel eingreift, ist eine Mindesttemperatur von ca. 8–10 °C bei der Anwendung ideal, damit die Kultur physiologisch aktiv ist und die Wirkstoffe optimal aufnehmen und transportieren kann. Vermeiden Sie Spritzungen bei extremer Hitze über 25 °C.

Hilft das Mittel auch bei der Regeneration von Hagelschäden?

Ja, nach Hagelschlag ist eine schnelle Applikation (sobald die Kulturen abgetrocknet sind) äußerst effektiv. Die Nitrophenolate stimulieren die Zellteilung an den Wundrändern, was zu einem schnelleren Wundverschluss führt und das Eindringen von pathogenen Schaderregern erschwert.

Wie finde ich im Agronomie-Portal weitere zugelassene Biostimulanzien für meine Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktion auf unserer Plattform agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur und filtern Sie nach der Produktkategorie 'Wachstumsregler' oder 'Biostimulanzien', um alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen einzusehen.