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OTHER · Finchimica S.p.A.

AZOFIN PLUS

BVL Zul.-Nr. 00A439-00

AZOFIN PLUS ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung einer Vielzahl von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l), der sich durch hervorragende systemische und translaminare Eigenschaften auszeichnet. Es schützt sowohl Getreidearten wie Weizen, Gerste und Hafer als auch Sonderkulturen wie Erdbeeren, Salat und Kartoffeln zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern.

Das Wirkungsspektrum von AZOFIN PLUS umfasst ein breites Band an Schlauchpilzen (Ascomyceten), Ständerpilzen (Basidiomyceten), Fungi imperfecti (Deuteromyceten) und Eipilzen (Oomyceten). Zu den Hauptzielorganismen gehören unter anderem Rostpilze (wie Braun-, Gelb- und Zwergrost), Blatt- und Ährenkrankheiten im Getreide (z. B. Netzflecken, Rhynchosporium und Septoria nodorum) sowie bedeutende Krankheiten in Sonderkulturen wie die Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani) in Kartoffeln oder die Erdbeeranthraknose.

Durch seine langanhaltende protektive und kurative Wirkung sichert AZOFIN PLUS nicht nur den Ertrag, sondern trägt auch zur Qualitätssteigerung des Ernteguts bei. Der physiologische "Greening-Effekt", der typisch für diese Wirkstoffklasse ist, unterstützt die Kulturen zusätzlich bei der Bewältigung von abiotischem Stress und verlängert die Assimilationsphase, was sich besonders in Getreide und Raps positiv auf die Ertragsbildung auswirkt.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in AZOFIN PLUS enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Azoxystrobin blockiert den Elektronentransport im Komplex III der Atmungskette (Qo-Inhibitor / QoI), wodurch die ATP-Synthese zum Erliegen kommt. Dies führt zu einem raschen Energiemangel und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Die Wirkung setzt bereits bei der Sporenkeimung und der Appressorienbildung ein, weshalb der optimale Einsatzzeitpunkt vorbeugend (protektiv) vor dem eigentlichen Infektionsgeschehen liegt. Dank der translaminaren und systemischen Verteilung im Pflanzengewebe wird der Wirkstoff nach der Anwendung gleichmäßig im Blatt verteilt und schützt auch den Neuzuwachs sowie die Blattunterseiten effektiv vor einer Infektion.

Resistenzmanagement

Da Wirkstoffe aus der FRAC-Gruppe 11 (QoI-Fungizide) aufgrund ihres spezifischen Einort-Wirkungsmechanismus ein hohes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweisen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. AZOFIN PLUS sollte daher stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. Triazolen oder SDHI) eingesetzt werden. Zudem empfiehlt sich bei hohem Infektionsdruck die Kombination mit einem Kombinationspartner, der über eine Multi-Site-Aktivität verfügt, um die Selektion resistenter Pilzstämme wirksam zu verhindern und die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

AZOFIN PLUS zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern aus. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Mischungspartner nacheinander vollständig im Tank gelöst werden, wobei AZOFIN PLUS als SC-Formulierung idealerweise nach festen Formulierungen (wie WG) und vor emulgierbaren Konzentraten (EC) zugegeben wird. Die Zugabe von Netzmitteln oder Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch bei extrem wachsartigen Blattoberflächen die Benetzung verbessern. Es wird empfohlen, stets eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchzuführen und extreme pH-Werte des Spritzwassers zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AZOFIN PLUS ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da der Wirkstoff Azoxystrobin als hochgiftig für aquatische Organismen eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände oder auf Unkräuter während des Bienenflugs ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)30–591 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis), Erdbeeranthraknose (Colletotrichum acutatum)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
TriticaleSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunfleckigkeit (Septoria nodorum)30–691 LITER_PER_HECTARE
Dicke BohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)60–691 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)60–691 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunfleckigkeit (Septoria nodorum)30–691 LITER_PER_HECTARE
RoggenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691 LITER_PER_HECTARE
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)51–850.5 LITER_PER_HECTARE7T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunfleckigkeit (Septoria nodorum)30–691 LITER_PER_HECTARE
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum60–651 LITER_PER_HECTARE21T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunfleckigkeit (Septoria nodorum)30–691 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–591 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von AZOFIN PLUS im Getreide zur Rostbekämpfung?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt protektiv vor dem sichtbaren Befall, meist zwischen den BBCH-Stadien 31 (Schossen) und 59 (Ende des Ährenschiebens). Da Strobilurine primär vorbeugend wirken, schützt eine frühzeitige Behandlung bei Infektionsbedingungen (feucht-warme Witterung) die oberen Laubblätter und die Ähre am effektivsten vor Gelb- und Braunrost.

Wie wirkt sich der physiologische "Greening-Effekt" von AZOFIN PLUS auf die Kulturen aus?

Neben der fungiziden Wirkung beeinflusst Azoxystrobin den Hormonhaushalt der Kultur positiv, indem es den Abbau von Chlorophyll verzögert und die Ethylenproduktion hemmt. Dies führt dazu, dass die Blätter länger grün bleiben (Greening-Effekt), die Photosyntheserate gesteigert wird und die Kultur Trockenstress oder Hitzephasen besser tolerieren kann, was sich positiv auf das Tausendkorngewicht auswirkt.

Kann AZOFIN PLUS in Erdbeeren während der Blüte angewendet werden?

Ja, eine Anwendung gegen Echten Mehltau und Erdbeeranthraknose ist in den zugelassenen BBCH-Stadien möglich. Da das Pflanzenschutzmittel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft ist, können Behandlungen auch während des Bienenflugs durchgeführt werden, wobei zum Schutz von Wildbienen dennoch eine Applikation in den Abendstunden empfohlen wird.

Warum ist die vorbeugende Anwendung bei der Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani) in Kartoffeln so wichtig?

Alternaria-Pilze dringen tief in das Blattgewebe ein und zerstören die Zellen rasch. Da AZOFIN PLUS als QoI-Fungizid die Sporenkeimung blockiert, ist die kurative Leistung gegen bereits etablierte Myzelien im Blatt begrenzt. Die Behandlung muss daher vor den ersten typischen Blattsymptomen (konzentrische braune Ringe) erfolgen, um eine Ausbreitung im Bestand zu verhindern.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte und der pH-Wert des Spritzwassers bei der Ausbringung von AZOFIN PLUS?

Azoxystrobin ist in einem breiten pH-Bereich (pH 5 bis 9) stabil und zeigt keine nennenswerte Hydrolyse. Dennoch ist ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Spritzwassers (pH 5,5 bis 6,5) optimal, insbesondere wenn AZOFIN PLUS in einer Tankmischung mit sauren oder hydrolyseempfindlichen Mischungspartnern wie bestimmten Insektiziden oder Blattdüngern ausgebracht wird.

Wie viele Behandlungen mit AZOFIN PLUS sind pro Saison maximal zulässig, um Resistenzen zu vermeiden?

Gemäß den Richtlinien des FRAC und den nationalen Zulassungsbestimmungen sollte die Anzahl der Anwendungen von QoI-Fungiziden wie AZOFIN PLUS auf maximal 1 bis 2 Behandlungen pro Kultur und Saison beschränkt werden (abhängig von der jeweiligen Kultur und dem Schaderreger). Dies minimiert den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen nachhaltig.