BAKATA
BAKATA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Bayer CropScience Deutschland GmbH, das speziell für die Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern entwickelt wurde. Formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten Wirkstoff Flufenacet (500 g/l), bietet es eine hervorragende Bodenwirkung und bildet das Fundament für eine erfolgreiche Unkrautbekämpfung im Herbst sowie in ausgewählten Sonderkulturen.
Das Spektrum der kontrollierten Schaderreger umfasst hartnäckige Ungräser wie den Acker-Fuchsschwanz, das Einjährige Rispengras und den Gemeinen Windhalm sowie wichtige Unkräuter wie das Acker-Hellerkraut und den Zurückgebogenen Amarant. Dank seiner flexiblen Zulassung kann BAKATA in einer Vielzahl von Kulturen eingesetzt werden, darunter wichtige Getreidearten wie Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen und Triticale sowie in verschiedenen Gemüse- und Beerenobstkulturen.
Durch die langanhaltende Depotwirkung im Boden werden auch nachkeimende Unkrautwellen über Wochen hinweg zuverlässig unterdrückt. Dies macht BAKATA zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Landwirte, die ihre Kulturen von Beginn an frei von Konkurrenz halten und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Absicherung der Erträge leisten wollen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in BAKATA enthaltene Wirkstoff Flufenacet gehört zur chemischen Gruppe der Oxyacetamide und ist in die HRAC-Gruppe 15 (ehemals K3) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA). Dies stört die Zellteilung und das Zellwachstum in den Bildungsgeweben (Meristemen) der keimenden Unkräuter und Ungräser. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln sowie über den Spross (Hypokotyl bzw. Koleoptile) der auflaufenden Schaderreger. Nach der Aufnahme wird der Wirkstofftransport innerhalb der Pflanze gehemmt, was dazu führt, dass betroffene Keimlinge entweder gar nicht erst auflaufen oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche absterben.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Resistenzbildungen bei wichtigen Schaderregern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Gemeinen Windhalm ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement erforderlich. BAKATA sollte als Baustein in Spritzfolgen integriert werden, bei denen nachfolgende Behandlungen auf Wirkstoffen mit anderen Mechanismen basieren. Zudem wird empfohlen, das Pflanzenschutzmittel mit Partnern aus anderen HRAC-Klassen zu kombinieren und die Palette durch pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine spätere Aussaat von Wintergetreide und eine sorgfältige Stoppelbearbeitung zu ergänzen.
Mischbarkeit & Tankmischung
BAKATA weist eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden sowie flüssigen Blattdüngern auf. Beim Ansetzen von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass das Produkt als Suspensionskonzentrat (SC) zuerst in den teilweise befüllten Spritztank gegeben und vollständig homogenisiert wird, bevor weitere Mischpartner oder Additive zugeführt werden. Um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden, sollte die Spritzung auf trockene Pflanzenbestände bei moderaten Temperaturen und ohne unmittelbare Frostgefahr erfolgen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von BAKATA sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens vorgeschriebener Schutzkleidung, strikt zu beachten. Aufgrund der Eigenschaften des Wirkstoffs Flufenacet ist das Pflanzenschutzmittel als gewässergefährdend eingestuft. Um den Eintrag in Oberflächengewässer zu verhindern, müssen die vorgeschriebenen Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) penibel eingehalten werden. Das Produkt ist bei sachgerechter Anwendung nach den BVL-Richtlinien als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, schont somit wichtige Bestäuber und weist ein günstiges Profil gegenüber Nützlingen auf.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Triticale | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kürbis-Hybriden | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stangenbohne | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.48 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Einjähriges Rispengras | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.24 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knollensellerie | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.48 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.24 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Buschbohne | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.48 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Feuer- bzw. Käferbohne | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.48 LITER_PER_HECTARE | — |
| Endivien | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.48 LITER_PER_HECTARE | 32T |
| Erdbeere | Einjähriges Rispengras | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.24 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.24 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Salate | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.48 LITER_PER_HECTARE | 32T |
| Erdbeere | Einjähriges Rispengras | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zwiebelgemüse | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.48 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Acker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras | — | 0.48 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.35 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit BAKATA?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Schaderreger. Da der Wirkstoff Flufenacet hauptsächlich über die Wurzeln und den Keimling aufgenommen wird, erzielt eine frühe Behandlung auf feuchten, feinkrümeligen Böden die höchste biologische Wirksamkeit, noch bevor die Unkräuter und Ungräser oberirdisch sichtbar konkurrieren.
Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung des Pflanzenschutzmittels?
Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach ist entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Der Wirkstoff muss im Bodenwasser gelöst werden, um von den Wurzeln der keimenden Schaderreger aufgenommen werden zu können. Bei extremer Trockenheit kann sich die Wirkung verzögern, sie setzt jedoch bei einsetzenden Niederschlägen wieder ein.
Wie lässt sich BAKATA in ein wirksames Resistenzmanagement integrieren?
Da BAKATA zur HRAC-Gruppe 15 gehört, sollte es im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. HRAC 2 oder HRAC 5) kombiniert oder im jährlichen Wechsel eingesetzt werden. Dies ist besonders wichtig bei der Bekämpfung von potenziell resistenten Populationen des Acker-Fuchsschwanzes. Flankierende ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung unterstützen diesen Ansatz.
Ist BAKATA auch für den Einsatz in Sonder- und Gemüsekulturen geeignet?
Ja, neben Getreide ist BAKATA für eine Reihe von Gemüse- und Sonderkulturen wie Erdbeeren, Sellerie, Gurken und Gartenbohnen registriert. Die spezifischen Aufwandmengen und das jeweilige BBCH-Stadium der Kultur müssen dabei exakt eingehalten werden, um eine optimale Kulturverträglichkeit zu gewährleisten und Schäden an den empfindlichen Kulturen zu vermeiden.
Was muss bei der Herstellung von Tankmischungen mit BAKATA beachtet werden?
BAKATA lässt sich im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Pflanzenschutzmitteln und flüssigen Düngemitteln (wie AHL) mischen. Beim Ansetzen der Spritzbrühe sollte der Tank mindestens zur Hälfte mit Wasser gefüllt sein, bevor BAKATA unter ständigem Rühren beigegeben wird. Mischpartner werden erst nach der vollständigen Verteilung hinzugefügt. Die Anwendung sollte nicht bei extremen Wetterbedingungen wie Frost oder starker Hitze erfolgen.
Welche Bedeutung hat die Wartezeit von 32 Tagen bei diesem Produkt?
Die gesetzlich festgesetzte Wartezeit von 32 Tagen beschreibt den Mindestabstand, der zwischen der letzten Behandlung mit BAKATA und der Ernte der jeweiligen Kultur zwingend eingehalten werden muss. Diese Frist stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände im Erntegut weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen und die Ernteprodukte absolut sicher für den Konsum sind.