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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Cadou SC

BVL Zul.-Nr. 005908-00

Cadou SC ist ein hochkonzentriertes Bodenherbizid in Form eines Suspensionskonzentrats (SC), das speziell für den Einsatz im Herbst in Wintergetreide sowie in ausgewählten Sonderkulturen entwickelt wurde. Als bewährter Standard im modernen Pflanzenschutz bietet das Produkt eine zuverlässige Basisbekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Schadgräsern und zweikeimblättrigen Unkräutern direkt zur Aussaat oder im frühen Nachauflauf.

Das Wirkungsspektrum von Cadou SC umfasst problematische Ungräser wie den Gemeinen Windhalm, das Einjährige Rispengras und die Hühnerhirse sowie wichtige breitblättrige Schaderreger, darunter das Acker-Hellerkraut und den Zurückgebogenen Amarant. Durch die gezielte Unterdrückung dieser Konkurrenten sichert das Mittel die ungestörte Jugendentwicklung der Kultur und legt das Fundament für hohe Erträge.

Dank der modernen SC-Formulierung lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren, löst sich schnell im Spritztank auf und zeichnet sich durch eine exzellente Bodenhaftung aus. Dies garantiert eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung auf der Bodenoberfläche und sorgt für eine langanhaltende Depotwirkung gegen nachkeimende Schaderregerwellen.

Wirkstoffe

Flufenacet
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Cadou SC enthaltene Wirkstoff Flufenacet gehört zur chemischen Gruppe der Oxyacetamide und ist in die HRAC-Gruppe 15 (ehemals K3) eingestuft. Er wirkt als Inhibitor der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFAs), welche essenzielle Bausteine für den Aufbau von Zellmembranen in den wachsenden Geweben keimender Pflanzen darstellen. Nach der Applikation wird der Wirkstoff hauptsächlich über die Wurzeln, die Hypokotyle und die Koleoptilen der keimenden Schaderreger aufgenommen. Die Zellteilung und das Zellstreckungswachstum werden blockiert, was zu einem raschen Wachstumsstopp führt. Die betroffenen Unkräuter und Ungräser sterben meist ab, noch bevor sie die Bodenoberfläche durchbrechen oder kurz nach dem Auflaufen.

Resistenzmanagement

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Resistenzen bei Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz ist ein striktes Resistenzmanagement erforderlich. Cadou SC sollte im Rahmen einer Wirkstoffrotation konsequent mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. HRAC 12/F1 oder HRAC 3/K1) kombiniert oder im Wechsel angewendet werden. Zudem müssen pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung fest in den Betriebsablauf integriert werden, um den Selektionsdruck auf die HRAC-Gruppe 15 zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Cadou SC weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Vor- und Nachauflaufherbiziden sowie ausgewählten Insektiziden auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, bevor Cadou SC unter ständigem Rühren als erste Komponente beigegeben wird. Um eine optimale Benetzung und Wirkstoffverteilung auf dem Boden zu gewährleisten, wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen; extreme Witterungsbedingungen wie Frost oder starke Hitze während der Applikation sind zu meiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Cadou SC sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzauflagen, einschließlich des Tragens von Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen exakt berücksichtigt werden. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, darf jedoch nicht in die Kanalisation oder direkt in Gewässer gelangen, um Einträge in die Umwelt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SalateAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.48 LITER_PER_HECTARE32T
TriticaleAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.35 LITER_PER_HECTARE
PorreeAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.48 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
ZucchiniAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.24 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjähriges Rispengras0.3 LITER_PER_HECTARE
WintergersteGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.24 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.24 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
GurkeAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.3 LITER_PER_HECTARE
TriticaleAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
EndivienAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.48 LITER_PER_HECTARE32T
WintergersteGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.3 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjähriges Rispengras0.3 LITER_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.48 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjähriges Rispengras0.3 LITER_PER_HECTARE
Kürbis-HybridenAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.48 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.3 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.35 LITER_PER_HECTARE
TriticaleGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.3 LITER_PER_HECTARE
StangenbohneAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.48 LITER_PER_HECTARE
KnollensellerieAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.48 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.35 LITER_PER_HECTARE
Feuer- bzw. KäferbohneAcker-Fuchsschwanz, Acker-Hellerkraut, Einjähriges Rispengras0.48 LITER_PER_HECTARE
TriticaleGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.24 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.35 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Cadou SC im Herbst?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH 10 bis 11). Da der Wirkstoff Flufenacet primär über den Boden und die Wurzeln keimender Schaderreger aufgenommen wird, erzielt eine sehr frühe Behandlung auf einem feinkrümeligen Saatbett die besten Bekämpfungserfolge.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirksamkeit von Cadou SC?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist für die Aktivierung des Wirkstoffs Flufenacet essenziell. Nur bei feuchten Bodenverhältnissen kann sich der Wirkstoff in der obersten Bodenschicht verteilen und von den keimenden Ungräsern aufgenommen werden. Bei anhaltender Trockenheit kann sich der Wirkungseintritt bis zum nächsten Niederschlag verzögern.

Wie lässt sich Cadou SC in ein nachhaltiges Resistenzmanagement integrieren?

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Cadou SC stets als Baustein eines integrierten Managements genutzt werden. Dies umfasst die Kombination oder den jährlichen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. HRAC 12 oder 5) sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge, eine angepasste Bodenbearbeitung und einen verzögerten Aussaattermin der Wintergerste.

Gibt es Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz?

Nach dem regulären Einsatz im Herbst und der Ernte der Hauptkultur können im folgenden Frühjahr alle üblichen Kulturen ohne Einschränkungen nachgebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur im Winter ist vor der Neuaussaat eine wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) zu empfehlen, um Wirkstoffreste im Boden zu verdünnen.

Was muss bei der Anwendung auf leichten oder sandigen Böden beachtet werden?

Auf sehr leichten, sandigen oder stark humosen Böden kann die Selektivität beeinträchtigt sein. Bei Starkregen nach der Anwendung besteht auf leichten Böden das Risiko, dass der Wirkstoff in die Keimzone der Kultur ausgewaschen wird. Eine gleichmäßige Saattiefe von mindestens 3 cm ist daher zwingend erforderlich, um Schäden an der Kultur zu vermeiden.

Kann Cadou SC zusammen mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ausgebracht werden?

Eine Mischung mit AHL ist im frühen Nachauflauf möglich, sofern die Kulturpflanzen eine stabile Wachsschicht aufweisen und absolut trocken sind. Um Verätzungen an den Blättern der Kultur zu vermeiden, sollte die Anwendung nicht bei intensivem Sonnenschein, Temperaturen über 20 °C oder drohenden Nachtfrösten durchgeführt werden.