Closer
Closer ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung saugender Schaderreger in einer Vielzahl von Gemüse- und Sonderkulturen. Mit dem innovativen Wirkstoff Sulfoxaflor bietet das Präparat eine herausragende Sofortwirkung (Knock-down-Effekt) sowie eine langanhaltende Dauerwirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Schädlinge wie Blattläuse und Weiße Fliegen. Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften werden auch versteckt sitzende Insekten auf der Blattunterseite oder im Inneren des Pflanzenbestands zuverlässig erfasst.
Als moderne Formulierung lässt sich das Produkt hervorragend handhaben und dosieren. Es hat sich als unverzichtbarer Baustein im integrierten Pflanzenschutz etabliert, insbesondere in Kulturen wie Tomaten, Paprika, Auberginen und verschiedenen Kürbisgewächsen, wo ein schneller Schutz der jungen Triebe und Früchte entscheidend für den Ertrag und die Marktqualität ist.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Closer enthaltene Wirkstoff Sulfoxaflor gehört zur chemischen Klasse der Sulfoximine und ist im IRAC-Klassifizierungssystem in die Gruppe 4C eingestuft. Der Wirkstoff greift zielgerichtet in das Nervensystem der Schaderreger ein. Er fungiert als Agonist an den nikotinischen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) der Insekten. Durch die Bindung an diese Rezeptoren ahmt Sulfoxaflor die Wirkung des natürlichen Neurotransmitters Acetylcholin nach, wird jedoch von der Acetylcholinesterase nicht abgebaut. Dies führt zu einer kontinuierlichen, unkontrollierten Aktivierung der Rezeptoren, was eine dauerhafte Erregung der Nervenbahnen, gefolgt von Krämpfen, Lähmungen und schließlich dem schnellen Absterben der Zielschädlinge zur Folge hat. Aufgrund seiner einzigartigen chemischen Struktur unterscheidet sich Sulfoxaflor von klassischen Neonicotinoiden (Gruppe 4A) und bietet somit eine hervorragende Option zur Bekämpfung von Populationen, die bereits Resistenzen gegen andere Insektizidklassen aufweisen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Closer stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen aus der IRAC-Gruppe 4 (einschließlich Sulfoximinen und Neonicotinoiden) innerhalb einer Saison. Nutze stattdessen gezielte Wirkstoffwechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. IRAC-Gruppe 9, 23 oder 29), um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen zu minimieren. Zudem sollte die Anwendung streng nach den Schadschwellen und den empfohlenen Aufwandmengen erfolgen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Closer zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem hartes oder stark alkalisches Spritzwasser, um die Stabilität des Wirkstoffs nicht zu beeinträchtigen. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber bei Kulturen mit starker Wachsschicht die Benetzung und somit die translaminare Aufnahme verbessern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Ausbringung obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Bestäubern, solltest du die Anwendung nicht auf blühende Kulturen oder an Orten ausdehnen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Gewässerorganismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Biotopstrukturen und Gewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik und die Einhaltung der allgemeinen Sorgfaltspflichten strikt zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Garten-Kürbis | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana) | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Pepino | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Garten-Kürbis | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Pepino | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Garten-Kürbis | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Weiße Fliegen | 12–59 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Flaschenkürbis | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Wassermelone | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Aubergine | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Wassermelone | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Moschus-Kürbis | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Flaschenkürbis | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Moschus-Kürbis | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Riesenkürbis | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Moschus-Kürbis | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Riesenkürbis | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Garten-Kürbis | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Blattläuse, Weiße Fliegen | 12–59 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Patisson | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana) | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Patisson | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Flaschenkürbis | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Melone | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Moschus-Kürbis | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Melone | Blattläuse, Weiße Fliegen | 21–87 | 0.1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Riesenkürbis | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Aubergine | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Flaschenkürbis | Weiße Fliegen | 21–87 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
Häufige Fragen
Wie erkennst du den optimalen Zeitpunkt für eine Behandlung mit Closer?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt zu Beginn des Befalls, sobald die ersten Schaderreger bei der regelmäßigen Bestandskontrolle gesichtet werden. Da Closer eine starke Knock-down-Wirkung besitzt, stoppt es die Saugtätigkeit der Blattläuse und Weißen Fliegen fast augenblicklich, was die Ausbreitung von Viruserkrankungen in deiner Kultur effektiv verhindert.
Warum ist die systemische Wirkung von Closer bei dichtem Laubwerk so vorteilhaft?
Viele Schaderreger wie die Weiße Fliege besiedeln bevorzugt die Blattunterseiten oder versteckte Pflanzenteile im Inneren des Bestands. Dank der translaminaren und systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff Sulfoxaflor nach der Spritzung im gesamten Blattgewebe, sodass auch Schädlinge erfasst werden, die nicht direkt von der Spritzbrühe getroffen wurden.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei der Anwendung?
Closer kann in einem sehr breiten Entwicklungsfenster eingesetzt werden (ab BBCH-Stadium 12 bis 87). Achte darauf, die Behandlung vor allem in Phasen des aktiven Wachstums durchzuführen, da die systemische Verteilung des Wirkstoffs in der Kultur dann besonders effizient ist und neu zuwachsende Pflanzenteile optimal geschützt werden.
Wie kannst du Closer optimal in dein integriertes Pflanzenschutzprogramm (IPM) einbauen?
Integriere Closer, indem du es gezielt bei Überschreiten der wirtschaftlichen Schadschwelle einsetzt und mit biologischen Maßnahmen kombinierst. Da der Wirkstoff nützlingsschonend gegenüber vielen wichtigen Räubern und Parasiten (wie Raubmilben oder Florfliegen) ist, unterstützt er die natürliche Regulationsleistung im Gewächshaus und Freiland.
Was musst du bei der Wasserhärte und dem pH-Wert des Spritzwassers beachten?
Sulfoxaflor ist in einem neutralen bis leicht sauren pH-Bereich (pH 5,5 bis 6,5) am stabilsten. Bei sehr hartem oder alkalischem Wasser empfiehlt es sich, einen geeigneten pH-Puffer oder Konditionierer in den Spritztank zu geben, bevor du Closer einmischst, um eine vorzeitige Hydrolyse des Wirkstoffs zu verhindern.
Wie verhältst du dich, wenn kurz nach der Anwendung Regen vorhergesagt ist?
Closer ist nach dem Antrocknen des Spritzbelags schnell regenfest, da der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe eindringt. Dennoch solltest du die Anwendung so planen, dass mindestens zwei bis drei regenfreie Stunden nach der Applikation gewährleistet sind, um eine optimale Aufnahme und translaminare Verteilung sicherzustellen.