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Sonstige · SUMITOMO CHEMICAL

Dipel ES

BVL Zul.-Nr. 044080-00

Dipel ES von SUMITOMO CHEMICAL ist ein biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des natürlichen Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki (Stamm ABTS-351 / HD-1). Es hat sich als wirksames Fraßgift zur gezielten Kontrolle von Schmetterlingsraupen etabliert und wird sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Landbau sowie im Erwerbsanbau eingesetzt. Zu den Hauptanwendungsgebieten zählen Gemüsekulturen, Weinbau und Mais.

Die flüssige Formulierung ermöglicht ein einfaches Ansetzen der Spritzbrühe und sorgt für eine gleichmäßige Benetzung der Pflanzenoberflächen. Da der enthaltene Wirkstoff ausschließlich auf Raupen von Lepidopteren wirkt, zeichnet sich das Produkt durch eine hohe Selektivität aus. Wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen oder Parasitoide werden geschont, wodurch sich Dipel ES ideal in integrierte Pflanzenschutzkonzepte einfügt.

Wirkstoffe

Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki Stamm ABTS-351 (Stamm HD-1)
33.2 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von *Bacillus thuringiensis* subsp. *kurstaki* beruht auf der Bildung spezifischer Proteinkristalle (Delta-Endotoxine) und Sporen. Nach der korrekten Ausbringung müssen die Zielschädlinge den Belag über die Nahrung aufnehmen. Im alkalischen Milieu des Raupendarms lösen sich die Proteinkristalle auf und werden durch körpereigene Proteasen in ihre aktive Toxinform gespalten. Diese aktivierten Toxine binden an spezifische Rezeptoren der Epithelzellen der Darmwand und bilden Poren in der Zellmembran. Dadurch bricht der osmotische Gradient zusammen, was zum Anschwellen und Platzen der Darmzellen führt. Die betroffenen Raupen stellen bereits wenige Stunden nach der Aufnahme die Nahrungsaufnahme ein und sterben nach einigen Tagen an Auszehrung oder einer bakteriellen Sepsis. Eine vollständige Benetzung aller pflanzlichen Teile ist zwingend erforderlich, da nur aufgenommene Wirkstoffmengen biologisch aktiv werden.

Resistenzmanagement

Um die Selektion resistenter Raupenpopulationen zu vermeiden, solltest du Dipel ES stets im Wechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen und Wirkungsmechanismen einsetzen. Behandle bevorzugt die feinen, jungen Raupenstadien (L1 und L2), da diese eine hohe Empfindlichkeit gegenüber den Kristallproteinen aufweisen und geringere Wirkstoffmengen zum Bekämpfungserfolg führen. Eine regelmäßige Bestandeskontrolle hilft dir, Behandlungen exakt zum Schlupfzeitpunkt der Raupen zu platzieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Achte beim Ansetzen der Spritzbrühe sorgfältig auf den pH-Wert des Ansetzwassers: Dieser sollte im leicht sauren bis neutralen Bereich zwischen pH 6,0 und 7,0 liegen. Alkalische Spritzbrühen (pH > 8,0) können die Proteinkristalle bereits im Tank inaktivieren und den Bekämpfungserfolg erheblich mindern. Vermeide Tankmischungen mit stark alkalischen Produkten wie Kupfer- oder Kalkpräparaten. Da UV-Strahlung die B.t.-Sporen und Toxine über die Zeit abbaut, empfiehlt sich eine Applikation in den späten Nachmittags- oder Abendstunden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Trage beim Ansetzen und Ausbringen des Pflanzenschutzmittels die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, um Hautkontakt und das Einatmen von Spritznebeln zu vermeiden. Zum Schutz von Bestäubern solltest du Behandlungen bevorzugt außerhalb des Bienenflugs in den Abendstunden durchführen und darauf achten, blühende Bestände oder Unkräuter nicht direkt zu treffen. Achte zudem auf geeignete Abdriftminderungsmaßnahmen und halte allgemeine Gewässerschutzabstände ein, um eine Eintragsgefahr in angrenzende Ökosysteme zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZiergehölzeFreifressende Schmetterlingsraupen—0.6 LITER_PER_HECTARE—
SteinobstFreifressende Schmetterlingsraupen—0.5 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT2T
KohlgemüseKohlweißlings-Arten—0.3 LITER_PER_HECTARE—
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler—1.5 LITER_PER_HECTARE2T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler—0.5 LITER_PER_HECTARE2T
KernobstFreifressende Schmetterlingsraupen—0.5 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT2T
MaisMaiszünsler—2 LITER_PER_HECTARE2T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Dipel ES?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt genau zu Beginn des Eiraupenschlupfs (L1/L2-Stadium). Da das Mittel ausschließlich als Fraßgift wirkt, müssen die jungen Raupen den Wirkstoffbelag direkt aufnehmen, bevor sie Schäden anrichten oder sich in Früchte, Stängel und Blattscheiden einbohren.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von Dipel ES?

Warme Temperaturen fördern den Bekämpfungserfolg, da die Raupen bei Wärme aktiver sind und mehr Pflanzenmaterial fressen. Da intensive UV-Strahlung die B.t.-Proteine abklingen lässt, solltest du die Applikation am besten in den späten Nachmittags- oder Abendstunden bei trockener Witterung durchführen.

Wie schnell tritt nach der Spritzung ein Fraßstopp ein?

Sobald die Raupen eine ausreichende Menge des Wirkstoffs gefressen haben, setzt der Fraßstopp sehr rasch ein – meist bereits nach wenigen Stunden. Der endgültige Tod der Schädlinge tritt infolge der Schädigung der Darmwand nach etwa 2 bis 5 Tagen ein.

Warum ist der pH-Wert des Spritzwassers bei Dipel ES so wichtig?

Ein zu hoher pH-Wert im Spritztank (alkalisch, pH > 8,0) führt dazu, dass sich die Proteinkristalle bereits im Wasser auflösen und zerstört werden. Dies mindert die spätere Fraßgiftwirkung im Raupendarm drastisch. Der pH-Wert des Spritzwassers sollte daher neutral bis leicht sauer eingestellt sein (pH 6,0 bis 7,0).

Schont Dipel ES Nützlinge in meiner Kultur?

Ja, *Bacillus thuringiensis* subsp. *kurstaki* wirkt hochselektiv ausschließlich auf Raupen von Schmetterlingen (Lepidoptera). Raubmilben, Florfliegen, Schwebfliegen, Marienkäfer und Bienen werden durch den Spritzbelag nicht geschädigt.

Was solltest du bezüglich der Regenfestigkeit beachten?

Nach dem vollständigen Antrocknen ist der Spritzbelag mäßig regenfest. Bei starken Niederschlägen oder sehr raschem Neuzuwachs von Blattmasse solltest du die Behandlung nach 7 bis 10 Tagen wiederholen, um einen durchgehenden Schutzbelag aufrechtzuerhalten.