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Dominator 480 TF

BVL Zul.-Nr. 026923-00

Dominator 480 TF ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Holzgewächsen. Als flüssiges Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus. Es wird sowohl im Ackerbau, im Grünland als auch in der Forstwirtschaft eingesetzt, um Problemunkräuter nachhaltig zu kontrollieren.

Das Anwendungsspektrum umfasst neben der klassischen Vorsaat- und Stoppelbehandlung auch gezielte Anwendungen zur Sikkation sowie die Bekämpfung von Schosserrüben und hartnäckigen Wurzelunkräutern wie der Acker-Kratzdistel und verschiedenen Ampfer-Arten. Dank seiner flexiblen Einsatzmöglichkeiten über weite BBCH-Stadien hinweg ist es ein bewährtes Werkzeug zur Feldfly- und Kulturvorbereitung.

Durch die Formulierung mit einem optimierten Tensidsystem bietet Dominator 480 TF eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen. Dies sichert auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen eine zuverlässige Wirkung gegen Ausfallkulturen und einjährige sowie mehrjährige Schaderreger im Unterwuchs.

Wirkstoffe

Glyphosat
608 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G). Er wirkt systemisch und wird über die grünen Teile der Pflanze aufgenommen, von wo aus er mit dem Saftstrom (Phloem) sowohl in die Sprossspitzen als auch in die Wurzeln und Rhizome transportiert wird. Dies garantiert eine vollständige Abtötung auch von tiefwurzelnden, mehrjährigen Unkräutern. Auf biochemischer Ebene blockiert Glyphosat das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselakteur im Shikimatweg, der für die Biosynthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) in Pflanzen verantwortlich ist. Da dieser Stoffwechselweg in Tieren nicht existiert, zeigt der Wirkstoff eine hohe Spezifität für pflanzliche Organismen. Nach der Blockade bricht der Proteinsynthese-Apparat der Pflanze zusammen, was zu einem langsamen, aber unumkehrbaren Absterben führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, solltest du Dominator 480 TF stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) im Verlauf der Fruchtfolge sowie mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Vermeide wiederholte, alleinige Anwendungen von Glyphosat auf derselben Fläche ohne den Einsatz alternativer Wirkmechanismen, um die Selektion resistenter Biotypen von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Dominator 480 TF ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei der Verwendung von sehr hartem Spritzwasser empfiehlt sich der Zusatz von Ammoniumsulfat (Aussaat- oder Spritzwasser-Konditionierer), um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- oder Magnesiumionen zu verhindern. Achte darauf, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen auszubringen und extreme pH-Werte im Tank zu vermeiden. Vor großflächigen Mischungen solltest du stets eine physische Verträglichkeitsprobe (Mischkübeltest) durchführen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Dominator 480 TF ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch darauf achten, das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Kulturen oder Unkräuter auszubringen, die aktiv von Bienen angeflogen werden. Behandle bevorzugt in den Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wiesen, WeidenAcker-Kratzdistel, Ampfer-Arten250 LITER_PER_1000_LITER_WATER14T
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0–33.75 LITER_PER_HECTARE
RapsSikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter85–993 LITER_PER_HECTARE7T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter89–993.75 LITER_PER_HECTARE7T
ZuckerrübeSchosserrüben, Acker-Kratzdistel85–99250 LITER_PER_1000_LITER_WATER60T
LaubholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter7.5 LITER_PER_HECTARE
FichteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
DouglasieZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
GemüsekulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeSchosserrüben, Acker-Kratzdistel85–99250 LITER_PER_1000_LITER_WATER60T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter89–993.75 LITER_PER_HECTARE7T
StilllegungsflächenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
NobilistanneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
FichteZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
DouglasieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
NobilistanneZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE14T
RasenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
NadelholzHolzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
GemüsekulturenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
Nordmann-TanneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.25 LITER_PER_HECTARE
Nordmann-TanneZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie lange musst du nach der Anwendung von Dominator 480 TF warten, bevor du den Boden bearbeiten kannst?

Für eine optimale Wirkung sollte der Wirkstoff vollständig in die Wurzeln der Schaderreger transportiert werden. Bei einjährigen Unkräutern reicht meist eine Wartezeit von 2 bis 3 Tagen vor der Bodenbearbeitung. Bei hartnäckigen, mehrjährigen Unkräutern wie der Acker-Kratzdistel oder Quecken solltest du mindestens 7 bis 10 Tage warten, bis deutliche Wirkungssymptome sichtbar sind, bevor du den Boden bearbeitest.

Welchen Einfluss hat Regen kurz nach der Spritzung auf die Wirkung von Dominator 480 TF?

Dominator 480 TF benötigt eine gewisse Zeit, um von den Blättern aufgenommen zu werden. Als Faustregel gilt: Die behandelten Flächen sollten nach der Applikation mindestens 4 bis 6 Stunden trocken bleiben. Tritt innerhalb dieser Zeit Regen auf, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die Bekämpfungsleistung erheblich mindert.

Kannst du Dominator 480 TF auch bei kühlen Temperaturen im Spätherbst einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Unkräuter noch aktiv assimilieren und wachsen (idealerweise über 5 °C bis 8 °C). Beachte jedoch, dass sich der Wirkungseintritt und das sichtbare Absterben der Pflanzen bei kühler Witterung deutlich verzögern können, da der systemische Transport in der Pflanze langsamer abläuft.

Warum ist die Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe für dich wichtig?

Glyphosat neigt dazu, sich an im Wasser gelöste Kationen wie Calcium und Magnesium (hartes Wasser) zu binden. Diese Verbindungen können von den Pflanzen nicht mehr aufgenommen werden, was die herbizide Wirkung schwächt. Wenn du hartes Wasser nutzt, solltest du dem Spritzwasser vor der Zugabe des Herbizids Ammoniumsulfat beischmischen, um die Kationen zu maskieren.

Wie erkennst du, ob die Schaderreger erfolgreich bekämpft wurden?

Erste Symptome zeigen sich meist nach 5 bis 10 Tagen (bei kühler Witterung später) als gelbliche Verfärbungen (Chlorosen) an den jüngsten Blättern und Vegetationspunkten. Später welken die Pflanzen, färben sich braun (Nekrosen) und sterben schließlich vollständig ab, einschließlich der unterirdischen Wurzelorgane.

Was musst du bei der Bekämpfung von Schosserrüben beachten?

Bei der gezielten Bekämpfung von Schosserrüben in Zuckerrübenbeständen solltest du darauf achten, dass das Pflanzenschutzmittel nur direkt auf die Schosser appliziert wird (z. B. mit speziellen Streich- oder Dochtgeräten). Da Dominator 480 TF nicht-selektiv wirkt, führt jeder direkte Kontakt mit der eigentlichen Kultur zu schweren Schäden oder zum Absterben der Rüben.