Alle Mittel
OTHER · Syngenta Agro GmbH

HYPONTUS

BVL Zul.-Nr. 008405-61

HYPONTUS ist ein hochwirksames, modernes Fungizid von Syngenta Agro GmbH, das speziell für den breiten Einsatz im Getreidebau sowie in verschiedenen Gemüse- und Allium-Kulturen (wie Porree, Zwiebeln und Knoblauch) sowie Spargel entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme durch die Blattoberfläche. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten und sichert so die Qualität der Ernte.

Das Wirkungsspektrum von HYPONTUS umfasst ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger. Im Getreide bekämpft das Mittel effektiv Septoria-Arten, Netzflecken, Rhynchosporium sowie verschiedene Rostpilze (wie Gelb- und Braunrost). Im Gemüsebau, insbesondere bei Lauch- und Zwiebelgewächsen, steht die Bekämpfung von Porreerost, Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri) und anderen pilzlichen Blattfleckenerregern im Vordergrund. Auch im Spargelanbau bietet es einen starken Schutz gegen Spargelrost.

Durch seine ausgeprägte Dauerwirkung und die hervorragende Regenfestigkeit setzt HYPONTUS Maßstäbe im modernen Pflanzenschutz. Der Wirkstoff verteilt sich optimal in der Pflanze und schützt auch den Neuzuwachs über einen längeren Zeitraum hinweg, was die Anzahl notwendiger Überfahrten reduzieren kann.

Wirkstoffe

Benzovindiflupyr
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in HYPONTUS enthaltene Wirkstoff Benzovindiflupyr gehört zur chemischen Klasse der Carboxamide (SDHI) und ist in die FRAC-Gruppe 7 eingestuft. Er blockiert gezielt das Enzym Succinat-Dehydrogenase im Komplex II der Atmungskette der Pilzzellen. Durch diese Unterbrechung der Zellatmung wird die Energieversorgung des Schaderregers unterbunden, was zu einem schnellen Wachstumsstopp der Keimschläuche und des Myzels führt. Benzovindiflupyr zeichnet sich durch eine extrem starke Bindung an die Wachsschicht des Blattes aus (Lokalsystemizität) und wird von dort aus kontinuierlich in das Pflanzengewebe abgegeben (translaminare Verteilung). Dies sorgt für eine langanhaltende protektive Wirkung sowie eine kurative Aktivität in frühen Infektionsstadien, bevor sichtbare Symptome auf der Kultur auftreten.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte HYPONTUS stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Benzovindiflupyr der FRAC-Gruppe 7 angehört, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison streng zu begrenzen. Ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen (wie Triazolen aus der FRAC-Gruppe 3 oder Multisite-Inhibitoren) ist zwingend erforderlich. Zudem empfiehlt sich die Kombination mit geeigneten Mischungspartnern, um das Risiko einer Selektion resistenter Pilzstämme zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

HYPONTUS weist eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung optimiert ist. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird dennoch ein einfacher Mischungstest in einem Kleingebinde empfohlen, um unerwartete Ausfällungen auszuschließen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit HYPONTUS ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für den Anwender obligatorisch. Da der Wirkstoff Benzovindiflupyr als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuber auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
PorreePorreerost (Puccinia porri), Rost (Puccinia allii)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
SpargelSpargelrost (Puccinia asparagi)0.5 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterPilzliche Blattfleckenerreger0.75 LITER_PER_HECTARE14T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)31–590.75 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchPurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Rost (Puccinia allii)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
PorreePurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Septoria-Arten (Septoria spp.)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)31–690.75 LITER_PER_HECTARE42T
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)31–590.75 LITER_PER_HECTARE
TeekräuterRostpilze0.75 LITER_PER_HECTARE62T
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)31–610.75 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)31–590.75 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelPurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
KnoblauchPurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
SpeisezwiebelPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)31–690.75 LITER_PER_HECTARE42T
SpeisezwiebelPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–610.75 LITER_PER_HECTARE
TeekräuterPilzliche Blattfleckenerreger0.75 LITER_PER_HECTARE62T
SchalottePuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
RoggenRhynchosporium secalis31–610.75 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
GersteRhynchosporium secalis31–590.75 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)31–610.75 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
SpeisezwiebelPurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
SchalottePurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
WinterheckenzwiebelPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
frische KräuterRostpilze0.75 LITER_PER_HECTARE14T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)31–690.75 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenSeptoria nodorum31–610.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit HYPONTUS im Getreide?

Im Getreide liegt der Schwerpunkt der Anwendung in den BBCH-Stadien 31 bis 69. Der optimale Termin ist meist die klassische T2-Behandlung (Fahnenblattstadium, BBCH 37–39), um die ertragsentscheidenden oberen Blätter protektiv vor Septoria und Rostpilzen zu schützen. Bei hohem Infektionsdruck kann auch eine frühere Behandlung ab dem Schossen sinnvoll sein.

Wie verhält sich HYPONTUS bei unbeständiger Witterung oder kurz vor Regenereignissen?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme und der starken Bindung an die kutikuläre Wachsschicht ist HYPONTUS bereits kurze Zeit nach der Applikation regenfest. Ein Regenschauer etwa eine Stunde nach dem Antrocknen des Spritzbelags beeinträchtigt die biologische Wirksamkeit in der Regel nicht mehr.

Kann HYPONTUS auch vorbeugend in Allium-Kulturen wie Porree oder Zwiebeln eingesetzt werden?

Ja, die Anwendung in Allium-Kulturen sollte bevorzugt vorbeugend (protektiv) bei ersten Infektionsbedingungen oder nach Warndienstaufrufen erfolgen. Dies verhindert das Festsetzen von Porreerost oder der Purpurfleckenkrankheit, bevor es zu sichtbaren Blattschäden kommt, was besonders für die Vermarktungsfähigkeit des Ernteguts entscheidend ist.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe mit HYPONTUS?

HYPONTUS ist gegenüber der Wasserhärte weitgehend unempfindlich. Dennoch sollte für eine optimale Wirkstoffstabilität ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Spritzwassers (pH 5,5 bis 7,0) angestrebt werden. Extrem alkalisches Wasser kann den Wirkstoffabbau beschleunigen und sollte vorab gepuffert werden.

Wie lässt sich HYPONTUS am besten in eine Anti-Resistenz-Strategie im Gemüsebau integrieren?

Im Gemüsebau sollte HYPONTUS maximal zweimal pro Saison eingesetzt werden. Wechseln Sie nach einer Behandlung konsequent auf Fungizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. Kontaktfungizide oder Wirkstoffe aus der Gruppe der Strobilurine oder Triazole), um den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen so gering wie möglich zu halten.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine spezifische Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Spargel oder Zwiebeln) und dem spezifischen Schaderreger zu suchen. Dort erhalten Sie eine vollständige Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Alternativen inklusive Wirkstoffklassen für eine optimale Fruchtfolge- und Spritzplangestaltung.