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OTHER · GLOBACHEM NV

Panorama

BVL Zul.-Nr. 00A902-00

Panorama ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid, das speziell für den professionellen Einsatz in einer Vielzahl landwirtschaftlicher Kulturen entwickelt wurde. Es schützt wichtige Kulturen wie Getreide (darunter Winter- und Sommerweichweizen, Gerste, Roggen, Triticale und Dinkel), Winterraps sowie Zucker- und Futterrüben zuverlässig vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten. Durch die Kombination zweier bewährter Triazol-Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl vorbeugende als auch heilende Eigenschaften gegen ein breites Spektrum von Schaderregern.

In Getreidekulturen zeigt Panorama eine herausragende Wirkung gegen Septoria-Blattdürre, Rostpilze (wie Gelb-, Braun- und Zwergrost) sowie Rhynchosporium secalis und Fusarium-Arten. Im Winterraps steht die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum im Vordergrund, während in Rübenkulturen Cercospora beticola und Rübenrost effektiv kontrolliert werden. Dank der flüssigen Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren und applizieren.

Die schnelle Aufnahme in die Kultur und die systemische Verteilung im Pflanzengewebe garantieren einen langanhaltenden Schutz, selbst bei nachfolgendem Neuzuwachs. Panorama ist somit ein unverzichtbarer Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien zur Sicherung von Ertrag und Qualität.

Wirkstoffe

Metconazol
90 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Panorama basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen Metconazol und Prothioconazol. Beide Substanzen gehören zur chemischen Gruppe der Triazole (bzw. Triazolinthione) und sind in die FRAC-Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Sie greifen gezielt in die Sterolbiosynthese der Pilzzellen ein, indem sie das Enzym C14-Demethylase blockieren. Dies verhindert die Bildung von Ergosterol, einem essenziellen Baustein für den Aufbau und Erhalt der pilzlichen Zellmembranen, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Durch die Kombination dieser zwei Wirkstoffe ergibt sich ein synergistischer Effekt im Gewebe der Kulturen. Metconazol zeichnet sich durch eine besonders schnelle Anfangswirkung (kurativer Effekt) aus, die bereits bestehende Infektionen stoppt. Prothioconazol hingegen bietet eine exzellente Dauerwirkung (präventiver Schutz) und verteilt sich gleichmäßig in den Blättern. Dieser duale Ansatz schützt die Kulturen zuverlässig über einen langen Zeitraum in kritischen BBCH-Stadien.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in Panorama der FRAC-Gruppe 3 angehören, besteht bei wiederholter Alleinanwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen. Um die langfristige Wirksamkeit zu sichern, muss Panorama strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet die Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison und den konsequenten Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise SDHIs (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11). Zudem sollte die empfohlene Aufwandmenge nicht unterschritten werden, um eine Selektion schlechter sensitiver Stämme zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Panorama weist eine gute physikalische und chemische Verträglichkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsregulatoren auf. Bei Mischungen mit Wachstumsregulatoren im Getreide ist jedoch zu beachten, dass Triazole die einkürzende Wirkung des Mischpartners verstärken können; die Aufwandmenge des Wachstumsregulators sollte daher bei warmer Witterung gegebenenfalls angepasst werden. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühen wird generell ein Mischungstest im kleinen Gefäß empfohlen. Beim Befüllen des Tanks ist Panorama als eine der ersten Komponenten bei laufendem Rührwerk in das zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllte Fass zu geben.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als professionelles Pflanzenschutzmittel erfordert die Anwendung von Panorama den konsequenten Einsatz persönlicher Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuber auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenGelbrost (Puccinia striiformis)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelFusarium-Arten61–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteZwergrost (Puccinia hordei)25–610.5 LITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeRübenrost (Uromyces betae)39–490.6 LITER_PER_HECTARE28T
WintertriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteZwergrost (Puccinia hordei)25–610.5 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
FutterrübeRübenrost (Uromyces betae)39–490.6 LITER_PER_HECTARE28T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.5 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommertriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteRhynchosporium secalis25–610.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommertriticaleBraunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteRhynchosporium secalis25–610.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenGelbrost (Puccinia striiformis)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommertriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenFusarium-Arten61–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleBraunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenBraunrost (Puccinia recondita)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeCercospora beticola39–490.6 LITER_PER_HECTARE28T
SommertriticaleBraunrost (Puccinia recondita)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleBraunrost (Puccinia recondita)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten61–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenBraunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
SommerrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.5 LITER_PER_HECTARE56T
WintertriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)25–690.5 LITER_PER_HECTARE35T
FutterrübeCercospora beticola39–490.6 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Getreide?

Eine gezielte Behandlung gegen Fusarium-Arten (Ährenfusarium) sollte idealerweise während der Blüte der Kulturen (BBCH 59 bis 69) erfolgen. In diesem Zeitraum sind die Blütenanlagen besonders empfänglich für Infektionen, die durch feucht-warme Witterung begünstigt werden. Eine rechtzeitige Applikation schützt die Ähre und mindert das Risiko von Mykotoxinbelastungen im Erntegut.

Wie verhält sich Panorama bei einsetzendem Regen nach der Applikation?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme der Wirkstoffe Metconazol und Prothioconazol ist Panorama bereits kurze Zeit nach der Anwendung regenfest. In der Regel reicht eine regenfreie Zeit von ein bis zwei Stunden aus, damit die Wirkstoffe ausreichend in das Blattgewebe der Kulturen eindringen können, ohne dass es zu Wirkungsverlusten durch Abschwemmung kommt.

Kann Panorama auch zur Halmeinkürzung im Raps genutzt werden?

Obwohl Panorama primär als Fungizid zur Bekämpfung von Schaderregern wie Sclerotinia registriert ist, besitzen die enthaltenen Triazole (insbesondere Metconazol) einen wachstumsregulierenden Nebeneffekt. Bei einer Anwendung im Herbst oder frühen Frühjahr kann dies zu einer kompakteren Wuchsform des Rapses beitragen, die Standfestigkeit verbessern und das Risiko von Auswinterungsschäden reduzieren.

Welche Wasserqualität und Wassermenge wird für die Spritzbrühe empfohlen?

Für eine optimale Benetzung der Kulturen wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Das verwendete Wasser sollte sauber sein und einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert aufweisen. Extreme Wasserhärten beeinträchtigen die Wirkstoffe in der Regel nicht direkt, jedoch kann ein pH-Puffer bei sehr alkalischem Wasser die Stabilität der Spritzbrühe zusätzlich unterstützen.

Wie lässt sich Panorama im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes in Rüben integrieren?

In Zuckerrüben sollte die Behandlung gegen Cercospora beticola und Rübenrost beim ersten Auftreten von Symptomen bzw. bei Überschreitung der regionalen Schadschwellen durchgeführt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, sollte Panorama im Spritzprogramm im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Strobilurinen oder Kontaktmitteln wie Kupfer) eingesetzt werden.

Wie finde ich auf der Plattform weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie die Filter- und Suchfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach Ihrer Kultur oder dem spezifischen Schaderreger suchen, um eine vollständige Liste aller in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen und Wirkstoffklassen anzuzeigen.