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OTHER · Syngenta Agro GmbH

TESANTO

BVL Zul.-Nr. 008405-60

TESANTO ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid von Syngenta, das speziell für den Schutz von Getreide sowie ausgewählten Gemüse- und Sonderkulturen entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme. Es ist in Deutschland für ein breites Spektrum an Kulturen zugelassen, darunter Weizen, Gerste, Roggen, Triticale sowie Allium-Arten wie Zwiebeln und Porree sowie Spargel.

Das Produkt zeichnet sich durch seine herausragende präventive und kurative Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger aus. Im Getreidebau kontrolliert es zuverlässig Septoria-Arten, Netzflecken, Rhynchosporium und ein breites Spektrum an Rostpilzen (Gelb-, Braun- und Zwergrost). In Allium-Kulturen bietet es einen starken Schutz gegen die Purpurfleckenkrankheit und Porreerost.

Dank der ausgeprägten Haftung an der Wachsschicht der Blätter (lipophile Eigenschaften) bildet TESANTO ein stabiles Wirkstoffdepot. Dies garantiert eine langanhaltende Schutzwirkung und eine exzellente Regenfestigkeit bereits kurze Zeit nach der Applikation, wodurch die Kulturen auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen optimal geschützt bleiben.

Wirkstoffe

Benzovindiflupyr
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in TESANTO enthaltene Wirkstoff Benzovindiflupyr gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI – Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren) und ist im FRAC-Code 7 klassifiziert. Er greift gezielt in den Atmungskreislauf der Pilzzellen ein, indem er den Komplex II (Succinat-Dehydrogenase) in der mitochondrialen Atmungskette blockiert. Dies führt zu einem raschen Erliegen der Energieproduktion (ATP-Synthese) des Schaderregers. Durch diese biochemische Blockade wird das Keimwachstum der Sporen sowie das Eindringen des Pilzmyzels in das Pflanzengewebe effektiv unterbunden. Der Wirkstoff verteilt sich nach der Aufnahme translaminar und akropetal in der Kultur, wodurch auch neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt werden.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen SDHI-Fungizide (FRAC-Gruppe 7) zu minimieren, sollte TESANTO stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet die strikte Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Vorgaben. Zudem ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie Triazolen/DMI oder Strobilurinen) oder die Verwendung von Tankmischungen mit Multisite-Inhibitoren dringend zu empfehlen.

Mischbarkeit & Tankmischung

TESANTO weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen sind stets die spezifischen Gebrauchsanleitungen und Mischbarkeitsvorgaben der jeweiligen Partnerprodukte zu beachten. In Kulturen mit starker Wachsschicht, wie beispielsweise Allium-Arten, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels die Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimieren. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen bei kontinuierlichem Rühren auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit TESANTO sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der spezifischen Eigenschaften des Wirkstoffs Benzovindiflupyr gelten strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und angrenzenden Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die Nichtziel-Fauna vor Drift zu schützen. Das Produkt ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes bevorzugt außerhalb des aktiven Bienenflugs ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)31–610.75 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)31–610.75 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis31–590.75 LITER_PER_HECTARE
TeekräuterPilzliche Blattfleckenerreger0.75 LITER_PER_HECTARE62T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)31–690.75 LITER_PER_HECTARE42T
PorreePurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Septoria-Arten (Septoria spp.)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
SpeisezwiebelPurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
PorreePorreerost (Puccinia porri), Rost (Puccinia allii)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)31–590.75 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)31–590.75 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterRostpilze0.75 LITER_PER_HECTARE14T
SchalottePuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)31–690.75 LITER_PER_HECTARE42T
SchnittlauchPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)31–590.75 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria nodorum31–610.75 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterPilzliche Blattfleckenerreger0.75 LITER_PER_HECTARE14T
TeekräuterRostpilze0.75 LITER_PER_HECTARE62T
SpeisezwiebelPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–610.75 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelPurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
WinterheckenzwiebelPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
KnoblauchPurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
SchalottePurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
SpargelSpargelrost (Puccinia asparagi)0.5 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchPurpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Rost (Puccinia allii)41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
RoggenRhynchosporium secalis31–610.75 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)31–690.75 LITER_PER_HECTARE42T
SpeisezwiebelPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T
KnoblauchPuccinia-Arten41–480.5 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit TESANTO in Getreide?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt präventiv vor dem ersten sichtbaren Befall, meist zwischen den BBCH-Stadien 31 (Schossen) und 65 bis 69 (Blüte), je nach Zielkrankheit. Bei hohem Druck von Septoria tritici oder Gelbrost sichert eine frühe Behandlung im Schossen das Ertragspotenzial, während Spätanwendungen die oberen Blätter und die Ähre schützen.

Wie verhält sich TESANTO bei Niederschlägen kurz nach der Spritzung?

Dank der stark lipophilen Eigenschaften von Benzovindiflupyr bindet sich der Wirkstoff extrem schnell an die Wachsschicht der Kultur. Bereits eine Stunde nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist das Pflanzenschutzmittel hervorragend regenfest, sodass ein nachfolgender Regen die Wirkung nicht beeinträchtigt.

Warum ist TESANTO in Allium-Kulturen wie Porree und Zwiebeln so wertvoll?

Allium-Arten besitzen eine dicke, wasserabweisende Wachsschicht, die das Anhaften von Fungiziden erschwert. Die Formulierung von TESANTO ist speziell darauf ausgelegt, sich optimal auf diesen schwierigen Blattoberflächen zu verteilen und einzudringen, um Krankheiten wie Alternaria porri (Purpurfleckenkrankheit) und Porreerost effektiv zu bekämpfen.

Welche Rolle spielt der Wirkstoff Benzovindiflupyr im Resistenzmanagement?

Benzovindiflupyr gehört zur FRAC-Gruppe 7 (SDHI). Da für diese Gruppe ein mittleres bis hohes Resistenzrisiko besteht, darf TESANTO nicht solo in Dauerbehandlungen eingesetzt werden. Ein Wechsel mit Triazolen (FRAC-Gruppe 3) oder Kontaktfungiziden ist zwingend erforderlich, um die Wirksamkeit langfristig zu erhalten.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Winterweizen oder Speisezwiebel) und dem spezifischen Schaderreger zu filtern. Das System listet Ihnen alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen übersichtlich auf.

Kann TESANTO auch im Spargelanbau eingesetzt werden?

Ja, TESANTO ist für die Anwendung im Spargel (nach der Ernte im Junganlagen- oder Ertragsstadium) gegen Spargelrost (Puccinia asparagi) zugelassen. Dies schützt das Spargelkraut vor vorzeitigem Absterben und sichert die Einlagerung von Reservestoffen in die Rhizome für das Folgejahr.