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Kultur

Gemeine Zaunwinde

Calystegia sepium
CAGSE

Die Echte Zaunwinde (Calystegia sepium, EPPO-Code: CAGSE) ist ein ausdauerndes, windendes Unkraut aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Sie zeichnet sich durch ihre stark wuchernden, tiefgehenden Rhizome und die charakteristischen großen, weißen Trichterblüten aus. In landwirtschaftlichen Kulturen, insbesondere in Mais (Zea mays), Sonderkulturen, Baumschulen und im mehrjährigen Feldfutterbau, stellt sie aufgrund ihrer enormen Konkurrenzkraft um Licht, Wasser und Nährstoffe einen bedeutenden Schaderreger dar.

Die wirtschaftliche Relevanz der Echten Zaunwinde ergibt sich vor allem aus ihrer Wuchsform. Indem sie sich an den Stängeln der Kulturpflanzen emporwindet, verursacht sie erhebliche Ernteerschwerungen, führt zu Lagerbildung und kann im Extremfall zum Abknicken ganzer Bestände führen. Darüber hinaus erschwert das zähe Pflanzenmaterial den Mähdrusch und verunreinigt das Erntegut, was zu qualitativen und quantitativen Ertragsverlusten führt.

Typ
Kultur
EPPO-Code
CAGSE
Wirte
6 Kulturen
Verbreitung
Die Echte Zaunwinde ist in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel, insbesondere in ganz Mitteleuropa, weit verbreitet und besiedelt bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Lehm- und Tonböden. Ihre ökonomische Schadwirkung ist in intensiv geführten Reihenkulturen wie Mais sowie in Baumschulen und Sonderkulturen am höchsten.

Biologie / Lebenszyklus

Die Echte Zaunwinde überdauert den Winter als ausdauerndes Rhizomsystem tief im Boden, oft in Tiefen von bis zu einem Meter oder mehr. Der Austrieb erfolgt relativ spät im Frühjahr, meist ab April oder Mai, sobald die Bodentemperaturen dauerhaft über 10 °C steigen. Aus den vegetativen Knospen der Rhizome entwickeln sich rasch kriechende oder windende Triebe, die bei Kontakt mit einer Kultur sofort mit dem emporwindenden Wachstum beginnen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, wobei die Vermehrung und Ausbreitung auf landwirtschaftlichen Flächen primär vegetativ über Rhizomstücke erfolgt, die durch Bodenbearbeitungsgeräte verschleppt werden, während die generative Vermehrung über Samen eine untergeordnete Rolle spielt.

Bonitur

Das Monitoring der Echten Zaunwinde sollte frühzeitig im Frühjahr mit dem Auflaufen der Hauptkulturen beginnen. Im Mais liegt der kritische Zeitraum für die Bonitur zwischen den BBCH-Stadien 12 und 18 (2- bis 8-Blatt-Stadium), da hier die Weichen für eine erfolgreiche chemische Regulierung gestellt werden müssen. Eine feste Schadensschwelle existiert aufgrund der nesterweisen Verbreitung und der starken Erntebehinderung meist nicht; erfahrungsgemäß ist eine Behandlung jedoch bereits bei einem geringen Besatz von 0,5 bis 1 Pflanze pro Quadratmeter wirtschaftlich gerechtfertigt, um eine Etablierung und weitere Ausbreitung über die Rhizome im Boden zu verhindern.

Integriertes Management

Die Regulierung der Echten Zaunwinde erfordert eine konsequente, integrierte Strategie, da rein mechanische Maßnahmen oft zu einer Vermehrung durch Zerstückelung der Rhizome führen. Kulturelle Maßnahmen umfassen eine weite Fruchtfolge mit stark schattierenden Kulturen sowie eine gezielte Stoppelbearbeitung im Spätsommer, um die Rhizome an die Oberfläche zu ziehen und dort vertrocknen zu lassen. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten gezielt im Nachauflauf eingesetzt werden, wenn die Unkräuter eine ausreichende Blattfläche (Trieblänge ca. 20–30 cm) für die Wirkstoffaufnahme gebildet haben, aber noch bevor sie die Kultur überwuchern. Zur Vermeidung von Wirkstoffresistenzen und zur Absicherung des Bekämpfungserfolgs ist ein Wirkstoffwechsel unter Berücksichtigung der HRAC-Klassifizierung (z. B. Kombinationen aus synthetischen Auxinen und ALS-Inhibitoren) zwingend erforderlich.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Warum ist die Echte Zaunwinde mechanisch so schwer zu bekämpfen?

Die mechanische Bekämpfung ist problematisch, da Bodenbearbeitungsgeräte wie Grubber oder Scheibeneggen die unterirdischen Rhizome zerschneiden. Jedes abgetrennte Rhizomstück, das schlafende Knospen besitzt, kann zu einer neuen Pflanze austreiben, was den Besatz auf der Fläche unbeabsichtigt vervielfacht.

Welcher Anwendungszeitpunkt ist für Herbizidbehandlungen gegen Calystegia sepium optimal?

Der optimale Zeitpunkt liegt im späten Frühjahr oder Frühsommer, wenn die Triebe eine Länge von etwa 15–30 cm erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt ist genügend Blattfläche für die Aufnahme systemischer Pflanzenschutzmittel vorhanden, und der Saftstrom transportiert die Wirkstoffe effektiv nach unten in das Rhizomsystem.

Wie kann ich im Pflanzenschutz-Hub gezielt registrierte Pflanzenschutzmittel gegen die Echte Zaunwinde finden?

Nutzen Sie die Filtersuche im Hub und filtern Sie nach dem Schaderreger "Calystegia sepium" oder "Echte Zaunwinde" in Kombination mit Ihrer spezifischen Kultur (z. B. Silomais). Achten Sie darauf, nur für die jeweilige BBCH-Spanne zugelassene Anwendungen auszuwählen.

Welche Rolle spielen HRAC-Klassen bei der chemischen Regulierung der Zaunwinde?

Da die Zaunwinde ein tiefwurzelndes, ausdauerndes Unkraut ist, sind systemische Wirkstoffe erforderlich. Um Resistenzen vorzubeugen, sollten Wirkstoffe aus der HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine wie Fluroxypyr oder Dicamba) mit Vertretern der HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren) abgewechselt oder kombiniert werden, sofern für die Kultur entsprechende Anwendungen registriert sind.

Kann eine intensive Stoppelbearbeitung im Herbst helfen, den Besatz zu reduzieren?

Ja, eine flache, aber mehrmalige Stoppelbearbeitung direkt nach der Getreideernte (BBCH 99) mit schneidenden Werkzeugen kann die Rhizome an die Bodenoberfläche befördern. Dort vertrocknen sie unter Sonneneinstrahlung, was die Vitalität des Wurzelsystems für das Folgejahr schwächt.

Warum ist die Echte Zaunwinde in Baumschulen (nursery stock) besonders gefürchtet?

In Baumschulen führt das windende Wachstum dazu, dass junge Gehölze eingeschnürt, deformiert oder im Wachstum gehemmt werden. Da in diesen mehrjährigen Kulturen mechanische und chemische Anwendungen im Unterblattbereich extrem präzise erfolgen müssen, ist die Regulierung dort besonders arbeitsintensiv.