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Pilz

Sphaerotheca

Sphaerotheca
1SPHRG

Die Pilzgattung Sphaerotheca (EPPO-Code: 1SPHRG), heute oft der Gattung Podosphaera zugeordnet, umfasst bedeutende Erreger des Echten Mehltaus an Beerenobst und Zierpflanzen. Zu den Hauptwirten gehören wirtschaftlich wichtige Kulturen wie Erdbeeren (Fragaria x ananassa), Himbeeren (Rubus idaeus), Brombeeren (Rubus fruticosus) sowie Rote und Schwarze Johannisbeeren (Ribes spp.). Dieser Schaderreger ist weltweit verbreitet und tritt in fast allen Anbauregionen auf, in denen mäßig warme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit vorherrschen.

Die wirtschaftliche Relevanz dieses Schaderregers ist im professionellen Beerenobstbau extrem hoch. Ein unbehandelter Befall führt zu erheblichen Ertragseinbußen und Qualitätsverlusten, da infizierte Früchte unbrauchbar für den Frischmarkt werden. Zudem schwächt der Pilz durch den Befall der Blätter die Photosyntheseleistung der Kulturen nachhaltig, was den Knospenansatz für das Folgejahr beeinträchtigen kann.

Typ
Pilz
EPPO-Code
1SPHRG
Wirte
7 Kulturen
Generationen
Multiple, sich überlagernde Generationen pro Saison
Verbreitung
Der Schaderreger ist weltweit in allen gemäßigten Klimazonen verbreitet und verursacht insbesondere im geschützten Anbau und in intensiv geführten Freilandkulturen von Beerenobst jährlich erhebliche ökonomische Schäden.

Biologie / Lebenszyklus

Der Schaderreger überwintert als Myzel in den Knospen der Kulturen oder als widerstandsfähiges Fruchtkörperstadium (Chasmothecien) auf abgefallenem Laub und Pflanzenresten. Im Frühjahr, meist ab dem Austrieb (BBCH 10–13), erfolgt bei steigenden Temperaturen die Primärinfektion durch Ascosporen oder reaktiviertes Myzel. Auf dem jungen Gewebe bildet der Pilz rasch ein weißes, mehlige Konidienlager aus. Diese ungeschlechtlichen Konidien werden durch Wind und Spritzwasser verbreitet und sorgen während der gesamten Vegetationsperiode für fortlaufende Sekundärinfektionen. Trocken-warme Tage im Wechsel mit feuchten Nächten begünstigen die epidemische Ausbreitung im Sommer massiv.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte frühzeitig ab dem Knospenaufbruch (BBCH 07–10) beginnen, insbesondere in Anlagen mit Vorjahresbefall. Kontrolliere wöchentlich mindestens 50 zufällig ausgewählte Triebe oder Blätter je Parzelle auf erste Anzeichen des typischen weißen Belags, vor allem auf den Blattunterseiten und im schattigen Inneren der Kulturen. Eine feste Schadschwelle gibt es im Beerenobstbau meist nicht; aufgrund der rasanten Ausbreitung gilt im professionellen Anbau bereits das erste Auftreten von Symptomen (Befallsbeginn) vor oder während der Blüte (BBCH 55–69) als Signal für eine gezielte Behandlung.

Symptome

Das auffälligste Symptom ist ein weißer, mehliger, später schmutzig-grauer Belag aus Pilzmyzel und Konidien auf Blättern, Trieben, Blüten und Früchten. Befallene Blätter krümmen sich oft löffelartig nach oben, zeigen rötliche oder violette Verfärbungen auf der Unterseite und vertrocknen vorzeitig. Junge Triebe verkümmern und weisen ein gestauchtes Wachstum auf. Infizierte Blüten sterben ab oder bilden deformierte, harte und geschmacklose Früchte aus, die häufig vorzeitig abfallen oder komplett mit dem weißen Pilzrasen überzogen sind.

Integriertes Management

Eine erfolgreiche Strategie basiert auf einem integrierten Ansatz. Kulturtechnische Maßnahmen wie ein lichter Schnitt zur Förderung einer schnellen Abtrocknung, eine ausgewogene Stickstoffdüngung und das konsequente Entfernen infizierter Triebe mindern den Infektionsdruck erheblich. Biologische Pflanzenschutzmittel auf Basis von Schwefel, Backpulver (Kaliumhydrogencarbonat) oder nützlichen Mikroorganismen können vor allem vorbeugend oder bei geringem Druck eingesetzt werden. Beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel ist ein striktes Resistenzmanagement nach den FRAC-Richtlinien zwingend erforderlich: Wechsle Wirkstoffe aus unterschiedlichen Wirkstoffklassen (z. B. SDHI, Strobilurine und Triazole) konsequent ab, um die Selektion resistenter Pilzstämme zu verhindern.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich der Befall durch Sphaerotheca von anderen Blattfleckenkrankheiten im Feld?

Im Gegensatz zu echten Blattfleckenkrankheiten, die nekrotische, scharf abgegrenzte Flecken verursachen, bildet dieser Schaderreger einen oberflächlichen, abwischbaren weißen Belag. Zudem führt der Befall oft zu einem charakteristischen Aufwölben der Blattränder (Löffelblättrigkeit), noch bevor der Pilzrasen auf der Blattoberfläche voll sichtbar wird.

Warum ist die Bekämpfung im geschützten Anbau (Tunnel) schwieriger als im Freiland?

Unter Folientunneln fehlen reinigende Niederschläge, die die Sporen abwaschen könnten, während gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit nachts hoch und die Temperaturen tagsüber optimal für die Keimung sind. Dieses Mikroklima beschleunigt den Entwicklungszyklus des Pilzes extrem, weshalb du die Kontrollintervalle im Tunnel verkürzen musst.

Wie integrierst du Schwefelbehandlungen optimal in deinen Spritzplan, ohne die Kulturen zu schädigen?

Schwefel ist ein bewährtes Kontaktfungizid, kann aber bei Temperaturen über 28 °C phytotoxisch wirken und Verbrennungen an Blättern und Früchten verursachen. Wende Schwefelpräparate daher nur in den kühlen Morgen- oder Abendstunden an und vermeide Applikationen direkt vor intensiver Sonneneinstrahlung.

Welche Rolle spielen Wildpflanzen in der Nähe deiner Anlage für das Infektionsrisiko?

Wildwachsende Brombeeren oder verwandte Rosengewächse am Feldrain dienen als natürliches Reservoir für den Schaderreger. Von dort aus können Konidien über weite Strecken mit dem Wind in deine Kultur getragen werden. Es ist ratsam, solche Wirtspflanzen im direkten Umkreis deiner Anlage mechanisch kurz zu halten.

Wie findest du auf agronomy.farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schaderreger?

Nutze die Suchfunktion im Hub und filtere gezielt nach deiner Kultur (z. B. Erdbeere) und dem Schaderreger. Achte bei der Auswahl der gelisteten Pflanzenschutzmittel besonders auf die zugelassenen BBCH-Stadien, die einzuhaltende Wartezeit (PHI) und die FRAC-Klassifizierung, um deinen optimalen Wirkstoffwechsel zu planen.

Kannst du durch die Regulierung der Stickstoffdüngung das Befallsrisiko direkt beeinflussen?

Ja, eine übermäßige Stickstoffdüngung führt zu weichem, mastigem Pflanzengewebe, das der Pilz besonders leicht durchdringen kann. Achte auf eine ausgewogene, bedarfsgerechte Düngung, um die natürliche Barrierefunktion der Kutikula zu stärken und dem Schaderreger die Etablierung zu erschweren.