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Pilz

Sphaerotheca

Sphaerotheca
1SPHRG

Die Pilzgattung Sphaerotheca (EPPO-Code: 1SPHRG), heute taxonomisch meist der Gattung Podosphaera zugeordnet, umfasst bedeutende Erreger des Echten Mehltaus an Beerenobst und Zierpflanzen. Zu den wirtschaftlich relevantesten Vertretern gehören Sphaerotheca macularis (an Erdbeeren und Rubus-Arten) sowie Sphaerotheca mors-uvae (an Ribes-Arten wie der Schwarzen Johannisbeere). Dieser Schaderreger tritt weltweit in gemäßigten Anbaugebieten auf und kann bei feucht-warmer Witterung epidemische Ausmaße annehmen.

Der wirtschaftliche Schaden resultiert aus einer direkten Schädigung der photosynthetisch aktiven Blattfläche sowie dem Befall von Blüten und Früchten. Befallene Früchte von Erdbeeren, Himbeeren oder Johannisbeeren werden unbrauchbar für den Frischmarkt, was zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten führt. Zudem schwächt ein starker vorzeitiger Laubfall die Vitalität der Kulturen für das Folgejahr nachhaltig.

Typ
Pilz
EPPO-Code
1SPHRG
Wirte
7 Kulturen
Generationen
Multiple Generationen pro Saison
Verbreitung
Weltweit verbreitet in allen gemäßigten Klimazonen; verursacht im europäischen Beerenobstbau unter Glas, Folie und im Freiland jährlich erhebliche wirtschaftliche Schäden durch Qualitätsminderung.

Biologie / Lebenszyklus

Der Schaderreger überwintert als Myzel in den Knospen der Wirtspflanzen oder als widerstandsfähiges Fruchtkörperstadium (Chasmothecien) auf abgefallenem Laub und Trieben. Im Frühjahr, meist ab dem Austrieb der Kulturen, erfolgt die Primärinfektion durch Ascosporen oder austreibendes Myzel. Unter warmen (15–25 °C) und trockenen Bedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit bildet der Pilz rasch Konidien (Sommersporen), die durch Wind verbreitet werden und zu multiplen sekundären Infektionszyklen führen. Im Spätsommer und Herbst entwickeln sich auf dem dichten Myzelbelag erneut dunkle Chasmothecien, die den Winter überdauern.

Bonitur

Das Monitoring beginnt frühzeitig im Frühjahr ab dem BBCH-Stadium 10 (Austrieb/Blattentwicklung) und sollte besonders intensiv ab BBCH 55 (erste Blütenknospen sichtbar) bis BBCH 85 (Färbung der Früchte) durchgeführt werden. Wöchentliche Kontrollen von mindestens 50 zufällig ausgewählten Blättern und Triebspitzen pro Parzelle sind Standard, wobei insbesondere die Blattunterseiten auf erste weiße Myzelpunkte zu untersuchen sind. Eine feste Schadschwelle existiert im Erwerbsanbau meist nicht; aufgrund der rasanten Ausbreitung gilt bereits das erste Auftreten von Symptomen (Befallsbeginn) als Signal für gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen, insbesondere in anfälligen Sorten und unter geschütztem Anbau.

Symptome

Typisch für diesen Schaderreger ist ein weißer, mehliger, später schmutzig-grauer Myzelbelag, der sich vor allem auf den Blattunterseiten, jungen Trieben, Blütenknospen und grünen Früchten ausbreitet. Bei Erdbeeren führt der Befall oft zu einem charakteristischen löffelartigen Aufwölben der Blattränder nach oben, wobei die rötlich verfärbten Unterseiten sichtbar werden. Befallene Blüten vertrocknen häufig ohne Fruchtansatz, während infizierte Früchte klein bleiben, vorzeitig verhärten, sich weißlich verfärben und einen faden, ungenießbaren Geschmack annehmen.

Integriertes Management

Ein integriertes Management basiert primär auf kulturtechnischen Maßnahmen wie der Wahl widerstandsfähiger Sorten, einer weiten Pflanzung zur Förderung einer raschen Abtrocknung des Bestandes und einer ausgewogenen Stickstoffdüngung zur Vermeidung von mastigem Gewebe. Biologische Ansätze umfassen den Einsatz von Backpulver-Präparaten (Kaliumhydrogencarbonat), Schwefel oder nützlichen Mikroorganismen (z. B. *Bacillus amyloliquefaciens*), die präventiv appliziert werden. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten gezielt und im Wechsel verschiedener Wirkstoffklassen (z. B. SDHI, Strobilurine, Triazole) eingesetzt werden, um das hohe Risiko einer Resistenzbildung gemäß den FRAC-Richtlinien zu minimieren.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich das Infektionsrisiko von Sphaerotheca im geschützten Anbau (Folientunnel) im Vergleich zum Freiland?

Im geschützten Anbau ist das Risiko für Echten Mehltau deutlich höher. Da der Schaderreger für die Keimung der Konidien keine flüssigen Wassertropfen (Regen), sondern lediglich eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt, bieten Folientunnel durch die verminderte UV-Strahlung und die stehende, warme Luft ideale Bedingungen für eine explosionsartige Ausbreitung.

Welche Rolle spielen Stickstoffdünger bei der Anfälligkeit der Kulturen gegenüber diesem Schaderreger?

Eine übermäßige Stickstoffdüngung führt zu einem schnellen, weichen und mastigen Gewebewachstum der Kulturen. Diese weichen Zellwände können von den Haustorien des Pilzes wesentlich leichter penetriert werden, was die Infektionsrate und die Ausbreitungsgeschwindigkeit im Bestand massiv erhöht.

Wie kann ich im Pflanzenschutz-Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen diesen Pilz suchen?

Filtern Sie im Hub nach Ihrer spezifischen Kultur (z. B. Erdbeere oder Himbeere) und wählen Sie als Schaderreger "Echter Mehltau" oder die Gattung Sphaerotheca aus. Achten Sie bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel auf die zugelassenen BBCH-Stadien, die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison und die einzuhaltende Wartezeit (PHI).

Warum ist Schwefel im ökologischen Anbau eine wichtige Säule, und was muss bei der Anwendung beachtet werden?

Schwefel wirkt rein kontaktaktiv und besitzt eine gute Nebenwirkung gegen Milben. Bei der Anwendung ist jedoch darauf zu achten, dass Schwefel erst ab Temperaturen von über 15 °C eine ausreichende Gasphase zur Wirkung aufbaut, während bei Temperaturen über 28 °C das Risiko von Phytotoxizität (Verbrennungen an Blättern und Früchten) stark ansteigt.

Wie lässt sich eine Resistenzbildung gegen moderne Fungizide bei der Bekämpfung von Sphaerotheca verhindern?

Da Echte Mehltaupilze ein hohes Risiko für Resistenzen aufweisen, müssen Pflanzenschutzmittel mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (FRAC-Codes) konsequent im Wechsel eingesetzt werden. Kombinieren Sie systemische Wirkstoffe stets mit Kontaktwirkstoffen (wie Schwefel oder Hydrogencarbonat) und reizen Sie die maximale Anzahl der Anwendungen pro Wirkstoffgruppe niemals voll aus.

Welchen Einfluss hat der Schnitt von Beerensträuchern im Winter auf den Befallsdruck im Folgejahr?

Ein konsequenter Rückschnitt im Winter (BBCH 00) entfernt infizierte Triebspitzen, in denen das Myzel überwintert. Durch das Auslichten der Sträucher wird zudem im Frühjahr eine bessere Durchlüftung der Kulturen gewährleistet, wodurch das Laub nach Regenfällen schneller abtrocknet und dem Schaderreger die Lebensgrundlage entzogen wird.