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OTHER · Biofa GmbH

VitiSan

BVL Zul.-Nr. 027593-00

VitiSan ist ein hochwirksames, kontaktaktiviertes Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kaliumhydrogencarbonat, das sich als Standard sowohl im ökologischen als auch im integrierten Anbau etabliert hat. Formuliert als wasserlösliches Pulver, zeichnet sich das Präparat durch eine schnelle und direkte Wirkung gegen ein breites Spektrum von Schaderregern aus, insbesondere Echte Mehltaupilze und Botrytis-Arten.

Die Zulassung erstreckt sich über eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Kulturen, darunter Beerenobst wie Erdbeeren und Himbeeren, Fruchtgemüse wie Tomaten und Gurken sowie Steinobst. Dank seiner rückstandsfreien Eigenschaften und der extrem kurzen Wartezeit von nur einem Tag bietet VitiSan maximale Flexibilität in der späten Saisonphase kurz vor und während der Ernte.

Als vielseitiger Baustein im modernen Pflanzenschutz schützt VitiSan empfindliche Kulturen sowohl im Freiland als auch unter Glas. Die hervorragende Kulturverträglichkeit und die einfache Handhabung machen es zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Erzeuger, die auf rückstandsminimierte Produktion und biologische Alternativen setzen.

Wirkstoffe

Kaliumhydrogencarbonat
989.9 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumhydrogencarbonat besitzt einen rein physikalisch-chemischen, multisite-basierten Wirkungsmechanismus (eingestuft in der FRAC-Gruppe NC). Nach dem Ausbringen führt der direkte Kontakt mit den Sporen und dem Myzel der Pilze zu einer sofortigen Störung des pH-Werts und des osmotischen Drucks auf der Pflanzenoberfläche. Dies entzieht den Pilzzellen Wasser, wodurch die Sporen und das Myzel kollabieren und rasch austrocknen. Zusätzlich blockiert die alkalische Wirkung von VitiSan die Aktivität von Enzymen, die der Schaderreger zur Penetration des Pflanzengewebes benötigt. Da dieser physikalische Effekt an der Oberfläche ansetzt, wirkt das Mittel rein protektiv und kurativ in frühen Infektionsstadien, ohne systemisch in die Kultur einzudringen.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein physikalisch-chemischen Multi-Site-Wirkungsmechanismus von Kaliumhydrogencarbonat besteht bei VitiSan kein bekanntes Risiko für eine Resistenzentwicklung der Schaderreger. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich daher hervorragend als Partner in Antiresistenzstrategien. Es kann ideal im Wechsel mit systemischen Fungiziden eingesetzt werden, um deren Wirkungsdauer zu verlängern und die Selektion resistenter Pilzstämme in den Kulturen nachhaltig zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

VitiSan ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch unbedingt auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten, da saure Mischungspartner die Wirksamkeit des Hydrogencarbonats beeinträchtigen können. Die Zugabe eines geeigneten Netzmittels wird dringend empfohlen, um die Benetzung der oft wasserabweisenden Blattoberflächen und Pilzstrukturen signifikant zu verbessern. Vor großflächiger Anwendung empfiehlt sich stets eine Verträglichkeitsprobe an der jeweiligen Kultur.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als natürlicher Wirkstoff weist Kaliumhydrogencarbonat ein äußerst günstiges ökotoxikologisches Profil auf. VitiSan ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige Nützlinge wie Raubmilben und Schlupfwespen, was den Einsatz im integrierten Anbau und unter Glas begünstigt. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen wie das Tragen von Schutzhandschuhen und ein Atemschutz gegen Staubbildung einzuhalten, um Reizungen der Schleimhäute zu vermeiden. Gewässerauflagen und Abdriftminderungsklassen sind gemäß den lokalen BVL-Vorgaben zu berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.)5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WassermeloneBotrytis cinerea51–992.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HimbeereBotrytis cinerea59–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TomateBotrytis cinerea51–892.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisBotrytis cinerea51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BrombeereEchter Mehltau (Podosphaera aphanis), Sphaerotheca10–855 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereBotrytis cinerea59–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PflaumeBotrytis cinerea67–892.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
SpargelBotrytis cinerea5 KILOGRAM_PER_HECTARE
LoganbeereBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WassermeloneBotrytis cinerea51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereBotrytis cinerea59–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
MeloneBotrytis cinerea51–992.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FeldsalatEchte Mehltaupilze12–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
JostaEchter Mehltau (Podosphaera aphanis), Sphaerotheca10–855 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Weiße JohannisbeereBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
LoganbeereEchter Mehltau (Podosphaera aphanis), Sphaerotheca10–855 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
MeloneBotrytis cinerea51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
StachelbeereBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FeldsalatEchte Mehltaupilze12–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeBotrytis cinerea51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Rote JohannisbeereEchter Mehltau (Podosphaera aphanis), Sphaerotheca10–855 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Moschus-KürbisBotrytis cinerea51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GewürzkräuterBotrytis cinerea10–495 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZucchiniBotrytis cinerea51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TeekräuterBotrytis cinerea10–495 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Schwarze JohannisbeereBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
EndivienEchte Mehltaupilze12–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
JostaBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
frische KräuterBotrytis cinerea10–495 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeBotrytis cinerea51–992.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Schwarze JohannisbeereEchter Mehltau (Podosphaera aphanis), Sphaerotheca10–855 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
KernobstGloeosporium74–872.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
SüßkirscheBotrytis cinerea67–892.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HimbeereEchter Mehltau (Podosphaera aphanis), Sphaerotheca10–855 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereEchter Mehltau (Leveillula taurica), Echter Mehltau (Podosphaera aphanis), Sphaerotheca10–855 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RiesenkürbisBotrytis cinerea51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BrombeereBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FlaschenkürbisBotrytis cinerea51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
StangenbohneBotrytis-Arten (Botrytis spp.)51–992.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BuschbohneBotrytis-Arten (Botrytis spp.)51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZucchiniBotrytis cinerea51–992.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HimbeereBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PfirsichBotrytis cinerea67–892.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
Johannisbeerartiges BeerenobstBotrytis cinerea59–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Heidelbeer-ArtenBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BrombeereBotrytis cinerea59–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
StangenbohneBotrytis-Arten (Botrytis spp.)51–992.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Echter Mehltau (Uncinula necator)10–855 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BrombeereBotrytis cinerea59–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereBotrytis cinerea67–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PatissonBotrytis cinerea51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
EndivienEchte Mehltaupilze12–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BuschbohneBotrytis-Arten (Botrytis spp.)51–995 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
KernobstSchorf (Venturia spp.)10–852.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
SpargelBotrytis cinerea5 KILOGRAM_PER_HECTARE
AubergineBotrytis cinerea51–892.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HimbeereBotrytis cinerea59–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)12–853 KILOGRAM_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit VitiSan gegen Echten Mehltau?

Die Behandlung sollte idealerweise vorbeugend bei Infektionsgefahr oder spätestens bei den allerersten sichtbaren Symptomen erfolgen. Da VitiSan als Kontaktfungizid wirkt, muss die Kultur für einen optimalen Bekämpfungserfolg vollständig und tropfnass benetzt werden, um alle Schaderreger direkt zu erreichen.

Warum ist die Zugabe eines Netzmittels bei der Anwendung von VitiSan so wichtig?

Kaliumhydrogencarbonat benötigt eine gleichmäßige Verteilung auf der Pflanzenoberfläche, um seine austrocknende Wirkung voll zu entfalten. Da viele Kulturen und auch die Pilzmyzelien wasserabweisende Schichten besitzen, sorgt ein geeignetes Netzmittel für ein optimales Spreitungsverhalten der Spritzbrühe und verhindert die Tropfenbildung.

Kann VitiSan auch bei feuchtem Wetter oder kurz vor Regen appliziert werden?

Nein, der Wirkstoff ist extrem wasserlöslich und nicht regenfest. Nach einem Niederschlag wird der Belag abgewaschen und verliert seine Schutzwirkung. Die Anwendung sollte daher ausschließlich auf trockene Bestände erfolgen, wenn in den darauffolgenden Stunden kein Regen zu erwarten ist, damit das Mittel vollständig antrocknen kann.

Wie verhält sich VitiSan bezüglich der Wartezeit bei spätreifenden Kulturen wie Erdbeeren oder Tomaten?

Mit einer gesetzlichen Wartezeit von nur einem Tag bietet VitiSan maximale Flexibilität im Erntemanagement. Es kann problemlos direkt in der Erntephase eingesetzt werden, um späte Infektionen durch Botrytis oder Mehltau zu stoppen, ohne dass Ernteunterbrechungen oder Rückstandsüberschreitungen befürchtet werden müssen.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Wassertemperatur oder der Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe?

Das Wasser sollte nicht extrem kalt sein, um eine schnelle und klumpenfreie Auflösung des Pulvers zu gewährleisten. Zudem sollte der pH-Wert des verwendeten Wassers idealerweise im neutralen bis leicht alkalischen Bereich liegen; stark saure Wässer können das Hydrogencarbonat vorzeitig neutralisieren und die fungizide Wirkung mindern.

Wie lässt sich VitiSan in ein integriertes Spritzprogramm mit Schwefelpräparaten integrieren?

VitiSan lässt sich hervorragend im Wechsel mit Netzschwefel einsetzen, um die Belastung der Kultur zu steuern und Verbrennungsrisiken bei hohen Temperaturen zu minimieren. Eine Kombination oder ein enger Wechsel hilft zudem, die Belagsdichte auf dem Blatt gegen Echte Mehltaupilze kontinuierlich hochzuhalten.