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OTHER · TILCO-Alginure GmbH

Alginure Ascophos

BVL Zul.-Nr. 007839-61

Alginure Ascophos von TILCO-Alginure GmbH ist ein hochwirksames, systemisch wirkendes Pflanzenschutzmittel, das primär zur Bekämpfung von Oomyceten und pilzlichen Schaderregern in einer Vielzahl von Kulturen eingesetzt wird. Als flüssig formuliertes Präparat auf Basis von Kaliumphosphonat (342 g/l) vereint es vorbeugenden Schutz mit einer ausgeprägten systemischen Verteilung in der Kultur. Es ist sowohl im integrierten Anbau als auch in spezialisierten Betriebsausrichtungen als verlässlicher Baustein etabliert.

Das breite Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Falsche Mehltaupilze (darunter Plasmopara viticola im Weinbau), Phytophthora- und Pythium-Arten sowie Schorf (Venturia spp.) im Kernobst und typische Rasenkrankheiten wie die Dollarflecken-Krankheit und Schneeschimmel. Durch seine hervorragende systemische Mobilität schützt das Mittel auch den empfindlichen Neuzuwachs der Kulturen zuverlässig von innen heraus.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
342 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen dualen, hochinnovativen Wirkungsmechanismus. Einerseits wirkt er direkt fungistatisch, indem er das Myzelwachstum und die Sporenbildung von Oomyceten und bestimmten Pilzen hemmt. Andererseits fungiert er als potenter Induktor der pflanzeneigenen Abwehrkräfte (Elizitierung). Die Kultur wird gezielt dazu angeregt, Phytoalexine und strukturstärkende Proteine zu bilden, was die natürliche Barriere gegen das Eindringen der Schaderreger massiv stärkt. Da die Wirkung stark auf dieser Aktivierung der pflanzeneigenen Immunität beruht, entfaltet Alginure Ascophos seine optimale Leistungsfähigkeit bei einer vorbeugenden (präventiven) Anwendung. Nach der Spritzung wird der Wirkstoff über Blätter und Wurzeln rasch aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal in der gesamten Kultur verteilt, sodass ein lückenloser Schutz entsteht.

Resistenzmanagement

Aufgrund des multisite-ähnlichen Charakters der induzierten Pflanzenabwehr und des spezifischen Angriffs von Kaliumphosphonat auf physiologische Prozesse der Erreger ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Schaderregern als äußerst gering einzustufen (FRAC-Gruppe P07). Dennoch sollte Alginure Ascophos im Rahmen eines vorausschauenden integrierten Pflanzenschutzkonzepts stets im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Dies sichert langfristig die Sensitivität der Zielpathogene und optimiert den Bekämpfungserfolg über die gesamte Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

Alginure Ascophos zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei Mischungen mit stark sauren Produkten sowie kupferhaltigen Präparaten ist jedoch Vorsicht geboten, da sich die Löslichkeit und Pflanzenverträglichkeit verändern kann. Es wird dringend empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine physikalische Mischprobe in einer geringen Wassermenge durchzuführen. Die Anwendung sollte in ausreichender Wassermenge erfolgen, um eine homogene Benetzung der Kultur zu gewährleisten, idealerweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Alginure Ascophos sind die standardmäßigen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz strikt einzuhalten. Das Produkt weist ein günstiges ökotoxikologisches Profil auf, schont wichtige Nützlinge und ist in der Regel als nicht bienengefährlich eingestuft. Dennoch sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen, einschließlich der einzuhaltenden Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen, genauestens zu beachten, um Einträge in Oberflächengewässer zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZucchiniFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
GurkeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–992 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–998 LITER_PER_HECTARE
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa), Schneeschimmel (Monographella nivalis)6 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)5 LITER_PER_HECTARE
GrünkohlFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE7T
BirneSchorf (Venturia spp.)51–856.8 LITER_PER_HECTARE15T
RiesenkürbisFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ChinakohlFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE7T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)12–851.5 LITER_PER_HECTARE14T
FlaschenkürbisFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
Garten-KürbisFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)5 LITER_PER_HECTARE
Garten-KürbisFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
HanfPhytophthora12–394 LITER_PER_HECTARE10T
Spinat und verwandte ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
FeldsalatFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
PatissonFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
Salat-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE7T
HanfFusarium-Arten12–394 LITER_PER_HECTARE10T
RiesenkürbisFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
RettichFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE14T
ZucchiniEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
RadieschenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE14T
RiesenkürbisEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
FutterrübeCercospora beticola39–494 LITER_PER_HECTARE28T
RettichFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten8 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–484 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–9916 LITER_PER_HECTARE
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten4 LITER_PER_HECTARE
Moschus-KürbisFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
FlaschenkürbisFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ErbseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–9916 LITER_PER_HECTARE
ZucchiniFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
KohlrübeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
ApfelSchorf (Venturia spp.)51–856.8 LITER_PER_HECTARE15T
SpinatFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE7T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
FlaschenkürbisEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
PatissonFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten91–974 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–998 LITER_PER_HECTARE
GurkeEchte Mehltaupilze14–992 LITER_PER_HECTARE3T
GurkeFusarium-Arten14–992 LITER_PER_HECTARE3T
Moschus-KürbisFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–974 LITER_PER_HECTARE
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten91–974 LITER_PER_HECTARE
HanfEchte Mehltaupilze12–394 LITER_PER_HECTARE10T
SalateFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE7T
HanfSeptoria-Arten (Septoria spp.)12–394 LITER_PER_HECTARE10T
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten8 LITER_PER_HECTARE
PatissonEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
HanfFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–394 LITER_PER_HECTARE10T
frische KräuterFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–494 LITER_PER_HECTARE7T
BlattkohleFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
KnoblauchFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–484 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–9916 LITER_PER_HECTARE
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa), Schneeschimmel (Monographella nivalis)6 LITER_PER_HECTARE
QuitteSchorf (Venturia spp.)51–856.8 LITER_PER_HECTARE15T
BlumenkohleFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE7T
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
Salat-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–998 LITER_PER_HECTARE
RadieschenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)12–681.5 LITER_PER_HECTARE14T
Moschus-KürbisEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
Rucola-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ZwiebelgemüseFalscher Mehltau (Peronospora destructor)15–474 LITER_PER_HECTARE7T
StielmusFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
SchalotteFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–484 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–974 LITER_PER_HECTARE
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa), Schneeschimmel (Monographella nivalis)6 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Alginure Ascophos?

Da die Wirkung maßgeblich auf der Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte beruht, muss die Anwendung unbedingt vorbeugend (präventiv) vor dem ersten Infektionsdruck erfolgen. Sobald die Kulturen ausreichend Blattmasse zur Wirkstoffaufnahme gebildet haben (ab BBCH-Stadium 11), kann mit den Behandlungen im Rahmen der registrierten Indikationen begonnen werden.

Wie verhält sich Alginure Ascophos bei starkem Neuzuwachs der Kultur?

Dank der voll-systemischen Eigenschaften des Wirkstoffs Kaliumphosphonat wird das Mittel nach der Aufnahme sowohl nach oben (akropetal) als auch nach unten (basipetal) transportiert. Dadurch wird auch neu zuwachsendes Gewebe, das zum Zeitpunkt der Spritzung noch gar nicht vorhanden war, effektiv vor Infektionen geschützt.

Kann Alginure Ascophos mit Kupferpräparaten gemischt werden?

Bei Tankmischungen mit Kupfer ist Vorsicht geboten. Kaliumphosphonat kann die Aufnahme von Kupferionen in die Pflanze beschleunigen, was unter ungünstigen Witterungsbedingungen (wie hoher Feuchtigkeit) zu Phytotoxizität (Blattschäden) führen kann. Führen Sie stets eine Verträglichkeitsprüfung durch oder halten Sie Rücksprache mit der Fachberatung.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?

Kaliumphosphonat ist in wässriger Lösung relativ stabil. Dennoch sollte das Spritzwasser einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert (ca. 5,5 bis 6,5) aufweisen, um die optimale Aufnahme über die Kutikula der Blätter zu gewährleisten und Ausfällungen bei eventuellen Mischungspartnern zu verhindern.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Falsche Mehltaupilze?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur und filtern Sie in der Kategorie „Schaderreger“ nach „Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)“. Das System listet Ihnen alle aktuell in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen auf.

Warum variiert die Wartezeit (PHI) bei diesem Produkt so stark zwischen 3 und 28 Tagen?

Die Wartezeit ist streng kultur- und anwendungsspezifisch geregelt. In schnell wachsenden Gemüsekulturen oder bei späten Anwendungen im Weinbau gelten andere gesetzliche Vorgaben als im Obstbau oder bei Zierpflanzen. Die genauen Wartezeiten für Ihre spezifische Kultur entnehmen Sie bitte der detaillierten Zulassungstabelle auf dieser Seite.