CeraVita Azoxy
CeraVita Azoxy ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung einer Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilung und Haftung auf der Blattoberfläche aus. Es ist in Deutschland unter der BVL-Zulassungsnummer 007180-62 registriert und bietet Landwirten eine flexible Lösung für den integrierten Pflanzenschutz.
Das Wirkungsspektrum erstreckt sich über ein breites Spektrum von Schaderregern aus den Klassen der Ascomyceten, Basidiomyceten, Deuteromyceten und Oomyceten. Zu den Hauptzielorganismen gehören unter anderem Rostpilze (wie Gelbrost und Haferkronenrost), Echter und Falscher Mehltau sowie wichtige Blatt- und Fruchtfäulen wie Alternaria-Arten (Kohlschwärze, Möhrenschwärze) und Sclerotinia sclerotiorum. Dank dieser Vielseitigkeit kann das Produkt in zahlreichen Kulturen wie Getreide, Raps, Gemüse und Leguminosen eingesetzt werden.
Durch seine ausgeprägten systemischen und translaminaren Eigenschaften schützt CeraVita Azoxy die behandelten Kulturen sowohl vorbeugend als auch in frühen Infektionsstadien. Die Anwendung kann flexibel über einen weiten Entwicklungszeitraum vom BBCH-Stadium 14 bis hin zum BBCH-Stadium 89 erfolgen, um die Ertragsleistung und die Qualität des Ernteguts nachhaltig zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in CeraVita Azoxy enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, QoI-Fungizide). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Azoxystrobin blockiert den Elektronentransport am Qo-Zentrum des Cytochrom-bc1-Komplexes, wodurch die ATP-Synthese der Schaderreger unterbrochen wird und der Energiestoffwechsel zum Erliegen kommt. Diese Blockade verhindert effektiv die Sporenkeimung, das Myzelwachstum sowie die Bildung und Freisetzung von Zoosporen. Da die Wirkung primär präventiv ansetzt, ist eine Applikation vor dem eigentlichen Infektionsgeschehen oder unmittelbar bei den allerersten Symptomen entscheidend, um den maximalen Bekämpfungsgrad zu erzielen.
Resistenzmanagement
Aufgrund des spezifischen Ein-Ort-Wirkungsmechanismus (Single-Site) von QoI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 11) besteht bei Schaderregern ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen. Ein konsequentes Antiresistenzmanagement ist daher unerlässlich. Die Anzahl der Anwendungen von CeraVita Azoxy pro Kultur und Saison muss strikt gemäß den BVL-Vorgaben begrenzt werden. Zudem sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen (wie z. B. Triazolen oder SDHIs) eingesetzt oder in Tankmischungen mit geeigneten Kombinationspartnern ausgebracht werden.
Mischbarkeit & Tankmischung
CeraVita Azoxy weist eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern auf. Vor der großflächigen Anwendung einer neuen Tankmischung wird jedoch dringend empfohlen, eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß (Kübeltest) durchzuführen. Bei der Herstellung der Spritzbrühe sollte der Tank mindestens zur Hälfte mit Wasser gefüllt sein, bevor das Produkt unter ständigem Rühren hinzugegeben wird. Von Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder bestimmten silikonhaltigen Netzmitteln unter extremen Witterungsbedingungen ist abzusehen, um das Risiko von Blattschäden (Phytotoxizität) zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CeraVita Azoxy sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (wie Schutzanzug und Nitrilhandschuhe) bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation. Da der Wirkstoff Azoxystrobin als giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung eingestuft ist, müssen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen exakt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter kontakt mit aktiv fliegenden Bestäubern vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Brokkoli | Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Blumenkohl | Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Endivien | Falscher Mehltau (Bremia lactucae), Rhizoctonia solani | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae), Rhizoctonia solani | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Futtererbse | Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi) | 51–75 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Raps | Sclerotinia sclerotiorum | 60–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Roggen | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Grünkohl | Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Radicchio | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Möhre | Echter Mehltau (Erysiphe heraclei), Möhrenschwärze (Alternaria dauci) | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Hafer | Haferkronenrost (Puccinia coronata) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knoblauch | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 14–48 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Weizen | Blatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rotkohl | Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Stangenbohne | Falscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi) | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Buschbohne | Falscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi) | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Ackerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae) | 60–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Erdbeere | Echter Mehltau (Sphaerotheca macularis), Colletotrichum | 55–89 | 1 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Lupine-Arten | Rostpilze | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kartoffel | Rhizoctonia solani, Colletotrichum coccodes | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 60–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 31–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weißkohl | Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Speisezwiebel | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 14–48 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Porree | Porreerost (Puccinia porri), Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri) | 16–48 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Kartoffel | Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 51–85 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Weizen | Cladosporium-Arten, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 31–71 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Braunrost (Puccinia recondita) | 31–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Staudenkohl | Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Radicchio | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Dicke Bohne | Ackerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae) | 17–72 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Schalotte | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 14–48 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Triticale | Braunrost (Puccinia recondita) | 31–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Endivien | Falscher Mehltau (Bremia lactucae), Rhizoctonia solani | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae), Rhizoctonia solani | 14–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Rosenkohl | Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae | 16–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Hafer | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 31–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Echter Mehltau (Sphaerotheca macularis), Colletotrichum | 55–89 | 1 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 31–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Spargelrost (Puccinia asparagi), Laubkrankheit (Stemphylium botryosum) | 41–89 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit CeraVita Azoxy?
Der optimale Zeitpunkt liegt präventiv vor dem ersten sichtbaren Befall oder unmittelbar bei den ersten Infektionsanzeichen. Da Azoxystrobin vor allem die Sporenkeimung hemmt, erzielt eine vorbeugende Anwendung im zulässigen BBCH-Bereich (BBCH 14 bis 89) die höchste biologische Wirkung.
Wie wirkt sich die systemische Eigenschaft von CeraVita Azoxy auf den Neuzuwachs aus?
Azoxystrobin besitzt translaminare und lokal-systemische Eigenschaften. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff in das Blattgewebe ein und verteilt sich gleichmäßig in der Pflanze. Dies schützt auch Pflanzenteile, die nicht direkt vom Spritzstrahl getroffen wurden, sowie den nach der Behandlung entstehenden Neuzuwachs über einen gewissen Zeitraum.
Welche Rolle spielt CeraVita Azoxy im Antiresistenzmanagement?
Da Azoxystrobin zur FRAC-Gruppe 11 (QoI-Inhibitoren) gehört, besteht ein inhärentes Risiko für Resistenzbildungen bei Schaderregern. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte das Mittel im Wechsel mit Wirkstoffen anderer Wirkungsklassen (z. B. Triazolen oder SDHI) eingesetzt und die maximale Anzahl an Anwendungen pro Kultur und Saison strikt eingehalten werden.
Kann CeraVita Azoxy bei extremen Temperaturen ausgebracht werden?
Es wird empfohlen, die Anwendung bei milden Temperaturen (unter 25 °C) und hoher Luftfeuchtigkeit durchzuführen, idealerweise in den Morgen- oder Abendstunden. Extreme Hitze und intensive Sonneneinstrahlung können zu einer schnellen Verdunstung der Spritzbrühe führen und das Risiko von phytotoxischen Reaktionen auf den Blättern erhöhen.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?
Nutzen Sie die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Raps oder Möhre) und dem spezifischen Schaderreger (z. B. Alternaria oder Falscher Mehltau) filtern, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.
Ist CeraVita Azoxy bienengefährlich?
Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft. Dennoch sollte im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes der direkte Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden, um jegliche Risiken zu minimieren.