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Pilz

Septoria nodorum

Parastagonospora nodorum
LEPTNO

Parastagonospora nodorum (EPPO-Code: LEPTNO), in der landwirtschaftlichen Praxis oft noch unter dem älteren Namen Septoria nodorum oder Stagonospora nodorum bekannt, ist ein wirtschaftlich bedeutender pilzlicher Schaderreger im Getreidebau. Der Pilz verursacht sowohl die Stagonospora-Blattbräune als auch die gefürchtete Spelzenbräune. Hauptsächlich betroffen sind Weizenkulturen (Winter- und Sommerweizen), jedoch tritt der Erreger auch an Roggen, Dinkel und Triticale auf. Die Krankheit ist weltweit in feucht-gemäßigten Anbauregionen verbreitet und kann bei epidemischem Auftreten erhebliche Ertragseinbußen verursachen.

Ein starker Befall beeinträchtigt die Photosyntheseleistung der oberen Blattetagen und führt durch den Befall der Ähren zu einer gestörten Kornfüllung. Dies resultiert in einer verminderten Tausendkornmasse (TKM) sowie einem erhöhten Anteil an Schmachtkorn, was die Backqualität und den Marktwert des Ernteguts drastisch reduziert. In Jahren mit feucht-warmer Witterung während des Ährenschiebens gehört dieser Schaderreger zu den ertragslimitierenden Faktoren im intensiven Getreideanbau.

Typ
Pilz
EPPO-Code
LEPTNO
Wirte
10 Kulturen
Generationen
Mehrere überlappende Generationen pro Saison
Verbreitung
Der Schaderreger ist weltweit in feucht-gemäßigten Getreideanbauregionen verbreitet, wobei insbesondere in Nord-, West- und Mitteleuropa bei feuchter Witterung zur Blüte regelmäßige Ertragsverluste von bis zu 30 % auftreten können.
Erstbeschreibung
Berk., 1845

Biologie / Lebenszyklus

Der Pilz überwintert als Myzel oder in Form von Fruchtkörpern (Pyknidien und Pseudothezien) auf infizierten Ernterückständen, Ausfallgetreide oder im Saatgut. Im Frühjahr werden bei feucht-warmer Witterung Ascosporen durch den Wind und Konidien durch Regenspritzer verbreitet, die die unteren Blätter der Kulturen infizieren. Bei anhaltenden Niederschlägen kommt es durch die kontinuierliche Bildung neuer Konidien in den Pyknidien zu einer schrittweisen Aufwärtsinfektion von Blattstufe zu Blattstufe. Während des Ährenschiebens und der Blüte (ab BBCH 51 bis BBCH 69) erreicht der Schaderreger schließlich die Ähren, infiziert die Spelzen und dringt in das reifende Korn ein, womit der Lebenszyklus geschlossen wird.

Bonitur

Das Monitoring im Feld startet mit dem Beginn des Schossens (BBCH 30–32) und läuft intensiv bis zum Ende der Blüte (BBCH 69). Kontrolliert werden vor allem die oberen drei Blattetagen sowie ab BBCH 51 die Ähren auf erste nekrotische Flecken. Da die visuelle Diagnose im Anfangsstadium schwierig ist, sollten computergestützte Prognosemodelle (z. B. ISIP) einbezogen werden, welche die Niederschlagsmengen und die Dauer der Blattnässe auswerten. Eine gezielte Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln wird eingeleitet, wenn die kritische Bekämpfungsrichtschwelle (häufig definiert als Erstbefall auf den ertragsrelevanten oberen Blättern bei prognostizierter feuchter Witterung vor dem Ährenschieben) überschritten ist.

Symptome

Auf den Blättern zeigen sich zunächst kleine, linsenförmige, gelbbraune bis graubraune Flecken, die sich rasch vergrößern, ineinanderfließen und von einem gelblichen (chlorotischen) Hof umgeben sind. Im Zentrum älterer Nekrosen bilden sich winzige, hellbraune bis schwarze Fruchtkörper (Pyknidien), die oft nur mit einer Lupe erkennbar sind. An den Ähren äußert sich die Spelzenbräune ab BBCH 51 durch unregelmäßige, violett-braune bis dunkelbraune Verfärbungen, die meist an den Spitzen oder Rändern der Spelzen beginnen und sich nach unten ausdehnen. Bei starkem Befall verkümmern die Körner in den betroffenen Ährchen.

Integriertes Management

Die integrierte Bekämpfung setzt auf eine Kombination aus kulturtechnischen und chemischen Maßnahmen. Eine weite Fruchtfolge mit einem reduzierten Anteil an anfälligen Vorfrüchten sowie eine sorgfältige, wendende Bodenbearbeitung zur Einarbeitung von Stoppelresten senken das Ausgangsinokulum im Feld entscheidend. Die Wahl widerstandsfähiger Sorten ist die wirtschaftlichste Vorsorgemaßnahme. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Fungiziden) müssen die Behandlungen präventiv auf Basis von Prognosemodellen durchgeführt werden. Zur Vermeidung von Resistenzen ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement gemäß den FRAC-Richtlinien einzuhalten, indem Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen kombiniert und die maximalen Aufwandmengen sowie Anwendungshäufigkeiten strikt beachtet werden.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Schadbild von Parastagonospora nodorum im Feld von der Septoria-Blattdürre (Zymoseptoria tritici) abgrenzen?

Im Gegensatz zu Zymoseptoria tritici, die streng an den Blattadern begrenzte, langgestreckte Läsionen mit auffälligen, schwarzen Pyknidien bildet, sind die Flecken von P. nodorum eher linsenförmig, unregelmäßig und fließen oft großflächig zusammen. Zudem sind die Pyknidien von P. nodorum deutlich kleiner, honiggelb bis hellbraun gefärbt und im Feld ohne Lupe kaum zu erkennen.

Welchen Einfluss hat die Stickstoffdüngung auf das Infektionsrisiko in der Kultur?

Eine überzogene oder sehr späte Stickstoffdüngung führt zu einer üppigen Bestandesdichte und weicherem Gewebe. Das dadurch entstehende feuchte Mikroklima im Pflanzenbestand verlängert die Blattnässedauer, was die Keimung der Sporen und die Aufwärtsinfektion von den unteren Blättern bis zur Ähre massiv beschleunigt.

Kann der Schaderreger über das Saatgut übertragen werden und welche Gegenmaßnahmen gibt es?

Ja, der Pilz ist samenübertragbar und kann zu Keimlingsbefall und schlechtem Feldaufgang führen. Die effektivsten Gegenmaßnahmen sind die Verwendung von zertifiziertem, gesundem Saatgut sowie eine gezielte Saatgutbeizung mit dafür zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, um den Primärbefall im Herbst zu unterbinden.

Warum ist der optimale Behandlungszeitpunkt bei diesem Schaderreger so kritisch?

Da der Pilz ab dem Ährenschieben (BBCH 51) direkt die Spelzen infiziert und dort irreversible Schäden anrichtet, müssen Fungizidbehandlungen präventiv vor oder spätestens zu Beginn der Infektionsphase erfolgen. Sobald die typischen braun-violetten Symptome an den Ähren visuell sichtbar sind, ist der therapeutische Effekt von Pflanzenschutzmitteln weitgehend wirkungslos.

Wie sieht eine nachhaltige Antiresistenzstrategie bei der chemischen Regulierung aus?

Um der Selektion resistenter Pilzstämme vorzubeugen, sollten Wirkstoffe aus unterschiedlichen FRAC-Klassen (z. B. Triazole und SDHI) kombiniert oder im Wechsel eingesetzt werden. Zudem empfiehlt sich bei hohem Befallsdruck der Zusatz von Kontaktwirkstoffen mit Multisite-Aktivität (wie Folpet, sofern in der Kultur zugelassen), um die systemischen Wirkstoffklassen zu schützen.