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Kultur

Hühnerhirse

Echinochloa crus-galli
ECHCG

Die Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli, EPPO-Code: ECHCG) ist eines der weltweit bedeutendsten und schadwirksamsten einjährigen einkeimblättrigen Unkräuter im Ackerbau. Als wärmeliebendes C4-Gras tritt dieser Schaderreger besonders stark in spät säenden, weitreihenständigen Kulturen wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben auf. Durch ihre enorme Konkurrenzkraft um Licht, Wasser und Nährstoffe kann sie erhebliche Ertragsverluste verursachen, wenn sie nicht rechtzeitig reguliert wird.

Ursprünglich aus Eurasien stammend, hat sich das Gras global verbreitet und besiedelt bevorzugt nährstoffreiche, feuchte Lehm- und Sandböden. Die Pflanze zeichnet sich durch eine hohe morphologische Plastizität aus und kann unter günstigen Bedingungen dichte Bestände bilden, die die spätere Ernte der Kulturen massiv erschweren und das Mikroklima im Bestand negativ beeinflussen.

Typ
Kultur
EPPO-Code
ECHCG
Wirte
10 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Saison (mehrere Keimwellen)
Verbreitung
Weltweit in warm-gemäßigten bis tropischen Klimazonen verbreitet; in Mitteleuropa ist sie das dominierende Schadgras im Mais- und Rübenanbau mit erheblichem wirtschaftlichem Schadpotenzial.

Biologie / Lebenszyklus

Die Keimung von Echinochloa crus-galli beginnt im Frühjahr, sobald die Bodentemperaturen dauerhaft über 10 bis 12 °C steigen, und zieht sich in mehreren Wellen bis in den Spätsommer hinein. Nach dem schnellen Auflaufen entwickelt das Gras rasch kräftige Bestockungstriebe und flach ausgebreitete Halme. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis Oktober, wobei eine einzige Pflanze bis zu 40.000 langlebige Samen produzieren kann, die im Boden über viele Jahre hinweg keimfähig bleiben. Mit den ersten Herbstfrösten stirbt die einjährige Pflanze ab, während die Samen im Boden überwintern.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte im Frühjahr direkt nach dem Auflaufen der Kulturen beginnen, insbesondere ab dem BBCH-Stadium 10 bis 12 von Mais oder Zuckerrüben. Da die Hühnerhirse im frühen Keimblattstadium leicht mit anderen Gräsern verwechselt werden kann, ist auf das Fehlen des Blatthäutchens (Ligula) und der Blattöhrchen zu achten. Eine Bekämpfungsschwelle von etwa 2 bis 4 Pflanzen pro Quadratmeter gilt in weitreihenständigen Kulturen als Richtwert, wobei aufgrund der extremen Konkurrenzkraft und der Gefahr der Samenbildung oft eine toleranzfreie Regulierung angestrebt wird.

Integriertes Management

Die integrierte Regulierung der Hühnerhirse basiert auf einer Kombination aus pflanzenbaulichen, mechanischen und chemischen Maßnahmen. Eine weite Fruchtfolge mit einem hohen Anteil an Wintergetreide unterdrückt den Schaderreger durch die frühe Beschattung im Frühjahr. Mechanische Maßnahmen wie das Striegeln im sehr frühen Keimfadenstadium oder das Hacken zwischen den Reihen zeigen in weitreihenständigen Kulturen gute Erfolge. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist ein konsequentes Resistenzmanagement nach den HRAC-Richtlinien unerlässlich. Um der Entstehung von Resistenzen (insbesondere gegen ALS-Hemmer und ACCase-Hemmer) vorzubeugen, müssen Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen abgewechselt oder kombiniert werden, idealerweise ergänzt durch Bodenherbizide im Vorauflauf.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidest du Hühnerhirse im frühen Stadium sicher von anderen Schadgräsern?

Achte beim Feldrundgang genau auf den Blattgrund der jungen Pflanzen: Die Hühnerhirse besitzt weder ein Blatthäutchen (Ligula) noch Blattöhrchen. Zudem ist der Stängelgrund meist flach zusammengedrückt und rötlich-violett gefärbt, was sie im frühen BBCH-Stadium von Quecke oder Windhalm unterscheidet.

Warum versagen Bodenherbizide manchmal bei der Regulierung dieses Schaderregers?

Bodenherbizide benötigen für eine optimale Wirkung ausreichend Bodenfeuchtigkeit. Wenn du die Anwendung in einer Trockenperiode durchführst, kann sich der Wirkstofffilm nicht richtig im Boden verteilen, wodurch die tiefkeimenden Samen der Hühnerhirse den Herbizidhorizont ungehindert durchwachsen.

Welche Rolle spielt die Saattiefe der Kultur bei der mechanischen Regulierung?

Eine tiefere und gleichmäßige Saat der Kultur (z. B. bei Mais) ermöglicht dir den gezielten Einsatz von Blindstriegeln vor dem Auflaufen. Da Hühnerhirsesamen meist aus den obersten 0 bis 5 cm des Bodens keimen, kannst du die fadenförmigen Unkrautkeimlinge mechanisch verschütten oder freilegen, ohne die Kultur zu gefährden.

Wie kannst du im Pflanzenschutz-Hub gezielt nach zugelassenen Mitteln gegen Hühnerhirse suchen?

Nutze im Hub die Filtersuche und gib den EPPO-Code 'ECHCG' oder den deutschen Namen 'Hühnerhirse' ein. Filtere anschließend nach deiner spezifischen Kultur und dem gewünschten Anwendungszeitraum (Vor- oder Nachauflauf), um die aktuell beim BVL registrierten Pflanzenschutzmittel mit ihren spezifischen Auflagen und Aufwandmengen anzuzeigen.

Wie verhinderst du eine HRAC-Resistenzentwicklung bei wiederholtem Hirseauftreten?

Vermeide es, Jahr für Jahr ausschließlich auf ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) zu setzen. Integriere Wirkstoffe aus anderen Klassen, wie beispielsweise Vorauflauf-Bodenherbizide (z. B. HRAC-Gruppe 15) oder Blattherbizide aus der HRAC-Gruppe 27 (Triketone), und kombiniere chemische Behandlungen konsequent mit mechanischer Zwischenreihenpflege.

Warum ist die Spätverunkrautung mit Hühnerhirse besonders kritisch für die Erntetechnik?

Hühnerhirse wächst bei spätem Lichteinfall extrem üppig und bildet zähe, faserige Stängel. Wenn du Kartoffeln oder Zuckerrüben erntest, können diese massiven Grasbüschel die Siebketten und Rodeaggregate der Erntemaschinen verstopfen, was zu erheblichem Zeitverlust und mechanischem Verschleiß führt.