COMPO Bio Mehltau-frei Thiovit Jet
COMPO Bio Mehltau-frei Thiovit Jet ist ein bewährtes, vielseitig einsetzbares Pflanzenschutzmittel auf Basis von elementarem Schwefel (800 g/kg). Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Löslichkeit und eine gleichmäßige Verteilung auf der Kultur aus. Es ist im professionellen Anbau sowie im ökologischen Landbau fest etabliert und bietet eine zuverlässige Wirkung sowohl als Fungizid als auch mit nützlichen Nebenwirkungen als Akarizid.
Das Wirkungsspektrum umfasst primär Echte Mehltaupilze in einer Vielzahl von Kulturen wie Weinreben, Kernobst, Getreide, Gurken und Hopfen. Darüber hinaus erstreckt sich die Zulassung auf Schorf an Kernobst sowie auf spezifische Gallmilben wie die Rebenpockenmilbe und die Rebstock-Kräuselmilbe. Durch seine physikalischen Eigenschaften bildet das Produkt nach der Anwendung einen schützenden Belag auf den Pflanzenteilen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Schwefel ist in die FRAC-Gruppe M02 (Multi-Site-Inhibitoren) eingestuft. Die Wirkung beruht auf der Aufnahme von Schwefeldampf durch die Sporen und das Myzel der Schaderreger. In den Pilzzellen greift Schwefel an mehreren Stellen gleichzeitig in den Stoffwechsel ein: Er fungiert als Elektronenakzeptor in der Atmungskette, stört die Zellatmung und blockiert lebenswichtige Enzymreaktionen sowie die Proteinsynthese. Zusätzlich besitzt Schwefel eine ausgeprägte Dampfphase (Gaswirkung). Bei steigenden Temperaturen verdampft der aufgetragene Schwefelbelag leicht und erreicht so auch schwer zugängliche Stellen innerhalb des Laubwerks oder der Knospen. Diese physikalische Eigenschaft erklärt auch die akarizide Nebenwirkung gegen Kräusel- und Pockenmilben, da der Schwefeldampf direkt auf die Schädlinge wirkt.
Resistenzmanagement
Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M02) besteht bei der Anwendung von COMPO Bio Mehltau-frei Thiovit Jet praktisch kein Risiko für eine Resistenzentwicklung bei den Zielorganismen. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich daher hervorragend als Baustein in Antiresistenzstrategien. Durch den regelmäßigen Wechsel oder die Kombination mit systemischen Fungiziden anderer Wirkstoffklassen kannst du die Wirksamkeit gefährdeter Wirkstoffe langfristig sichern und das Auftreten resistenter Stämme wirksam verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Das Produkt ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine Mischprobe durchführen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder mineralischen Ölen, da dies zu phytotoxischen Reaktionen an den Kulturen führen kann. Für eine optimale Benetzung ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Applikation zu achten; der Zusatz von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimiert ist.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da Schwefel bei sehr hohen Temperaturen phytotoxisch wirken kann, sollte die Anwendung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern empfiehlt es sich, Behandlungen nicht direkt in blühende Bestände oder an Orten durchzuführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Achte zudem darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Echter Mehltau (Uncinula necator) | — | 360 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER | 56T |
| Stachelbeere | Amerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae) | — | 500 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER | 7T |
| Zierpflanzen | Echte Mehltaupilze | — | 250 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER | — |
| Wurzel- und Knollengemüse | Echte Mehltaupilze | — | 150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER | 7T |
| Gurke | Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | — | 150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER | 1T |
| Erbse | Echter Mehltau (Erysiphe pisi) | — | 150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER | 7T |
| Erbse | Echter Mehltau (Erysiphe pisi) | — | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Gewürzkräuter | pilzliche Doldenerkrankungen | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Echte Mehltaupilze | — | 3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Gewürzkräuter | Echte Mehltaupilze | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Arzneipflanzen | pilzliche Doldenerkrankungen | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Teekräuter | pilzliche Doldenerkrankungen | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Schorf (Venturia spp.) | — | 3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Arzneipflanzen | Echte Mehltaupilze | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | — | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Weinrebe | Echter Mehltau (Uncinula necator) | — | 3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Hopfen | Echter Mehltau (Sphaerotheca macularis) | 31–97 | 5.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 8T |
| Eiche | Echter Mehltau (Microsphaera alphitoides) | — | 1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Stachelbeere | Amerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae) | — | 5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Echte Mehltaupilze | — | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Zierpflanzen | Echte Mehltaupilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Weinrebe | Rebenpockenmilbe (Eriophyes vitis), Rebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis) | 9–61 | 3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Teekräuter | Echte Mehltaupilze | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung von COMPO Bio Mehltau-frei Thiovit Jet?
Die Wirkung von Schwefel basiert maßgeblich auf seiner Dampfphase, die erst ab Temperaturen von etwa 12 bis 15 °C voll aktiv wird. Bei kühlerem Wetter ist die Wirkung verzögert. Vermeide jedoch Anwendungen bei extremer Hitze (über 28 °C) und praller Sonne, da dies zu Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern und Früchten deiner Kulturen führen kann.
Ist das Produkt für den ökologischen Landbau zugelassen?
Ja, der Wirkstoff Schwefel ist für den Einsatz im ökologischen Landbau gemäß der EU-Öko-Verordnung zugelassen. Du kannst COMPO Bio Mehltau-frei Thiovit Jet daher problemlos in biologisch bewirtschafteten Betrieben zur Schaderregerbekämpfung integrieren, sofern du die länderspezifischen Verbandsrichtlinien beachtest.
Wie verhält sich das Mittel bei Niederschlägen nach der Spritzung?
COMPO Bio Mehltau-frei Thiovit Jet verfügt über eine gute Regenbeständigkeit, sobald der Spritzbelag auf den Blättern vollständig angetrocknet ist. Bei anhaltenden oder sehr starken Regenfällen (über 20 mm) kann der Belag jedoch abgewaschen werden. In solchen Fällen solltest du die Behandlung nach dem Abtrocknen der Kultur wiederholen, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
Kann ich das Produkt auch zur Bekämpfung von Milben im Weinbau nutzen?
Ja, das Produkt besitzt eine offizielle Zulassung gegen die Rebenpockenmilbe und die Rebstock-Kräuselmilbe im Weinbau. Die beste Wirkung erzielst du bei einer frühen Anwendung im Frühjahr zum Austrieb (ab BBCH 09), da die Milben zu diesem Zeitpunkt aus ihren Winterquartieren wandern und direkt vom Schwefelbelag erfasst werden.
Wie flexibel ist die Wartezeit bis zur Ernte bei diesem Produkt?
Die Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur und Verwendungszweck stark und liegt zwischen 1 und 56 Tagen. Bei schnell wachsenden Gemüsekulturen wie Gurken ist die Wartezeit oft sehr kurz, während sie bei Getreide oder Obst aufgrund der späten Entwicklungsstadien länger ausfällt. Prüfe vor der Ernte immer die spezifischen Vorgaben für deine Kultur.
Warum ist Schwefel ein so wichtiger Baustein im Resistenzmanagement?
Da Schwefel als Multi-Site-Fungizid an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Pilzzellen ansetzt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Schaderreger eine Resistenz entwickeln, äußerst gering. Wenn du Schwefel regelmäßig im Wechsel mit organischen, systemischen Fungiziden einsetzt, schützt du diese vor Wirkungsverlusten und sicherst deinen Kulturen einen dauerhaften Schutz.