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OTHER · Syngenta Agro GmbH

ELATUS ERA

BVL Zul.-Nr. 008406-00

ELATUS ERA ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel von Syngenta, das speziell für den Schutz von Getreide und verschiedenen Leguminosen entwickelt wurde. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, vereint es zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern effektiv zu kontrollieren. Das Produkt hat sich als Standardlösung im modernen Ackerbau etabliert, um Ertrag und Qualität abzusichern.

Die Stärke des Präparats liegt in seiner Vielseitigkeit. Es schützt Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale ebenso zuverlässig wie Erbsen, Ackerbohnen und Kichererbsen. Zu den Hauptzielorganismen gehören hartnäckige Pilze wie Septoria-Arten, Rostpilze, Netzflecken sowie Ascochyta-Blattflecken, die ohne adäquate Behandlung zu massiven Ertragsverlusten führen können.

Durch die hervorragende Verteilung auf und in der Kultur bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl einen schnellen Schutz als auch eine langanhaltende Depotwirkung. Dies macht es zu einem flexiblen Werkzeug im integrierten Pflanzenschutz, das sich optimal in bestehende Spritzfolgen integrieren lässt.

Wirkstoffe

Benzovindiflupyr
75 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
150 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von ELATUS ERA basiert auf dem Zusammenspiel zweier aktiver Wirkstoffe mit unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten. Benzovindiflupyr (bekannt als SOLATENOL) gehört zur Klasse der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert die Zellatmung der Pilze im Komplex II der Atmungskette, wodurch die Sporenkeimung und das Myzelwachstum der Schaderreger unterbunden werden. Benzovindiflupyr zeichnet sich durch eine extrem starke Bindung an die Wachsschicht des Blattes aus, was eine exzellente Regenfestigkeit und eine langanhaltende Schutzwirkung garantiert. Der zweite Partner, Prothioconazol, ist ein bewährter Wirkstoff aus der Gruppe der Triazole bzw. Triazolinthione (DMI, FRAC-Gruppe 3). Er greift in die Sterol-Biosynthese der Pilzzellen ein und stört den Aufbau der Zellmembranen. Prothioconazol verfügt über hervorragende systemische Eigenschaften, verteilt sich gleichmäßig im Blattgewebe und bietet neben der vorbeugenden Wirkung auch eine starke kurative Leistung gegen bereits etablierte Infektionen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei wichtigen Schaderregern wie Septoria tritici oder der Netzfleckenkrankheit vorzubeugen, nutzt ELATUS ERA die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Klassen (Gruppe 7 und Gruppe 3). Diese Doppelstrategie erschwert die Selektion resistenter Pilzstämme erheblich. Im Rahmen eines nachhaltigen Resistenzmanagements sollte die Anzahl der Anwendungen von SDHI-haltigen Pflanzenschutzmitteln pro Saison und Kultur strikt nach den regionalen Vorgaben und FRAC-Empfehlungen begrenzt werden. Zudem empfiehlt sich der abwechselnde Einsatz mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Pflanzenschutzmittel weist eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern auf. Bei der gemeinsamen Anwendung mit Wachstumsreglern sollte die Aufwandmenge der Mischungspartner an die Vitalität der Kultur, das BBCH-Stadium und die aktuellen Witterungsbedingungen angepasst werden. Für eine optimale Benetzung der Kulturen wird eine Wassermenge von 150 bis 300 l/ha empfohlen. Extrembedingungen wie starke Sonneneinstrahlung oder anhaltende Trockenheit zum Behandlungszeitpunkt sollten vermieden werden, um die Kultur nicht unnötig zu stressen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ELATUS ERA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für den Anwender obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft (B4), dennoch sollten Behandlungen im Sinne des Bienenschutzes bevorzugt außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden durchgeführt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SpeiselinseAscochyta spec.51–720.66 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis31–591 LITER_PER_HECTARE
Durchwachsene SilphieRostpilze31–691 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria nodorum31–611 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)51–720.66 LITER_PER_HECTARE
GräserPuccinia-Arten, Pilzliche Blattfleckenerreger31–691 LITER_PER_HECTARE
LeinEchter Mehltau (Erysiphe polyphaga)51–720.66 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)51–720.66 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)31–611 LITER_PER_HECTARE
RoggenSchwarzrost (Puccinia graminis)31–611 LITER_PER_HECTARE42T
KichererbseAnthraknose der Kichererbse (Ascochyta rabiei)51–720.66 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–611 LITER_PER_HECTARE
Langährige QueckeRostpilze31–691 LITER_PER_HECTARE
SpeiselinseAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)51–720.66 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE42T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE42T
WeizenSchwarzrost (Puccinia graminis)31–611 LITER_PER_HECTARE42T
AckerbohneBotrytis-Arten (Botrytis spp.)51–720.66 LITER_PER_HECTARE
LeinPasmokrankheit des Lein (Mycosphaerella linicola)32–690.66 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE42T
KichererbseKichererbsenrost (Uromyces ciceris-arietini)51–720.66 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)31–591 LITER_PER_HECTARE
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)31–591 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)31–591 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)31–611 LITER_PER_HECTARE42T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE42T
RoggenRhynchosporium secalis31–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)31–611 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit ELATUS ERA im Getreide?

Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt in der Regel in den BBCH-Stadien 32 bis 39 (Knoten- bis Fahnenblattstadium). Eine präventive Behandlung in dieser Phase schützt die ertragsentscheidenden oberen Blätter langanhaltend vor Schaderregern wie Rostpilzen und Septoria-Arten.

Wie schnell ist das Pflanzenschutzmittel nach der Anwendung regenfest?

Dank der schnellen Anlagerung von Benzovindiflupyr an die kutikuläre Wachsschicht ist das Produkt bereits etwa eine Stunde nach dem Antrocknen des Spritzbelags hervorragend regenfest. Einsetzender Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die Schutzwirkung nicht mehr.

Kann ELATUS ERA auch in Leguminosen wie Ackerbohnen oder Erbsen eingesetzt werden?

Ja, das Produkt ist für wichtige großkörnige Leguminosen zugelassen. Es bietet dort einen hervorragenden Schutz gegen spezifische Schaderreger wie den Ackerbohnenrost, Erbsenrost sowie Blatt- und Hülsenflecken (Ascochyta-Arten), um den Blattapparat gesund zu erhalten.

Welche physiologischen Nebeneffekte hat die Anwendung auf die Kultur?

Neben der Krankheitsbekämpfung bewirkt der SDHI-Wirkstoff einen deutlichen physiologischen „Greening-Effekt“. Die Kulturen bleiben länger grün, nutzen Wasser und Nährstoffe effizienter und zeigen eine gesteigerte Toleranz gegenüber abiotischem Stress wie Hitze oder Trockenheit.

Wie lässt sich ELATUS ERA am besten in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept integrieren?

Es sollte gezielt als Hauptbehandlung zur Absicherung der oberen Blattetagen eingesetzt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, sollte es im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen verwendet und die maximale Anzahl an SDHI-Anwendungen pro Saison nicht überschritten werden.