Mehltau-Frei Asulfa Jet
Mehltau-Frei Asulfa Jet ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis von Schwefel, das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert ist. Als bewährtes Kontaktfungizid und Akarizid zeichnet es sich durch ein breites Wirkungsspektrum aus und wird erfolgreich in einer Vielzahl von Kulturen eingesetzt, darunter Weinreben, Getreide (wie Weizen, Gerste und Roggen), Hopfen, Kernobst sowie verschiedene Gemüse- und Forstkulturen. Die hochwertige Formulierung garantiert eine hervorragende Schwebefähigkeit in der Spritzbrühe sowie eine gleichmäßige Verteilung auf den Zielflächen.
Das primäre Einsatzgebiet des Produkts liegt in der vorbeugenden Bekämpfung von Echten Mehltaupilzen und Schorf. Darüber hinaus besitzt Mehltau-Frei Asulfa Jet eine ausgeprägte Nebenwirkung gegen wichtige Gallmilbenarten wie die Rebenpockenmilbe und die Rebstock-Kräuselmilbe. Durch seine schnelle Löslichkeit und die gute Haftung auf der Blattoberfläche bietet das Präparat auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen einen zuverlässigen Schutzfilm.
Dank seiner vielseitigen Eigenschaften ist Mehltau-Frei Asulfa Jet ein unverzichtbarer Baustein sowohl im integrierten Pflanzenschutz als auch im ökologischen Anbau. Es schützt die Kulturen in kritischen BBCH-Stadien und trägt maßgeblich zur Sicherung von Ertrag und Qualität bei.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Schwefel gehört zur FRAC-Gruppe M02 und wirkt als protektives Kontaktfungizid mit zusätzlicher Dampfphasenaktivität. Nach der Anwendung bildet sich ein feiner Schwefelbelag auf den Pflanzenteilen. Durch die natürliche Verdampfung dringt Schwefel in gasförmiger Form in die Sporen und das Myzel der Schaderreger ein. Dort fungiert er als unspezifischer Akzeptor für Wasserstoff und greift direkt in die Atmungskette der Pilzzellen ein, was zur Unterbrechung der Energieproduktion (ATP-Synthese) und letztlich zum Absterben des Pathogens führt. Zusätzlich zeigt Schwefel eine mechanische und physiologische Wirkung gegen bestimmte Milbenstadien. Da der Wirkstoff an mehreren Stellen im Stoffwechsel der Schaderreger gleichzeitig angreift (Multi-Site-Aktivität), ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung äußerst gering. Dies macht das Produkt zu einem wertvollen Werkzeug im modernen Pflanzenschutz.
Resistenzmanagement
Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M02) besteht bei Schwefel kein bekanntes Risiko für eine Resistenzbildung bei den Zielorganismen. Mehltau-Frei Asulfa Jet eignet sich daher hervorragend als Partner in Antiresistenzstrategien. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit systemischen Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Azolen oder SDHIs) wird deren Wirkungsdauer langfristig abgesichert und der Selektionsdruck auf die Schaderreger minimiert.
Mischbarkeit & Tankmischung
Mehltau-Frei Asulfa Jet ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Um phytotoxische Reaktionen zu vermeiden, sollte das Produkt jedoch nicht mit stark alkalischen Präparaten oder emulgierbaren Konzentraten (EC-Formulierungen) kombiniert werden. Bei der Ausbringung ist auf eine ausreichende Wassermenge zu achten, um eine lückenlose Benetzung der Kulturen zu gewährleisten. Vor der Ansetzung größerer Mischungen wird stets ein physischer Mischbarkeitstest (Kübeltest) empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von Mehltau-Frei Asulfa Jet sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (wie Schutzkleidung und Handschuhe) strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Anwendung auch während des Bienenflugs ermöglicht. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die spezifischen Abdriftsminderungsklassen sowie die vorgegebenen Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kernobst | Schorf (Venturia spp.) | — | 3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Gewürzkräuter | Echte Mehltaupilze | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wurzel- und Knollengemüse | Echte Mehltaupilze | — | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Erbse | Echter Mehltau (Erysiphe pisi) | — | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Weinrebe | Echter Mehltau (Uncinula necator) | — | 3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Stachelbeere | Amerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae) | — | 5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Weinrebe | Rebenpockenmilbe (Eriophyes vitis), Rebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis) | 9–61 | 3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Hopfen | Echter Mehltau (Sphaerotheca macularis) | 31–97 | 5.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 8T |
| Gurke | Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum) | — | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Gewürzkräuter | pilzliche Doldenerkrankungen | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Eiche | Echter Mehltau (Microsphaera alphitoides) | — | 1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Echte Mehltaupilze | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Echte Mehltaupilze | — | 3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 7T |
| Teekräuter | Echte Mehltaupilze | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Arzneipflanzen | pilzliche Doldenerkrankungen | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Arzneipflanzen | Echte Mehltaupilze | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Teekräuter | pilzliche Doldenerkrankungen | 69–71 | 3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welchen Einfluss hat die Temperatur auf die Wirksamkeit von Mehltau-Frei Asulfa Jet?
Die Wirkung von Schwefel basiert maßgeblich auf seiner Dampfphase. Diese setzt optimal bei Temperaturen zwischen 15 °C und 28 °C ein. Bei kühlen Temperaturen unter 12 °C ist die Gasphase stark eingeschränkt, wodurch sich die Wirkung verzögert. Bei extremen Temperaturen über 30 °C und intensiver Sonneneinstrahlung steigt hingegen das Risiko von Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Kulturen.
Kann Mehltau-Frei Asulfa Jet im ökologischen Landbau eingesetzt werden?
Ja, Schwefel ist ein natürlicher Wirkstoff, und das Produkt ist für den Einsatz im ökologischen Landbau in Deutschland zugelassen. Es ist in den entsprechenden Betriebsmittellisten für den Bio-Anbau gelistet, sollte jedoch stets im Einklang mit den Richtlinien des jeweiligen Anbauverbandes angewendet werden.
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Rebenpockenmilben?
Die Bekämpfung von Rebenpockenmilben und Rebstock-Kräuselmilben sollte sehr früh in der Saison erfolgen. Der optimale Anwendungszeitraum liegt beim Austrieb der Reben (BBCH-Stadium 09 bis 13), wenn die Milben ihre Winterquartiere verlassen und auf den jungen Trieben direkt vom Kontaktbelag erfasst werden können.
Warum ist die Benetzungsqualität bei diesem Pflanzenschutzmittel so entscheidend?
Da es sich bei Schwefel um ein reines Kontaktfungizid handelt, werden nur die Pflanzenteile geschützt, die direkt vom Spritzfilm getroffen werden. Schaderreger, die sich auf der Blattunterseite oder im Inneren dichter Laubwände befinden, können nur durch eine lückenlose, tropfnasse Benetzung und die unterstützende Dampfphase effektiv kontrolliert werden.
Gibt es Unverträglichkeiten bei der Kombination mit Ölen?
Ja, Schwefelanwendungen dürfen nicht unmittelbar mit Behandlungen von mineralischen oder pflanzlichen Ölen kombiniert werden. Zwischen einer Spritzung mit Mehltau-Frei Asulfa Jet und einer Öl-Anwendung sollte ein zeitlicher Sicherheitsabstand von mindestens 14 Tagen eingehalten werden, um schwere Blattschäden an den Kulturen zu vermeiden.
Wie verhält sich das Produkt bei Niederschlägen nach der Applikation?
Nach dem vollständigen Antrocknen des Spritzbelags weist das Produkt eine gute Regenbeständigkeit auf. Bei starken Niederschlägen von mehr als 15–20 mm kann der Schutzbelag jedoch teilweise abgewaschen werden, sodass eine Erneuerung der Behandlung im Rahmen der zugelassenen maximalen Anwendungen erforderlich werden kann.