Mimic
Mimic ist ein hochspezialisiertes und selektives Insektizid von Certis Belchim B.V., das als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist. Mit dem Wirkstoff Tebufenozid (240 g/L) zielt dieses Pflanzenschutzmittel primär auf die Bekämpfung von Schmetterlingsraupen (Lepidoptera) ab. Es hat sich als Standardlösung im integrierten Anbau etabliert, da es eine hervorragende Balance zwischen hoher biologischer Wirksamkeit gegen Schädlinge und maximaler Schonung der Nützlingsfauna bietet.
Das Anwendungsspektrum von Mimic umfasst wichtige landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen wie Weinreben, Kernobst (z. B. Äpfel gegen Apfelwickler), Steinobst sowie Mais und verschiedene Gemüse- und Beerenobstkulturen. Durch seine Formulierung haftet das Produkt hervorragend auf den Blattoberflächen und bietet einen langanhaltenden Schutz vor Schäden durch beißende Schaderreger.
Da Mimic als reines Fraßgift wirkt, müssen die Larven den Wirkstoff aktiv aufnehmen. Dies garantiert, dass saugende Insekten sowie nützliche Arthropoden wie Raubmilben, Schlupfwespen und räuberische Wanzen im Bestand geschont werden, was Mimic zu einem idealen Partner für moderne IPM-Spritzfolgen macht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Mimic enthaltene Wirkstoff Tebufenozid gehört zur chemischen Gruppe der Diacylhydrazine und ist als Ecdyson-Rezeptor-Agonist in die IRAC-Gruppe 18 eingestuft. Er ahmt das natürliche Häutungshormon Ecdyson der Insekten nach und bindet gezielt an dessen Rezeptoren. Dies täuscht den Larven der Schaderreger eine physiologische Häutungsphase vor. Nach der Aufnahme des Wirkstoffs durch Fraß wird unverzüglich ein vorzeitiger, unvollständiger Häutungsprozess eingeleitet. Da die Larve physiologisch noch nicht für diesen Schritt bereit ist, verbleibt sie in der alten Kopfkapsel und Kutikula stecken. Dies führt zu einem sofortigen Fraßstopp und dem anschließenden Absterben des Schädlings innerhalb weniger Tage.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei den Zielschädlingen – insbesondere bei intensiv bekämpften Arten wie dem Apfelwickler oder den Traubenwickler-Arten – vorzubeugen, muss Mimic konsequent im Wechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Ein wiederholter, ausschließlicher Einsatz von Wirkstoffen der IRAC-Gruppe 18 ist zu vermeiden. Die Einhaltung der vom BVL vorgegebenen maximalen Anzahl an Anwendungen pro Saison und Kultur ist hierbei ein zentraler Baustein einer nachhaltigen Antiresistenzstrategie.
Mischbarkeit & Tankmischung
Mimic ist im Allgemeinen gut verträglich und mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte jedoch stets auf die Einhaltung der optimalen Wasserqualität geachtet werden; extrem alkalische Spritzbrühen können die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen. Zur Absicherung wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine physikalische Mischprobe (Kübeltest) durchzuführen und die Mischung zügig auszubringen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als hochselektives Pflanzenschutzmittel weist Mimic ein sehr günstiges Profil gegenüber Nichtzielorganismen auf und ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Ökosystemen sind jedoch die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um jeglichen direkten Anwenderschutz-Risiken vorzubeugen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Nadelholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Fruchtschalenwickler | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Mais | Maiszünsler | 30–79 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Süßkirsche | Freifressende Schmetterlingsraupen | 59–69 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 74T |
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler | — | 600 MILLILITER_PER_HECTARE | 21T |
| Laubholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Rhombenspanner | 1–15 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Apfelwickler | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Mais | Maiszünsler | 30–79 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Mais | Maiszünsler | 30–79 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Aubergine | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 71–87 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 4T |
| Zierpflanzen | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Eulenarten (Noctuidae) | 5–55 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Pflaume | Freifressende Schmetterlingsraupen | 59–69 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Weinrebe | Springwurm | 5–55 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sauerkirsche | Freifressende Schmetterlingsraupen | 59–69 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 69–89 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 4T |
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 21T |
| Zierpflanzen | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 71–87 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 4T |
| Erdbeere | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckermais | Maiszünsler | 30–59 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Mimic gegen den Apfelwickler?
Die Behandlung sollte idealerweise während der Haupt-Eiablage bis kurz vor dem Schlüpfen der Larven (Kopfkapselstadium) erfolgen. Da Mimic als reines Fraßgift wirkt, müssen die frisch geschlüpften Larven den Wirkstoffbelag beim Durchnagen der Eischale oder beim ersten Fraß an der Pflanze aufnehmen, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
Wie wirkt sich Mimic auf Nützlinge wie Raubmilben oder Schlupfwespen aus?
Mimic zeichnet sich durch eine extrem hohe Selektivität aus. Da der Wirkstoff Tebufenozid gezielt in den hormonellen Häutungsprozess von Schmetterlingsraupen eingreift, werden wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen geschont. Das Produkt eignet sich daher hervorragend für das Integrierte Pflanzenschutzmanagement (IPM).
Ist Mimic regenfest und wie lange hält die Schutzwirkung an?
Nach dem Antrocknen des Spritzbelags verfügt Mimic über eine hervorragende Regenfestigkeit. Die Schutzwirkung hält je nach Witterung, UV-Einstrahlung und Neuzuwachs der Kultur in der Regel über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen an, da der Wirkstoff sehr stabil auf der Pflanzenoberfläche haftet.
Warum fressen die Raupen nach der Behandlung mit Mimic nicht mehr, obwohl sie noch am Leben zu sein scheinen?
Dies liegt an der spezifischen Wirkungsweise als Häutungsbeschleuniger (IRAC-Gruppe 18). Nach der Aufnahme von Tebufenozid wird sofort eine vorzeitige Häutung eingeleitet. Die Larven können sich jedoch nicht aus ihrer alten Haut befreien, wodurch ihre Mundwerkzeuge blockieren. Sie stellen die Nahrungsaufnahme sofort ein und sterben nach wenigen Tagen an Dehydration.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schmetterlingsraupen?
Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur und den Ziel-Schaderreger (z. B. "Fruchtschalenwickler" oder "Maiszünsler") aus. Das System listet Ihnen alle aktuell in Deutschland (BVL) registrierten Produkte inklusive Aufwandmengen, Wartezeiten und Anwendungsbestimmungen übersichtlich auf.
Kann Mimic auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, die Wirkung von Mimic ist weitgehend temperaturunabhängig. Da die Aktivität der Schaderreger und somit deren Fraßtätigkeit bei wärmeren Temperaturen jedoch zunimmt, wird die beste und schnellste Wirkung erzielt, wenn die Raupen aktiv fressen. Eine Anwendung bei extremen Hitzeperioden sollte dennoch vermieden werden, um Abdrift und Verdunstung zu minimieren.