Mimic
Mimic ist ein hochspezifisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Schmetterlingsraupen in einer Vielzahl von Kulturen wie Weinreben, Mais, Obst und Gemüse. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Produkt leicht dosieren und zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche aus. Es hat sich im professionellen Anbau als verlässlicher Baustein etabliert, um wirtschaftlich bedeutende Schäden durch Fraß- und Minieraktivitäten zu verhindern.
Das Wirkungsspektrum von Mimic umfasst ein breites Band an Schaderregern aus der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera). Dazu gehören unter anderem der Apfelwickler, Fruchtschalenwickler, der Einbindige und Bekreuzte Traubenwickler im Weinbau sowie der Maiszünsler im Ackerbau. Auch freifressende, minierende und verstecktfressende Schmetterlingsraupen sowie verschiedene Eulenarten werden wirksam erfasst, während nützliche Insekten weitgehend geschont werden.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Tebufenozid gehört zur IRAC-Gruppe 18 und fungiert als Ecdyson-Rezeptor-Agonist. Er ahmt das natürliche Häutungshormon Ecdyson der Insekten nach. Sobald die Larven den Wirkstoff über die Nahrung aufnehmen, wird eine vorzeitige, unvollständige Häutung eingeleitet. Die Raupen können ihre alte Kopfkapsel und Haut nicht abstreifen, stellen die Fraßtätigkeit innerhalb weniger Stunden ein und sterben schließlich ab. Da dieser Mechanismus hochselektiv auf die hormonelle Steuerung von Schmetterlingslarven wirkt, besitzt Mimic eine hervorragende Selektivität. Andere Insektenordnungen sowie erwachsene Nützlinge werden durch diesen spezifischen physiologischen Eingriff nicht beeinträchtigt, was das Pflanzenschutzmittel zu einem idealen Partner für den integrierten Anbau macht.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Mimic stets im Wechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen einsetzen. Da Tebufenozid der IRAC-Gruppe 18 angehört, empfiehlt sich die Rotation mit Wirkstoffen, die beispielsweise auf das Nervensystem (wie Pyrethroide oder Spinosyne) oder die Chitinbiosynthese wirken. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Vorgaben und nutze das Produkt bevorzugt gegen die empfindlichen ersten Larvenstadien (L1 bis L2), um den Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Mimic ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten, da der Wirkstoff vorwiegend fraßgiftig wirkt und von den Raupen aktiv aufgenommen werden muss. Die Zugabe von Netzmitteln kann die Wirkstoffverteilung auf schwer benetzbaren Blattoberflächen verbessern, sollte aber vorab auf Pflanzenverträglichkeit geprüft werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Mimic ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Bodenfauna sind die Abdriftvorgaben strikt einzuhalten; vermeide den Eintrag in Oberflächengewässer durch den Einsatz driftmindernder Technik. Da unspezifische Risiken für bestäubende Insekten minimiert werden sollen, empfiehlt es sich, Behandlungen außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden durchzuführen, insbesondere wenn die Kulturen oder Unterkulturen blühen oder von Bienen aktiv beflogen werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 21T |
| Laubholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Rhombenspanner | 1–15 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Maiszünsler | 30–79 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sauerkirsche | Freifressende Schmetterlingsraupen | 59–69 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Mais | Maiszünsler | 30–79 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Erdbeere | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Freifressende Schmetterlingsraupen | — | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Pflaume | Freifressende Schmetterlingsraupen | 59–69 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Mais | Maiszünsler | 30–79 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Weinrebe | Springwurm | 5–55 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 71–87 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 4T |
| Süßkirsche | Freifressende Schmetterlingsraupen | 59–69 | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 74T |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 69–89 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 4T |
| Weinrebe | Eulenarten (Noctuidae) | 5–55 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckermais | Maiszünsler | 30–59 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Kernobst | Apfelwickler | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Kernobst | Fruchtschalenwickler | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 14T |
| Tomate | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 71–87 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 4T |
| Zierpflanzen | Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler | — | 600 MILLILITER_PER_HECTARE | 21T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Mimic gegen den Apfelwickler?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt kurz vor oder direkt zum Schlupf der ersten Larven (L1-Stadium). Da Mimic vorwiegend als Fraßgift wirkt, müssen die frisch geschlüpften Raupen den Wirkstoff beim ersten Annagen der Eischale oder der Fruchtoberfläche aufnehmen. Nutze am besten regionale Prognosemodelle und Eiablagebeobachtungen, um diesen Moment präzise abzupassen.
Wirkt Mimic auch gegen ausgewachsene Schmetterlinge oder Puppen?
Nein, Mimic wirkt spezifisch als Häutungsbeschleuniger auf die Larvenstadien (Raupen) von Schmetterlingen. Erwachsene Falter, Eier und Puppen werden durch den Wirkstoff Tebufenozid nicht direkt geschädigt. Konzentriere deine Behandlungen daher konsequent auf die aktiven Fraßphasen der jungen Larven.
Wie verhält sich Mimic bei plötzlichem Regen nach der Anwendung?
Nach dem Antrocknen des Spritzbelags auf den Blättern weist Mimic eine gute Regenbeständigkeit auf. Sollte jedoch innerhalb der ersten zwei Stunden nach der Applikation starker Niederschlag fallen, kann die Wirkung beeinträchtigt werden, da der Wirkstoff noch nicht ausreichend an der Wachsschicht der Kultur haften konnte. In diesem Fall solltest du den Belag kontrollieren und die Behandlung gegebenenfalls wiederholen.
Warum ist die gründliche Benetzung der Kulturen bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?
Tebufenozid besitzt keine systemischen Eigenschaften und wird in der Kultur nicht weitertransportiert. Da die Schaderreger den Wirkstoff fressend aufnehmen müssen, führt nur ein lückenloser Spritzbelag auf allen Pflanzenteilen – insbesondere in dichten Laubwänden oder im Inneren von Gemüsekulturen – zu einem optimalen Bekämpfungserfolg.
Kann ich Mimic im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzprogramms (IPM) einsetzen?
Ja, Mimic eignet sich hervorragend für IPM-Programme. Durch seine hohe Selektivität schont es wichtige Gegenspieler von Schädlingen, wie beispielsweise Raubmilben, Florfliegen und Schlupfwespen. Dies hilft dir, das biologische Gleichgewicht in deinen Kulturen aufrechtzuerhalten und Sekundärschädlinge wie Spinnmilben natürlich zu regulieren.