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Sonstige · Certis Belchim B.V.

Mimic

BVL Zul.-Nr. 024270-00

Mimic ist ein hochselektives Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Schmetterlingsraupen in einer Vielzahl von Kulturen wie Wein, Obst, Gemüse und Mais. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Präparat durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit und eine gezielte Wirkung aus, die nützlingsschonend konzipiert ist. Es hat sich im professionellen Anbau als verlässlicher Baustein im integrierten Pflanzenschutz etabliert.

Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger aus der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera). Hierzu zählen wirtschaftlich relevante Schädlinge wie der Apfelwickler, Fruchtschalenwickler, der Einbindige und Bekreuzte Traubenwickler im Weinbau sowie der Maiszünsler. Auch freifressende, verstecktfressende und minierende Raupenarten sowie verschiedene Eulenraupen (Noctuidae) werden durch den Wirkstoff Tebufenozid effektiv erfasst.

Durch seine selektive Wirkungsweise schont Mimic wichtige Raubmilben, Schlupfwespen und andere Nützlinge im Biotop. Dies macht das Pflanzenschutzmittel zu einem idealen Partner für moderne, umweltschonende Anbaustrategien, bei denen das biologische Gleichgewicht in der Kultur aufrechterhalten werden soll.

Wirkstoffe

Tebufenozid
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Mimic enthaltene Wirkstoff Tebufenozid gehört zur chemischen Klasse der Diacylhydrazine und ist in die IRAC-Gruppe 18 (Häutungsbeschleuniger / Ecdyson-Rezeptor-Agonisten) eingestuft. Tebufenozid imitiert das natürliche Insektenhäutungshormon 20-Hydroxyecdyson. Nach der Aufnahme – primär durch Fraßaktivität der Larven – bindet der Wirkstoff an die Ecdyson-Rezeptoren der Raupe und initiiert fälschlicherweise den Häutungsprozess. Da der hormonelle Reiz künstlich aufrechterhalten wird, können die Larven die alte Kutikula nicht erfolgreich abstreifen. Sie stellen die Nahrungsaufnahme innerhalb weniger Stunden nach der Aufnahme ein und sterben schließlich an Dehydrierung und Erschöpfung im unvollständigen Häutungsstadium ab. Da dieser Mechanismus spezifisch für häutende Arthropoden ist, zeigt das Mittel eine hervorragende Selektivität und schont adulte Insekten sowie Nicht-Zielorganismen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du Mimic stets im Rahmen eines integrierten Wirkstoffwechsels einsetzen. Da Tebufenozid der IRAC-Gruppe 18 angehört, ist es entscheidend, aufeinanderfolgende Behandlungen mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen abzuwechseln. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den Zulassungsvorgaben und nutze Prognosemodelle zur optimalen Terminierung, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger-Populationen so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Mimic ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch immer, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder stark alkalisches Spritzwasser, um die Stabilität des Wirkstoffs nicht zu beeinträchtigen. Die Zugabe von zugelassenen Netzmitteln kann die Benetzung der Blattoberflächen und somit die Wirkstoffaufnahme durch die Schaderreger verbessern, insbesondere bei Kulturen mit starker Wachsschicht.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchführen; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler200 MILLILITER_PER_HECTARE21T
NadelholzFreifressende Schmetterlingsraupen750 MILLILITER_PER_HECTARE
KernobstFruchtschalenwickler0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
MaisMaiszünsler30–790.75 LITER_PER_HECTARE42T
SüßkirscheFreifressende Schmetterlingsraupen59–690.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT74T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler600 MILLILITER_PER_HECTARE21T
LaubholzFreifressende Schmetterlingsraupen750 MILLILITER_PER_HECTARE
WeinrebeRhombenspanner1–150.2 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenMinierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen0.75 LITER_PER_HECTARE
KernobstApfelwickler0.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
MaisMaiszünsler30–790.75 LITER_PER_HECTARE42T
MaisMaiszünsler30–790.75 LITER_PER_HECTARE14T
AubergineMinierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen71–87750 MILLILITER_PER_HECTARE4T
ZierpflanzenMinierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen0.75 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeEulenarten (Noctuidae)5–550.2 LITER_PER_HECTARE
PflaumeFreifressende Schmetterlingsraupen59–690.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
WeinrebeSpringwurm5–550.2 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenMinierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen0.75 LITER_PER_HECTARE
SauerkirscheFreifressende Schmetterlingsraupen59–690.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Minierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen69–89750 MILLILITER_PER_HECTARE4T
ZierpflanzenMinierende Kleinschmetterlingsraupen, Verstecktfressende Schmetterlingsraupen0.75 LITER_PER_HECTARE
TomateMinierende Kleinschmetterlingsraupen, Freifressende Schmetterlingsraupen71–87750 MILLILITER_PER_HECTARE4T
ErdbeereFreifressende Schmetterlingsraupen0.8 LITER_PER_HECTARE
ZuckermaisMaiszünsler30–590.75 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Mimic gegen den Apfelwickler?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt während der Haupt-Eiablage bis kurz vor dem Larvenschlupf (Kopfkapselstadium). Da der Wirkstoff primär als Fraßgift wirkt, müssen die schlüpfenden Larven den Wirkstoff beim Durchnagen der Eischale oder bei den ersten Fraßbissen aufnehmen, bevor sie sich in die Frucht einbohren.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung auf die Effizienz von Mimic aus?

Sobald der Spritzbelag auf den Blättern und Früchten vollständig angetrocknet ist (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden), besitzt Mimic eine hervorragende Regenbeständigkeit. Ein leichter Regen nach dem Antrocknen beeinträchtigt die Wirkung gegen die Schaderreger meist nicht; bei langanhaltenden Starkregenfällen direkt nach der Applikation solltest du jedoch die Notwendigkeit einer Folgebehandlung prüfen.

Kann ich Mimic auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?

Ja, die Wirkung von Tebufenozid ist weitgehend temperaturunabhängig. Da der Wirkstoff direkt in den hormonellen Häutungsprozess eingreift, setzt die Wirkung ein, sobald die Raupen aktiv werden und mit dem Fraß beginnen. Achte darauf, dass die Zielschädlinge zum Anwendungszeitpunkt bereits geschlüpft bzw. aktiv sind.

Warum ist Mimic besonders nützlingsschonend im Vergleich zu Pyrethroiden?

Im Gegensatz zu Breitband-Insektiziden wie Pyrethroiden, die das Nervensystem fast aller Insekten schädigen, wirkt Tebufenozid hochselektiv auf den Häutungsprozess von Schmetterlingslarven. Adulte Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen oder Schlupfwespen häuten sich nicht mehr und bleiben daher bei direktem Kontakt oder der Aufnahme von behandelter Nahrung unbeschadet.

Wie finde ich heraus, ob Mimic für meine spezifische Kultur und den Schaderreger in Deutschland aktuell zugelassen ist?

Du kannst die aktuelle Zulassungssituation, die genauen Aufwandmengen und die einzuhaltenden Wartezeiten für deine Kultur jederzeit direkt über die Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter Angabe der Registriernummer 024270-00 abfragen.

Muss ich bei der Bekämpfung des Maiszünslers ein bestimmtes BBCH-Stadium beachten?

Ja, die Behandlung gegen den Maiszünsler sollte sich am Flugverlauf des Schädlings und der Eiablage orientieren, meist im BBCH-Bereich des Längenwachstums bis zum Beginn der Blüte. Nutze regionale Warndienstaufrufe, um den Schlupf der ersten Larvengeneration optimal abzupassen, bevor sich diese in die Stängel einbohren.