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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

TECORLA

BVL Zul.-Nr. 00B578-00

TECORLA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums von beißenden Schädlingen in verschiedenen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als modernes Insektizid zeichnet es sich durch seine hervorragende Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie den Kartoffelkäfer, den Maiszünsler sowie verschiedene Wickler- und Raupenarten aus. Die Formulierung ermöglicht eine präzise Dosierung und eine hervorragende Verteilung auf den Zielflächen.

Durch die Zulassung in einer Vielzahl von Kulturen – von Kartoffeln und Mais über Weinreben bis hin zu verschiedenen Gemüse- und Obstkulturen – bietet TECORLA landwirtschaftlichen Betrieben eine flexible Lösung für das integrierte Schädlingsmanagement. Es erfasst sowohl freifressende Schmetterlingsraupen als auch minierende oder verborgen lebende Larvenstadien äußerst zuverlässig.

Die Formulierung sorgt für eine schnelle Regenfestigkeit und eine langanhaltende Dauerwirkung, wodurch die Kulturen auch in kritischen Wachstumsphasen optimal geschützt sind. Dank der selektiven Wirkung schont das Pflanzenschutzmittel wichtige Nützlinge im Bestand, was es zu einem wertvollen Baustein in modernen Anbausystemen macht.

Wirkstoffe

Chlorantraniliprole
51.7 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in TECORLA enthaltene Wirkstoff Chlorantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Anthranilamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Modulatoren von Ryanodin-Rezeptoren) eingestuft. Der Wirkmechanismus basiert auf der Aktivierung der Ryanodin-Rezeptoren der Insekten, die eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des Calcium-Haushalts in den Muskelzellen spielen. Durch die Bindung des Wirkstoffs an diese Rezeptoren kommt es zu einer unkontrollierten Freisetzung von Calcium-Ionen aus den internen Speichern in das Zytoplasma der Muskelzellen. Dies führt zu einem sofortigen Fraßstopp, gefolgt von Lethargie, Muskelparalyse und letztlich dem Absterben der Schaderreger. Da dieser Prozess hochselektiv auf die Rezeptoren von Insekten wirkt, weist das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Kulturverträglichkeit auf.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du TECORLA stets im Rahmen einer gezielten Wirkstoffrotation einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen aus der IRAC-Gruppe 28 in derselben Kultur und Saison. Nutze stattdessen für nachfolgende Spritzungen Insektizide mit anderen Wirkmechanismen. Die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Beschränkung der maximalen Anzahl an Anwendungen pro Jahr sind essenziell, um die langfristige Wirksamkeit dieses modernen Wirkstoffs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

TECORLA zeigt sich im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Dennoch empfiehlt es sich, vor jeder großflächigen Anwendung eine physische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder stark alkalisches Spritzwasser, da dies die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen kann. Bei Mischungen mit mehreren Komponenten solltest du TECORLA als feste Formulierung stets zuerst im Tank vollständig auflösen, bevor du flüssige Partner oder Formulierungshilfsstoffe hinzugibst.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit TECORLA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe unerlässlich. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die abdriftmindernden Auflagen und die einzuhaltenden Abstände zu Oberflächengewässern strikt zu beachten. Zum Schutz von Bestäubern solltest du vorsorglich auf Anwendungen direkt in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KnollensellerieMöhrenfliege41–890.7 LITER_PER_HECTARE21T
PastinakMöhrenfliege41–890.7 LITER_PER_HECTARE21T
MöhreMöhrenfliege41–890.7 LITER_PER_HECTARE21T
Knolliger KälberkropfMöhrenfliege41–890.7 LITER_PER_HECTARE21T
WurzelpetersilieMöhrenfliege41–890.7 LITER_PER_HECTARE21T
KartoffelKartoffelkäfer31–600.2 LITER_PER_HECTARE
KartoffelKartoffelkäfer31–600.2 LITER_PER_HECTARE14T
ZuckermaisFreifressende Schmetterlingsraupen30–710.5 LITER_PER_HECTARE7T
MaisMaiszünsler30–870.5 LITER_PER_HECTARE7T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pieris, Kohlzünsler, Geflammter Rebenwickler41–490.5 LITER_PER_HECTARE1T
BlumenkohlPieris, Kohlzünsler, Geflammter Rebenwickler41–490.5 LITER_PER_HECTARE1T
BrokkoliPieris, Kohlzünsler, Geflammter Rebenwickler41–490.5 LITER_PER_HECTARE1T
KnollensellerieMöhrenfliege41–490.7 LITER_PER_HECTARE21T
PastinakMöhrenfliege41–490.7 LITER_PER_HECTARE21T
MöhreMöhrenfliege41–490.7 LITER_PER_HECTARE21T
Knolliger KälberkropfMöhrenfliege41–490.7 LITER_PER_HECTARE21T
WurzelpetersilieMöhrenfliege41–490.7 LITER_PER_HECTARE21T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler69–830.84 LITER_PER_HECTARE30T
PflaumePieris, Pflaumenwickler, Eulenarten (Noctuidae)73–871.05 LITER_PER_HECTARE14T
MispelApfelwickler71–871.05 LITER_PER_HECTARE14T
QuitteApfelwickler71–871.05 LITER_PER_HECTARE14T
BirneApfelwickler71–871.05 LITER_PER_HECTARE14T
ApfelApfelwickler71–871.05 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit TECORLA gegen den Maiszünsler?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt während des Hauptflugs der Falter und der beginnenden Eiablage, meist zwischen den BBCH-Stadien 30 und 50. Nutze Pheromonfallen oder den regionalen Warndienst, um den optimalen Termin zu bestimmen. Die Behandlung sollte erfolgen, bevor sich die jungen Larven in den Stängel einbohren, da der Wirkstoff vor allem als Fraßgift wirkt.

Wie wirkt TECORLA auf Eier und Larven von Schmetterlingen?

Der Wirkstoff Chlorantraniliprole besitzt eine hervorragende Wirkung auf frisch geschlüpfte Larven (L1- und L2-Stadium) sowie eine ovizide Nebenwirkung bei einigen Schaderregern, wenn die Eier direkt getroffen werden. Sobald die Larven aus dem Ei schlüpfen und an den behandelten Pflanzenteilen fressen, nehmen sie den Wirkstoff auf und stellen den Fraß sofort ein.

Kann ich TECORLA auch bei hohen Temperaturen im Sommer spritzen?

Ja, im Gegensatz zu vielen Pyrethroiden ist die Wirkung von Chlorantraniliprole temperaturunabhängig. Du kannst TECORLA also auch an heißen Sommertagen anwenden. Dennoch solltest du extreme Mittagshitze meiden, um Abdrift durch Thermik und schnelle Verdunstung der Spritzbrühe zu verhindern; die frühen Morgen- oder späten Abendstunden sind ideal.

Wie verhält sich TECORLA bezüglich der Regenfestigkeit nach der Anwendung?

Sobald der Spritzbelag auf den Blättern der Kultur vollständig angetrocknet ist (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden), ist TECORLA hervorragend regenfest. Der Wirkstoff dringt teilweise translaminar in das Blattgewebe ein, wodurch er vor dem Abwaschen durch Niederschläge geschützt ist und eine langanhaltende Schutzwirkung bietet.

Wie finde ich heraus, welche genaue Aufwandmenge für meine spezielle Kultur gilt?

Da die zugelassenen Aufwandmengen je nach Kultur und Schaderreger zwischen 0,2 und 1,05 kg/ha variieren, solltest du vor der Anwendung immer die aktuelle Gebrauchsanleitung oder die offizielle BVL-Datenbank konsultieren. Auf agronomy.farmable.tech kannst du in der Produktübersicht gezielt nach deiner Kultur filtern, um die exakten Vorgaben für deine Anwendung einzusehen.

Warum ist der Schutz von Nützlingen bei der Anwendung von TECORLA so hoch?

Der Wirkstoff Chlorantraniliprole wirkt hochselektiv auf die Muskelrezeptoren von Zielschädlingen (wie Raupen und Käferlarven). Wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen oder Schlupfwespen werden bei sachgerechter Anwendung geschont. Dies macht das Pflanzenschutzmittel zu einem idealen Partner für das integrierte Schädlingsmanagement (IPM), da die natürlichen Gegenspieler im Bestand erhalten bleiben.