VELMERI 500 WG
VELMERI 500 WG ist ein hochwirksames, systemisches Insektizid zur gezielten Bekämpfung von Blattläusen in einer Vielzahl landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturen. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung in der Praxis aus. Es bietet einen zuverlässigen Schutz sowohl in klassischen Ackerbaukulturen wie Getreide, Kartoffeln und Rüben als auch im anspruchsvollen Obstbau bei Äpfeln, Birnen und Pfirsichen.
Der Fokus dieses modernen Pflanzenschutzmittels liegt auf der schnellen Unterbindung der Saugtätigkeit von Schaderregern. Da Blattläuse nicht nur direkte Saugschäden verursachen, sondern auch als gefährliche Virusvektoren fungieren (beispielsweise im Getreide- oder Kartoffelanbau), leistet VELMERI 500 WG einen entscheidenden Beitrag zur Gesunderhaltung der Bestände und zur Sicherung der Ertragsqualität.
Durch seine ausgeprägte systemische und translaminare Wirkung erfasst das Mittel auch versteckt sitzende Schaderreger auf den Blattunterseiten oder im Inneren dichter Pflanzenbestände. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz, insbesondere bei hohem Befallsdruck im Frühjahr und Sommer.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Flonicamid gehört zur chemischen Klasse der Pyridincarboxamide und ist in die IRAC-Gruppe 29 (selektive Hemmstoffe des Fraßverhaltens von Homopteren) eingestuft. Der Wirkmechanismus beruht auf einer gezielten Störung des Nervensystems der Schaderreger. Unmittelbar nach der Aufnahme des Wirkstoffs – sei es durch Kontakt oder durch die systemische Aufnahme beim Saugen am Pflanzensaft – stellen die Blattläuse ihre Nahrungsaktivität ein. Obwohl die Schaderreger nach der Behandlung noch einige Tage auf der Kultur verbleiben können, sind sie völlig immobilisiert und können keinen Schaden mehr anrichten oder Viren übertragen. Sie sterben schließlich durch Dehydrierung und Energiemangel ab. Diese hochselektive Wirkungsweise schont wichtige Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen, was die biologische Balance im Bestand nachhaltig unterstützt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, sollte VELMERI 500 WG stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements (IRM) eingesetzt werden. Da Flonicamid der IRAC-Gruppe 29 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen zwingend erforderlich. Die Anzahl der Anwendungen pro Saison ist strikt zu begrenzen, und Behandlungen sollten vorzugsweise auf Basis von Schadschwellenentscheidungen durchgeführt werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
VELMERI 500 WG weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, das Granulat stets als erste Komponente im fast vollständig mit Wasser gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren vollständig aufzulösen. Die Zugabe von Netzmitteln oder Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht verbessern, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit geprüft werden. Eine ausreichende Wasseraufwandmenge sichert eine lückenlose Benetzung des Bestandes.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit VELMERI 500 WG ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Aufgrund der Wirkstoffeigenschaften ist das Pflanzenschutzmittel als nützlingsschonend eingestuft und schont wichtige Bestäuber wie Honigbienen (B4-Einstufung). Dennoch sind zum Schutz von Gewässerorganismen und der terrestrischen Nichtziel-Flora die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten, um Abdrift zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Birne | Blattläuse | — | 0.07 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Wintergerste | Blattläuse | 0–51 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Sommergerste | Blattläuse | 39–77 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Triticale | Blattläuse | 0–51 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Apfel | Blattläuse | — | 0.07 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Kartoffel | Blattläuse | 0–51 | 0.16 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Futterrübe | Blattläuse | 12–99 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 60T |
| Winterhartweizen | Blattläuse | — | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Hafer | Blattläuse | 39–77 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Roggen | Blattläuse | 0–51 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Wintergerste | Blattläuse als Virusvektoren | 11–25 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Blattläuse | 12–99 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 60T |
| Aprikose | Blattläuse | 11–71 | 0.07 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 21T |
| Dinkel | Blattläuse | 0–51 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Winterraps | Blattläuse | 12–18 | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Tabak | Blattläuse | 0–51 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Winterweichweizen | Blattläuse | — | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Weizen | Blattläuse | 0–51 | 0.14 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit VELMERI 500 WG zur Verhinderung von Virusübertragungen?
Die Applikation sollte unmittelbar bei den ersten Anzeichen des Zuflugs der Blattläuse erfolgen, noch bevor sich Kolonien etablieren können. Da der Wirkstoff die Saugtätigkeit fast augenblicklich stoppt, wird die Übertragung von Viren (wie dem Gelbverzwergungsvirus in Getreide oder dem Y-Virus in Kartoffeln) extrem effizient unterbunden.
Warum sieht man nach der Spritzung noch lebende Blattläuse auf den Blättern?
Dies liegt am besonderen Wirkmechanismus von Flonicamid (IRAC 29). Die Schaderreger stellen zwar sofort die Nahrungsaufnahme ein und sind unschädlich, sterben aber erst nach einigen Tagen physisch ab. Ein vermeintlich verzögerter Knock-down-Effekt beeinträchtigt die Schutzwirkung somit in keiner Weise.
Wie verhält sich VELMERI 500 WG bei kühlen Frühjahrstemperaturen?
Im Gegensatz zu vielen Pyrethroiden arbeitet der Wirkstoff Flonicamid weitgehend temperaturunabhängig. Er zeigt auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr eine hervorragende systemische Verteilung in der Kultur, was ihn ideal für frühe Behandlungen im Getreide oder Raps macht.
Welche Rolle spielt die Wasserhärte und der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?
VELMERI 500 WG ist in einem breiten pH-Bereich des Spritzwassers (pH 5 bis 8) stabil. Extrem alkalisches Wasser sollte jedoch vermieden oder mit einem pH-Regulator gepuffert werden, um eine vorzeitige Hydrolyse des Wirkstoffs zu verhindern und die optimale systemische Aufnahme zu gewährleisten.
Kann VELMERI 500 WG in Beständen eingesetzt werden, in denen Nützlinge zur biologischen Schädlingsbekämpfung ausgebracht wurden?
Ja, aufgrund seiner hohen Selektivität schont das Mittel wichtige Nützlinge wie Schlupfwespen, Raubmilben und Florfliegen. Es eignet sich daher hervorragend für integrierte Anbausysteme (IPM) und lässt sich sehr gut mit dem Einsatz von biologischen Gegenspielern kombinieren.
Wie wird die Regenfestigkeit des Produkts nach der Applikation bewertet?
Dank der schnellen translaminaren und systemischen Aufnahme ist der Wirkstoff bereits etwa 2 bis 3 Stunden nach der Anwendung regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die biologische Wirksamkeit in der Kultur nicht mehr.