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Pilz

Kohlschwärze (Alternaria brassicae)

Alternaria brassicae
ALTEBA

Die Alternaria-Blattfleckenkrankheit, auch bekannt als Rapsschwärze oder Kohlschwärze, wird durch den pilzlichen Schaderreger Alternaria brassicae (EPPO-Code: ALTEBA) verursacht. Dieser weit verbreitete Pilz befällt eine Vielzahl von Kreuzblütlern (Brassicaceae), darunter wirtschaftlich bedeutende Kulturen wie Winterraps, Sommerraps sowie verschiedene Kohlarten wie Rosenkohl, Blumenkohl und Brokkoli.

Die wirtschaftliche Relevanz dieses Schaderregers ist erheblich. Bei starkem Befall im Rapsanbau kann es zu vorzeitiger Schotenplatzung und damit zu massiven Ertragsverlusten sowie einer verminderten Ölqualität kommen. Im Gemüsebau führt der Befall zu optischen Mängeln an den Blättern und Blütenständen, was die Vermarktungsfähigkeit der betroffenen Kulturen drastisch reduziert oder gar unmöglich macht.

Der Pilz tritt weltweit in fast allen gemäßigten und subtropischen Anbauregionen auf. Besonders unter feucht-warmen Witterungsbedingungen im späten Frühjahr und Sommer breitet sich die Krankheit rasch aus und erfordert eine gezielte Überwachung und integrierte Bekämpfungsstrategien.

Typ
Pilz
EPPO-Code
ALTEBA
Wirte
10 Kulturen
Generationen
Mehrere überlappende Generationen pro Saison
Verbreitung
Der Pilz ist weltweit in allen bedeutenden Raps- und Kohlanbauregionen verbreitet, wobei feuchte, gemäßigte Klimazonen wie West- und Mitteleuropa besonders hohe wirtschaftliche Schäden verzeichnen.
Erstbeschreibung
Berkeley, 1836

Biologie / Lebenszyklus

Der Schaderreger überdauert als Myzel oder Konidien auf infizierten Ernterückständen im Boden, auf Ausfallraps, Unkräutern oder als samenbürtige Infektion auf dem Saatgut. Im Frühjahr dienen diese Überdauerungsorgane als primäre Infektionsquelle, wobei die Sporenverbreitung hauptsächlich durch Wind und Regenspritzer erfolgt. Für die Keimung und das Eindringen des Pilzes in das Pflanzengewebe ist eine freie Wasserphase (Tau oder Regen) auf den Blättern über mehrere Stunden hinweg erforderlich. Nach der Erstinfektion bildet der Pilz innerhalb weniger Tage neue Konidienträger aus, die für eine schnelle, sekundäre Ausbreitung im Pflanzenbestand während der gesamten Vegetationsperiode sorgen. Zum Ende der Saison wandert der Erreger auf die Schoten bzw. Früchte ab, wodurch der Infektionskreislauf geschlossen wird.

Bonitur

Eine regelmäßige Feldkontrolle ist ab dem Frühjahr besonders wichtig, wobei im Raps die kritische Phase mit dem Ende der Blüte (BBCH 69) und dem Beginn der Schotenentwicklung (BBCH 71–75) zusammenfällt. Du solltest insbesondere nach anhaltenden Niederschlägen und bei Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C die mittleren und oberen Blattetagen sowie die jungen Schoten auf erste Flecken untersuchen. Ein bewährter Richtwert für eine chemische Behandlung im Raps liegt vor, wenn bei feucht-warmer Witterung erste Symptome auf den Blättern im oberen Drittel des Bestandes sichtbar werden oder wenn ab BBCH 65 vermehrt Befall an den Schoten festgestellt wird. Im Kohlanbau empfiehlt sich die wöchentliche Bonitur ab dem Reihenschluss, um rechtzeitig vor dem Befall der Ernteorgane reagieren zu können.

Symptome

Auf den Blättern zeigen sich zunächst kleine, kreisrunde, graubraune bis tiefschwarze Flecken, die sich im weiteren Verlauf konzentrisch vergrößern und oft eine charakteristische, zielscheibenartige Zonierung aufweisen. Häufig sind diese Flecken von einem hellgelben (chlorotischen) Hof umgeben. Bei fortschreitendem Befall fließen die Flecken zusammen, das Blattgewebe vertrocknet und stirbt vorzeitig ab. An den Schoten des Rapses und den Stängeln der Kulturen bilden sich längliche, scharf abgegrenzte, schwarze Flecken, die bei hoher Luftfeuchtigkeit mit einem dunklen, samtigen Sporenrasen bedeckt sind; infizierte Schoten reifen vorzeitig und platzen leicht auf.

Integriertes Management

Eine erfolgreiche Regulierung basiert auf einer konsequenten Fruchtfolgegestaltung mit mindestens dreijährigen Anbaupausen für Kreuzblütler, um das Inokulum im Boden zu reduzieren. Das sorgfältige Unterpflügen von Ernterückständen und die konsequente Beseitigung von Ausfallraps und kreuzblütigen Unkräutern entziehen dem Pilz wichtige Überlebensräume. Die Verwendung von zertifiziertem, gesundem oder gebeiztem Saatgut minimiert das Risiko einer frühen Infektion. Beim chemischen Pflanzenschutz kommen zugelassene Pflanzenschutzmittel (z. B. aus den Wirkstoffklassen der Strobilurine und Triazole) zum Einsatz. Um einer Resistenzbildung vorzubeugen, musst du die Vorgaben des FRAC (Fungicide Resistance Action Committee) strikt beachten, indem du Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen im Wechsel anwendest und die empfohlenen Aufwandmengen nicht unterschreitest.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheide ich die Symptome von Alternaria brassicae von anderen Blattfleckenkrankheiten im Raps?

Im Gegensatz zu Phoma (Leptosphaeria maculans), deren Flecken meist heller (grau-beige) sind und winzige, schwarze Fruchtkörper (Pyknidien) im Zentrum aufweisen, zeigt die Rapsschwärze (Alternaria brassicae) dunkelbraune bis schwarze Flecken mit einer sehr deutlichen, konzentrischen Ringstruktur (Zielscheiben-Optik) und besitzt keine sichtbaren Pyknidien.

Welche Rolle spielt die Stickstoffdüngung bei der Anfälligkeit der Kulturen für diesen Schaderreger?

Eine übermäßige oder zu späte Stickstoffdüngung führt zu einem üppigen, weichen Pflanzengewebe und einem dichten Bestand, was das Mikroklima feucht hält und die Infektion begünstigt. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung stärkt hingegen die natürliche Widerstandskraft der Kultur.

Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen diesen Pilz?

Nutze im Hub die Suchfunktion und filtere nach der Kultur (z. B. Winterraps oder Blumenkohl) und dem Schaderreger Alternaria brassicae. Dir werden dann alle in deinem Land registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive der zugelassenen Aufwandmenge, der maximalen Anwendungen und der Wartezeit angezeigt.

Warum ist die Bekämpfung von Ausfallraps im Sommer so wichtig für die Infektionskette?

Ausfallraps fungiert im Spätsommer als "grüne Brücke". Der Pilz kann sich auf diesen jungen Pflanzen vermehren und bildet Sporen, die dann durch den Wind direkt auf die neu ausgesäten Winterrapsbestände im Herbst übertragen werden. Durch das rechtzeitige Grubbern oder Pflügen unterbrichst du diesen Zyklus.

Kann ich durch die Wahl des Erntezeitpunkts den Schaden durch Rapsschwärze begrenzen?

Ja, bei einem absehbar starken Schotenbefall solltest du die Ernte nicht unnötig hinauszögern. Da infizierte Schoten vorzeitig reifen und extrem leicht aufplatzen, führt ein verspäteter Drusch zu massiven Verlusten durch Ausfallraps auf dem Feld.

Welche FRAC-Vorgaben muss ich beim Einsatz von Fungiziden gegen Alternaria beachten?

Da Alternaria-Arten ein hohes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweisen (insbesondere gegen Strobilurine/FRAC-Gruppe 11), solltest du diese Wirkstoffe immer in Kombination oder im Wechsel mit Triazolen (FRAC-Gruppe 3) oder SDHI (FRAC-Gruppe 7) einsetzen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt einhalten.