Alle Mittel
Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Corail

BVL Zul.-Nr. 034028-64

Corail ist ein bewährtes, systemisches Fungizid von Bayer CropScience, das auf dem hochwirksamen Wirkstoff Tebuconazol (250 g/l) basiert. Als flüssige Formulierung zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und eine hervorragende Verteilung in der Kultur aus. Es bietet Landwirten und Anbauern von Sonderkulturen eine zuverlässige Lösung zur Bekämpfung eines breiten Spektrums an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten.

Dank seiner vielseitigen Zulassung in Deutschland kann Corail in einer Vielzahl von Kulturen eingesetzt werden – von Getreide (wie Weizen, Gerste und Roggen) über Raps und Leguminosen bis hin zu Arznei- und Gewürzkräutern sowie Beerenobst. Das Wirkungsspektrum umfasst aggressive Schaderreger wie Rostpilze, Echte Mehltaupilze, Sclerotinia (Weißstängeligkeit), Alternaria-Arten und Fusarium.

Die systemischen Eigenschaften des Wirkstoffs sorgen dafür, dass Corail nach der Anwendung rasch in das Blattgewebe eindringt und akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, transportiert wird. Dadurch werden nicht nur die behandelten Pflanzenteile geschützt, sondern auch der Neuzuwachs vor einer Infektion bewahrt, was besonders in Phasen des schnellen Wachstums von großem Vorteil ist.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Corail enthaltene Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist im FRAC-Code der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung der C14-Demethylase, eines Schlüsselenzyms in der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau, die Stabilität und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen. Durch den Mangel an Ergosterol wird die Struktur der Zellmembran des Schaderregers nachhaltig gestört, was zu einer veränderten Membranpermeabilität und schließlich zum Absterben des Pilzmycels führt. Da Tebuconazol sowohl protektive (vorbeugende) als auch kurative (heilende) Eigenschaften besitzt, kann es Infektionen im Keim ersticken und bereits stattgefundene Infektionen in einem frühen Stadium stoppen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Triazole (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du Corail stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstoffs in einer Saison. Stattdessen empfiehlt sich der gezielte Wechsel (Wirkstoffrotation) mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11) oder Carboxamiden (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Auch die Kombination mit Kontaktfungiziden kann in gefährdeten Kulturen dazu beitragen, den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen dauerhaft niedrig zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Corail ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern, die für die jeweiligen Kulturen zugelassen sind. Vor dem Ansetzen einer Tankmischung solltest du jedoch stets eine physische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen, um die Verträglichkeit der Komponenten zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Die Anwendung sollte bevorzugt in den kühlen Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um Verdunstungsverluste zu minimieren und die Wirkstoffaufnahme über die Kutikula der Blätter zu optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Corail ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) beim Ansetzen der Spritzbrühe sowie während der Ausbringung unerlässlich. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen ist darauf zu achten, dass kein Abdriften des Spritznebels auf angrenzende Oberflächengewässer oder Saumstrukturen erfolgt; nutze hierzu stets abdriftmindernde Düsentechnik. Da unspezifische Risiken für bestäubende Insekten minimiert werden sollten, empfiehlt es sich, Behandlungen nicht in aktiv blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen intensiv auf Nahrungssuche sind, durchzuführen. Verlege die Anwendung stattdessen in die späten Abendstunden, wenn der tägliche Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Lupine-ArtenColletotrichum0–611 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
Dillpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEchte Mehltaupilze39–591 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SareptasenfWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstColletotrichum59–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
BlattkohlePilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiPilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
GräserRostpilze29–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
BrombeereBrombeerrost (Phragmidium bulbosum)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
GräserPilzliche Blattfleckenerreger29–611 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWinterfestigkeit14–181 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Weiße JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)1 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneBotrytis fabae1 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)30–591 LITER_PER_HECTARE
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
SommerrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae13–991 LITER_PER_HECTARE21T
BlumenkohleAlternaria Arten (Alternaria sp.)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
HimbeereHimbeerrost (Phragmidium rubi-idaei)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
PorreeRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
Schwarze JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)1 LITER_PER_HECTARE21T
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–591.5 LITER_PER_HECTARE
SchnittpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)43–991 LITER_PER_HECTARE14T
Rote JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)63–651.5 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–551.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsAlternaria brassicae63–651.5 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit1 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsAlternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Corail gegen Rostpilze im Getreide?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt meist in den BBCH-Stadien 31 bis 61, sobald erste Symptome auf den Blättern sichtbar werden oder infektionsgünstige, feucht-warme Witterungsbedingungen vorliegen. Durch die systemische Wirkung schützt du so die ertragsbildenden oberen Blätter und die Ähre effektiv vor einer weiteren Ausbreitung des Schaderregers.

Kann ich Corail auch vorbeugend einsetzen oder muss ich auf die ersten Symptome warten?

Ein vorbeugender (protektiver) Einsatz ist immer die sicherste Strategie. Wenn du Corail bereits kurz vor oder direkt zu Infektionsbeginn ausbringst – beispielsweise vor angekündigten Niederschlagsperioden –, verhinderst du das Eindringen der Pilzsporen in das Pflanzengewebe und erzielst den maximalen Wirkungsgrad.

Wie verhält sich Corail bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Tebuconazol benötigt für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur eine aktive Transpiration der Pflanzen. Daher solltest du die Anwendung bei Temperaturen ab ca. 8 bis 10 °C einplanen. Bei Frost oder extrem niedrigen Temperaturen ist die Wirkstoffaufnahme verzögert, was die biologische Wirksamkeit vorübergehend einschränken kann.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit von 14 Tagen so wichtig?

Die Wartezeit von 14 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den geernteten Pflanzenteilen weit unter den gesetzlich zulässigen Grenzwerten liegen. Du musst diese Frist zwischen der letzten Anwendung und der Ernte unbedingt einhalten, um die uneingeschränkte Vermarktungsfähigkeit deiner Ernteprodukte zu gewährleisten.

Welche Rolle spielt Corail beim Wachstumsregler-Effekt im Raps?

Neben der hervorragenden fungiziden Wirkung gegen Krankheiten wie Phoma oder Sclerotinia besitzt der Wirkstoff Tebuconazol im Raps eine einkürzende, wachstumsregulierende Nebenwirkung. Bei einer Anwendung im Herbst fördert dies einen kompakten Wuchs und verhindert das vorzeitige Überwachsen des Vegetationskegels, was die Winterhärte deiner Kultur deutlich verbessert.

Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub weitere zugelassene Produkte für meine Kultur?

Nutze einfach die integrierte Filterfunktion in unserer Produktdatenbank. Du kannst gezielt nach deiner spezifischen Kultur und dem relevanten Schaderreger filtern, um eine Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Wirkstoffe und Anwendungsbestimmungen zu erhalten.