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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

CRANE

BVL Zul.-Nr. 034028-67

CRANE ist ein vielseitig einsetzbares, systemisches Fungizid mit wachstumsregulierenden Eigenschaften, das auf dem bewährten Wirkstoff Tebuconazol (250 g/l) basiert. Als Emulsionskonzentrat formuliert, bietet es einen hervorragenden Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in zahlreichen Kulturen, darunter Getreide, Raps, Hülsenfrüchte, Beerenobst sowie verschiedene Gewürz- und Arzneipflanzen.

Im Rapsanbau (Winter- und Sommerraps) übernimmt CRANE eine wichtige Doppelrolle: Neben der gezielten Bekämpfung von Krankheiten wie der Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) und der Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) verbessert es die Standfestigkeit der Kulturen und optimiert die Winterhärte durch eine gezielte Einkürzung im Herbst.

Auch in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Roggen überzeugt das Pflanzenschutzmittel durch seine starke kurative und protektive Wirkung gegen Roste, Echten Mehltau, Netzflecken und Fusarium-Arten. Dank der breiten Zulassung in Sonderkulturen wie Johannisbeeren, Brombeeren und Doldenblütlern stellt CRANE ein hochflexibles Werkzeug für den integrierten Pflanzenschutz dar.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Er greift gezielt in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Baustein der Pilzzellmembran. Durch die Hemmung der C14-Demethylase wird der Aufbau funktionsfähiger Zellmembranen im pathogenen Pilz blockiert, was zu einem Wachstumsstopp und letztlich zum Absterben des Myzels führt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet nicht nur einen schnellen Schutz bereits bestehenden Gewebes (kurativer Effekt), sondern schützt auch den Neuzuwachs über einen längeren Zeitraum hinweg protektiv vor einer Neuinfektion.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Triazole (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du CRANE stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstoffs auf derselben Fläche. Empfohlen wird der wechselnde Einsatz oder die Tankmischung mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (wie Kontaktfungiziden oder Strobilurinen). Halte dich zudem strikt an die registrierten Aufwandmengen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison, um selektiven Druck auf die Schaderreger zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

CRANE zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Zugabe von zugelassenen Netzmitteln kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit CRANE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen generell auf eine Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten oder die Behandlung in die späten Abendstunden verlegen. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)—1 LITER_PER_HECTARE21T
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsAlternaria brassicae63–651.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsStandfestigkeit—1 LITER_PER_HECTARE—
Senf-ArtenBotrytis cinerea—1.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–551.5 LITER_PER_HECTARE—
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)30–591 LITER_PER_HECTARE—
Rote JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
GräserPilzliche Blattfleckenerreger29–611 LITER_PER_HECTARE—
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
Lupine-ArtenColletotrichum0–611 LITER_PER_HECTARE—
SareptasenfBotrytis cinerea—1.5 LITER_PER_HECTARE—
SareptasenfWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneEchte Mehltaupilze39–591 LITER_PER_HECTARE—
Schwarze JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
KohlrabiPilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE—
SchnittpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)43–991 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohleAlternaria Arten (Alternaria sp.)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
BrombeereBrombeerrost (Phragmidium bulbosum)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Senf-ArtenKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae—1.5 LITER_PER_HECTARE—
PorreeRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneBotrytis fabae—1 LITER_PER_HECTARE—
BlumenkohlePilzliche Blattfleckenerreger—1 LITER_PER_HECTARE—
SommerrapsAlternaria brassicae—1.5 LITER_PER_HECTARE—
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pilzliche Blattfleckenerreger—1 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)63–651.5 LITER_PER_HECTARE—
Johannisbeerartiges BeerenobstColletotrichum59–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE—
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
HimbeereHimbeerrost (Phragmidium rubi-idaei)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE—
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae13–991 LITER_PER_HECTARE21T
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–591.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWinterfestigkeit14–181 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE—
GräserRostpilze29–611 LITER_PER_HECTARE—
StachelbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE—
Senf-ArtenWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)—1 LITER_PER_HECTARE—
BlattkohlePilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE—
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Senf-ArtenWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Weiße JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SareptasenfKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae—1.5 LITER_PER_HECTARE—
Dillpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
SareptasenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE—
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie nutzt du CRANE optimal zur Steigerung der Standfestigkeit im Raps?

Um die Standfestigkeit und Winterhärte von Winterraps zu verbessern, solltest du die Behandlung im Herbst im BBCH-Stadium 14 bis 16 (4 bis 6 Laubblätter) durchführen. Dies hemmt das Längenwachstum des Sprosses, fördert das Wurzelwachstum und verhindert das vorzeitige Überwachsen des Rapses vor dem Winter. Eine Folgebehandlung im Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH 30 bis 39) festigt die Stängelstruktur zusätzlich und mindert das Lagerungsrisiko vor der Ernte.

Was musst du bei der Anwendung von CRANE in Sonderkulturen wie Kräutern und Beerenobst beachten?

Da CRANE in einer Vielzahl von Sonderkulturen (wie Fenchel, Kümmel, Johannisbeeren oder Brombeeren) zugelassen ist, musst du besonders genau auf die kulturspezifischen Wartezeiten und maximalen Anwendungshäufigkeiten achten. Diese können sich je nach Kultur erheblich unterscheiden. Behandle diese empfindlichen Kulturen vorzugsweise vorbeugend bei ersten Infektionsanzeichen oder nach Warndienstaufruf, um die Qualität des Ernteguts optimal zu sichern.

Kannst du CRANE bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Tebuconazol ist bereits ab Temperaturen von etwa 8 bis 10 °C aktiv. Für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur sind jedoch wüchsige Bedingungen und eine aktive Transpiration der Pflanzen von Vorteil. Vermeide Applikationen bei drohendem Nachtfrost oder extremer Trockenheit, da die Wirkstoffaufnahme unter Stressbedingungen verzögert sein kann.

Wie verhältst du dich, wenn kurz nach der Spritzung Regen einsetzt?

CRANE ist dank seiner systemischen Formulierung relativ schnell regenfest. In der Regel ist der Wirkstoff nach etwa 1 bis 2 Stunden so weit in das Pflanzengewebe eingedrungen, dass ein nachfolgender Regenschauer die Wirkung nicht mehr signifikant beeinträchtigt. Bei extremem Starkregen unmittelbar nach der Applikation kann jedoch eine Nachbehandlung erforderlich sein; stimme dies im Zweifel mit deiner pflanzenbaulichen Beratung ab.

Wie integrierst du CRANE am besten in ein Spritzprogramm zur Bekämpfung von Ährenfusarium im Weizen?

Zur gezielten Bekämpfung von Fusarium-Arten im Getreide solltest du CRANE genau in die Phase der Blüte (BBCH 61 bis 65) einplanen. Da Infektionen meist während der Blüte bei feucht-warmer Witterung stattfinden, ist das Zeitfenster für eine erfolgreiche Behandlung sehr eng. Achte auf eine hervorragende Benetzung der Ähren durch eine angepasste Düsentechnik, wie beispielsweise den Einsatz von Doppelflachstrahldüsen.