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Kulturgruppe

Klee-Arten

7 Mitgliedskulturen
NNNLK

Die BVL-Kulturgruppe „Klee-Arten“ (Code: NNNLK) bündelt wichtige kleinkörnige Leguminosen, die sowohl im Futterbau als auch als Zwischenfrüchte und Gründüngung eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft spielen. Zu dieser Gruppe gehören botanisch eng verwandte Kulturen wie Rotklee (Trifolium pratense), Weißklee (Trifolium repens), Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum), Inkarnatklee (Trifolium incarnatum), Persischer Klee (Trifolium resupinatum), Schwedenklee (Trifolium hybridum) sowie verschiedene Hornklee-Arten (Lotus sp.).

Die Zusammenfassung dieser Kulturen in einer gemeinsamen Registrierungsgruppe des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vereinfacht das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel erheblich. Da diese Schmetterlingsblütler (Fabaceae) sehr ähnliche morphologische Merkmale, Wachstumsverläufe und physiologische Eigenschaften aufweisen, ist das Risiko von Phytotoxizität bei der Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel über die gesamte Gruppe hinweg vergleichbar.

Zudem teilen diese Kulturen ein ähnliches Spektrum an Schaderregern und Unkräutern, was eine einheitliche Indikationszulassung ermöglicht. Ob im reinen Feldfutterbau oder in artenreichen Gemengen – die Gruppierung stellt sicher, dass auch für kleinere Nischenkulturen wie den Schweden- oder Perserklee praxistaugliche Pflanzenschutzoptionen zur Verfügung stehen, die sonst aus wirtschaftlichen Gründen keine Einzelzulassung erhalten würden.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Beim Pflanzenschutz in Klee-Arten steht die Unkrautregulierung in der Etablierungsphase im Vordergrund, da junge Kleepflanzen sehr konkurrenzschwach gegenüber schnellwachsenden Ungräsern wie der Gemeinen Quecke (*Elymus repens*) und dikotylen Unkräutern sind. Da Klee-Arten selbst zweikeimblättrig sind, ist die chemische Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern im Nachauflauf extrem selektiv und anspruchsvoll. Der integrierte Pflanzenschutz setzt daher stark auf vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine saubere Stoppelbearbeitung, ein feinkörniges, rückverfestigtes Saatbett und die Wahl des optimalen Saatzeitpunkts, um den Kulturen einen Wachstumsvorsprung zu verschaffen. Bei der Anwendung von Herbiziden und Graminiziden ist ein konsequentes Resistenzmanagement nach den HRAC-Richtlinien unerlässlich, um die Selektion resistenter Biotypen (insbesondere bei Ungräsern) zu verhindern. Da Klee-Bestände oft mehrjährig genutzt oder intensiv beweidet werden, müssen Wartezeiten und die Auswirkungen auf Folgekulturen in der Fruchtfolge strikt beachtet werden. Beim Einsatz von Fungiziden gegen typische Schaderreger wie Kleekrebs oder Mehltau sowie von Insektiziden gegen Rüsselkäfer ist zudem der Schutz von Bestäubern von höchster Priorität, weshalb Anwendungen außerhalb des Bienenflugs oder in blütenfreien Zeiten erfolgen sollten.

Kulturen in dieser Gruppe

AlexandrinerkleeTRFAL
Hornklee-ArtenLOTSS
InkarnatkleeTRFIN
Persischer KleeTRFRS
RotkleeTRFPR
SchwedenkleeTRFHY
WeißkleeTRFRE

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie findest du im Portal schnell die passenden Pflanzenschutzmittel für deine Klee-Arten?

Nutze unsere Produktsuche und filtere gezielt nach der BVL-Kulturgruppe „Klee-Arten“ oder dem Code „NNNLK“. Da Zulassungen oft für die gesamte Gruppe gelten, werden dir so auch Pflanzenschutzmittel angezeigt, die für speziellere Arten wie Alexandriner- oder Perserklee zugelassen sind, selbst wenn diese nicht explizit auf dem Produktetikett genannt werden.

Warum ist die Bekämpfung von Gräsern wie der Gemeinen Quecke im Klee relativ unkompliziert, während zweikeimblättrige Unkräuter Probleme bereiten?

Da Klee-Arten zu den zweikeimblättrigen Pflanzen gehören, wirken die meisten Herbizide gegen breitblättrige Unkräuter auch stark phytotoxisch auf den Klee selbst. Gegen einkeimblättrige Ungräser wie die Gemeine Quecke (*Elymus repens*) kannst du hingegen hochselektive Graminizide (HRAC-Gruppe A) einsetzen, die den Klee in fast jedem BBCH-Stadium vollständig schonen.

Was musst du beim Resistenzmanagement (HRAC/FRAC) in mehrjährigen Kleebeständen besonders beachten?

In mehrjährigen Beständen (wie Rot- oder Weißklee) erhöht sich der Selektionsdruck auf Schaderreger und Unkräuter massiv. Wechsel die Wirkstoffklassen (HRAC/FRAC-Gruppen) konsequent ab und verlasse dich nicht nur auf chemische Maßnahmen. Nutze mechanische Schnitte zur Unkrautunterdrückung und fördere die Konkurrenzkraft des Klees durch eine ausgewogene Nährstoffversorgung.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Klee-Arten?

Die Verträglichkeit von Pflanzenschutzmitteln hängt stark vom Entwicklungsstadium ab. Besonders im Keimblattstadium (BBCH 10–12) reagieren viele Klee-Arten extrem empfindlich auf chemische Behandlungen. Warte bei Nachauflaufbehandlungen idealerweise ab, bis das erste dreizählige Laubblatt voll entfaltet ist (ab BBCH 13/14), um Wachstumsdepressionen zu vermeiden.

Wie beeinflusst die Nutzung (Futtergewinnung vs. Gründüngung) deine Pflanzenschutzentscheidungen?

Wenn du den Klee als Futtermittel nutzt, musst du die gesetzlichen Wartezeiten (PHI) zwischen der letzten Behandlung und dem Schnitt oder der Beweidung zwingend einhalten. Bei reiner Gründüngung oder Zwischenfrüchten spielen diese Wartezeiten zwar eine untergeordnete Rolle, dafür musst du jedoch potenzielle Herbizidrückstände im Boden und deren Auswirkungen auf die nachfolgende Hauptkultur im Auge behalten.

Warum sind manche Pflanzenschutzmittel nur für bestimmte Klee-Arten und nicht für die gesamte Gruppe zugelassen?

Obwohl die BVL-Gruppe „Klee-Arten“ die Zulassung vereinfacht, können Hersteller Einschränkungen für einzelne Arten (z. B. „nur für Rotklee“) in der Gebrauchsanleitung festlegen. Dies liegt meist an spezifischen Phytotox-Risiken, da feingliedrigere Arten wie Alexandrinerklee empfindlicher reagieren können als robuster Rotklee. Lies daher immer das Kleingedruckte der Zulassung.