Roundup Future
Roundup Future ist ein hochkonzentriertes, systemisches Totalherbizid zur Bekämpfung eines extrem breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Gewächsen und schwer bekämpfbaren Problemunkräutern wie der Acker-Winde. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine optimierte Wirkstoffaufnahme und schnelle Translokation in der Kultur und den Zielpflanzen aus. Es findet breite Anwendung im Ackerbau, Obst- und Weinbau sowie im Forstbereich.
Durch die hohe Wirkstoffkonzentration von 613 g/l Glyphosat bietet das Produkt eine herausragende Effizienz pro Hektar, was Transport- und Lagerkapazitäten schont. Die Formulierung sorgt für eine exzellente Haftung auf der Blattoberfläche und minimiert das Risiko von Abdrift, während gleichzeitig eine schnelle Regenfestigkeit erreicht wird. Dies macht Roundup Future zu einem verlässlichen Baustein im modernen Kulturmanagement, insbesondere bei der Vorsaatbehandlung oder der Kulturvorbereitung.
Neben der klassischen Unkrautbekämpfung ist das Mittel auch für Spezialanwendungen wie die Stockholzbehandlung oder die gezielte Bekämpfung von Adlerfarn und hartnäckigen Holzgewächsen zugelassen. Dies unterstreicht seine Vielseitigkeit sowohl in landwirtschaftlichen Kulturen als auch im Forst- und Nichtkulturlandbereich unter Einhaltung der strengen gesetzlichen Vorgaben.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G) und fungiert als Inhibitor des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselkomplex im Shikimatweg, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs wird die Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) unterbunden, was letztlich zum Absterben der behandelten Schaderreger führt. Da der Wirkstoff rein systemisch wirkt, wird er nach der Applikation über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und mit dem Saftstrom (Phloem) sowohl in die Triebspitzen als auch tief in das Wurzelsystem transportiert. Dies gewährleistet eine nachhaltige Wirkung gegen ausdauernde Unkräuter und Wurzelunkräuter, da auch schlafende Knospen und unterirdische Überdauerungsorgane zuverlässig erfasst werden. Ein Bodenkontakt führt aufgrund der starken Adsorption an Bodenpartikel zu einer raschen Inaktivierung, sodass keine Nachbauprobleme für nachfolgende Kulturen entstehen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von herbizidresistenten Biotypen vorzubeugen, sollte Roundup Future stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Klassen) in der Fruchtfolge sowie mechanische Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Da Glyphosat der einzige weit verbreitete Vertreter der HRAC-Gruppe 9 ist, ist der bewusste Verzicht auf rein prophylaktische Ganzflächenanwendungen und die Kombination mit mechanischen Maßnahmen oder Vorauflaufherbiziden anderer Wirkstoffklassen entscheidend für den langfristigen Erhalt der Wirksamkeit.
Mischbarkeit & Tankmischung
Roundup Future ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch stets die physikalische Kompatibilität vorab in einem kleinen Gefäß zu prüfen. Die Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) kann insbesondere bei hartem Spritzwasser die Wirkstoffaufnahme optimieren, da es Calcium- und Magnesiumionen bindet, die ansonsten den Wirkstoff blockieren könnten. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen bei windstillem Wetter und moderaten Temperaturen auszubringen, um Abdrift auf benachbarte, empfindliche Kulturen strikt zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Roundup Future ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Spargel | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Nichtkulturland ohne Holzgewächse | Holzgewächse, Stockholz, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Holzgewächse, Stockholz, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Laubholz | Adlerfarn, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Acker-Winde | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Nadelholz | Adlerfarn, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stilllegungsflächen | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Obstgehölze | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Laubholz | Holzgewächse, Stockholz, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Wurzel- und Knollengemüse | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Stockholz, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Fruchtgemüse | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Rasen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zwiebelgemüse | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Roundup Future gegen ausdauernde Unkräuter wie die Acker-Winde?
Die beste Wirkung gegen tiefwurzelnde, ausdauernde Unkräuter wird erzielt, wenn die Schaderreger genügend Blattmasse gebildet haben und ein aktiver Assimilattransport in die Wurzeln stattfindet. Bei der Acker-Winde ist dies meist kurz vor oder während der Blüte der Fall. Eine zu frühe Behandlung führt oft nur zum oberflächlichen Absterben, ohne das Wurzelsystem nachhaltig zu schädigen.
Wie beeinflusst die Wasserqualität die Wirksamkeit von Roundup Future?
Sehr hartes Wasser, das hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen enthält, kann die herbizide Wirkung von Glyphosat abschwächen, da sich schwer lösliche Komplexe bilden. In solchen Fällen empfiehlt sich die vorherige Konditionierung des Spritzwassers mit Ammoniumsulfat, um die Kationen zu binden und die volle Wirkstoffaufnahme zu sichern.
Was muss bei der Stockholzbehandlung im Forst beachtet werden?
Die Stockholzbehandlung sollte unmittelbar nach dem Einschlag auf die frische Schnittfläche erfolgen, um das Eintrocknen der Leitungsbahnen zu verhindern. Der Wirkstoff muss gezielt auf den äußeren Splintholzbereich (Kambium) aufgetragen werden, um den Wiederaustrieb von Laubholz effektiv zu unterbinden.
Wie lange nach der Anwendung von Roundup Future darf keine Bodenbearbeitung stattfinden?
Nach der Behandlung sollte mit einer Bodenbearbeitung gewartet werden, bis der Wirkstoff vollständig in die Wurzeln transloziert ist. Bei einjährigen Unkräutern reicht meist eine Wartezeit von 3 bis 5 Tagen, während bei ausdauernden Problemunkräutern wie Quecke oder Acker-Winde mindestens 7 bis 10 Tage vergehen sollten, um einen optimalen Bekämpfungserfolg zu garantieren.
Kann Roundup Future auch bei kühlen Temperaturen im Spätherbst eingesetzt werden?
Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Zielpflanzen noch aktiv assimilieren und kein starker Frost herrscht. Da der pflanzliche Stoffwechsel bei Kälte jedoch verlangsamt abläuft, verzögert sich der sichtbare Wirkungseintritt (Gelbfärbung und Absterben) im Vergleich zu sommerlichen Bedingungen deutlich.
Wie verhält sich der Wirkstoff von Roundup Future im Boden und besteht Gefahr für Folgekulturen?
Der Wirkstoff Glyphosat wird bei Bodenkontakt extrem schnell und stark an Bodenpartikel (insbesondere Tonminerale) adsorbiert. Dadurch verliert er augenblicklich seine herbizide Aktivität über die Wurzel. Nachfolgende Kulturen können daher ohne das Risiko von phytotoxischen Schäden eingesät oder gepflanzt werden, sobald der Wirkstoff im Boden durch Mikroorganismen abgebaut wird.