MON 79351
MON 79351 ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Gewächsen und Adlerfarn. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme und systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus. Es wird sowohl im Ackerbau, im Forst als auch auf Nichtkulturland eingesetzt, um unerwünschten Aufwuchs effizient zu regulieren oder Flächen für Folgekulturen vorzubereiten.
Neben der klassischen Unkrautbekämpfung im Vorsaat- oder Nachernteverfahren ist das Produkt in bestimmten Kulturen auch für die Sikkation zugelassen. Dies ermöglicht eine gezielte Reifebeschleunigung und Ernteerleichterung, insbesondere unter unbeständigen Witterungsbedingungen. Durch die hohe Wirkstoffkonzentration von 588 g/l Glyphosat bietet MON 79351 eine hervorragende Flächenleistung bei reduzierten Aufwandmengen pro Hektar, was Transport- und Lagerkapazitäten schont.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G) und blockiert gezielt das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist ein Schlüsselbestandteil des Shikimatwegs, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt. Durch die Blockade wird die Synthese essenzieller aromatischer Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) unterbrochen, was letztlich zum Absterben der behandelten Schaderreger führt. Da der Wirkstoff primär über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal bis in die Wurzelspitzen und Rhizome transportiert wird, eignet sich MON 79351 hervorragend zur nachhaltigen Bekämpfung ausdauernder, tiefwurzelnder Unkräuter. Ein sichtbarer Effekt stellt sich je nach Witterung nach einigen Tagen bis zwei Wochen ein, beginnend mit Chlorosen und gefolgt von vollständiger Nekrose des Pflanzengewebes.
Resistenzmanagement
Obwohl Resistenzen gegen Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 9 in Europa im Vergleich zu anderen Wirkstoffklassen noch relativ selten sind, erfordert der nachhaltige Einsatz von MON 79351 ein konsequentes Resistenzmanagement. Um der Selektion resistenter Biotypen (wie beispielsweise bei Weidelgras-Arten) vorzubeugen, sollte die Anwendung stets in ein integriertes Gesamtkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit mechanischen Bodenbearbeitungsmaßnahmen, den Anbau von Zwischenfrüchten zur Unkrautunterdrückung sowie den gezielten Fruchtfolgewechsel und den Einsatz von Herbiziden mit alternativen Wirkmechanismen in den nachfolgenden Kulturen.
Mischbarkeit & Tankmischung
MON 79351 ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe ist jedoch besonders auf die Wasserqualität zu achten: Sehr hartes Wasser, das hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen enthält, kann die Wirksamkeit von Glyphosat durch Komplexbildung reduzieren. In solchen Fällen empfiehlt sich der vorherige Zusatz eines geeigneten Wasserkonditionierers (wie Ammoniumsulfat). Um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf schwer benetzbaren Blattoberflächen zu optimieren, kann zudem der Zusatz von nicht-ionischen Tensiden vorteilhaft sein, sofern dies laut Gebrauchsanleitung für die jeweilige Anwendung zulässig ist.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit MON 79351 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Oberflächengewässern und aquatischen Organismen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen und gegebenenfalls der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Obwohl der Wirkstoff als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft ist, sollte eine Anwendung in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuberinsekten zu minimieren. Zudem sind spezifische Anwendungsverbote auf sensiblen Flächen und in Wasserschutzgebieten gemäß den nationalen gesetzlichen Vorgaben zu beachten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Rasen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Nadelholz | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Weichweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Nadelholz | Holzgewächse, Adlerfarn, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hafer | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Gleisanlagen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Laubholz | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wege und Plätze | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Steinobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Laubholz | Holzgewächse, Adlerfarn, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Nichtkulturland ohne Holzgewächse | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Raps | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Senf-Arten | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Lein | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit MON 79351 gegen ausdauernde Unkräuter?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt vor, wenn die Zielpflanzen genügend aufnahmefähige Blattfläche gebildet haben und sich im aktiven Wachstum befinden. Bei mehrjährigen Unkräutern wie der Quecke ist eine Behandlung im Herbst besonders effektiv, da zu diesem Zeitpunkt der Assimilatstrom und somit auch der Wirkstoff verstärkt in die Überdauerungsorgane (Rhizome) transportiert wird.
Wie beeinflusst Regen kurz nach der Anwendung die Wirksamkeit von MON 79351?
Da Glyphosat über das Blatt aufgenommen wird, benötigt das Mittel eine gewisse Einwirkzeit. Setzt innerhalb von weniger als 4 bis 6 Stunden nach der Spritzung starker Regen ein, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die Bekämpfungsleistung erheblich mindert. Es sollte daher nur bei trockenen Bedingungen und Aussicht auf eine niederschlagsfreie Phase appliziert werden.
Was muss bei der Anwendung von MON 79351 in Bezug auf hartes Wasser beachtet werden?
In Regionen mit hartem Brunnen- oder Leitungswasser können die darin gelösten Calcium- und Magnesiumionen an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme in die Pflanze blockieren. Um diesen Effekt zu verhindern, sollte dem Spritzwasser vor der Zugabe des Herbizids ein Wasserenthärter oder Ammoniumsulfat beigemischt werden, um die Ionen zu maskieren.
Darf MON 79351 zur Sikkation in allen Kulturen uneingeschränkt eingesetzt werden?
Nein, die Sikkation (Spätbehandlung vor der Ernte) unterliegt strengen gesetzlichen Auflagen in Deutschland. Sie ist nur in spezifisch zugelassenen Kulturen und oft nur zur Ernteerleichterung auf Teilflächen erlaubt, wenn ein Drusch sonst unmöglich wäre. Zudem müssen die vorgeschriebenen Wartezeiten bis zur Ernte exakt eingehalten werden.
Wie lange sollte nach einer Behandlung mit MON 79351 mit der Bodenbearbeitung gewartet werden?
Um eine vollständige systemische Verteilung des Wirkstoffs bis in die Wurzeln zu gewährleisten, sollte der Boden nach der Anwendung für mindestens 3 bis 7 Tage nicht bearbeitet werden. Bei einjährigen Unkräutern reichen oft wenige Tage, während bei hartnäckigen, ausdauernden Arten wie der Quecke eine längere Wartezeit empfohlen wird.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?
Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach der gewünschten Kultur und dem spezifischen Schaderreger (z. B. einkeimblättrige Unkräuter) zu suchen. Dort erhalten Sie eine aktuelle Übersicht aller in Deutschland registrierten Alternativen inklusive deren Anwendungsbestimmungen.