AGOLA
AGOLA ist ein hochwirksames, selektives Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke. Als Emulsionskonzentrat formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter der Schadgräser aus. Es wird vor allem in zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln, Leguminosen und verschiedenen Gemüsekulturen eingesetzt, um die Konkurrenz durch Gräser frühzeitig und kulturverträglich auszuschalten.
Der Wirkstoff Propaquizafop sorgt für eine rasche systemische Verteilung in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome. Dies ist besonders bei der Bekämpfung ausdauernder Schaderreger wie der Gemeinen Quecke von entscheidender Bedeutung, da so ein Wiederaustrieb effektiv verhindert wird. Die Flexibilität in der Anwendung und die hervorragende Kulturverträglichkeit machen AGOLA zu einem wichtigen Baustein in modernen Ackerbau- und Gemüsebaustrategien.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in AGOLA enthaltene Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (allgemein bekannt als "Fops") und wird der HRAC-Gruppe A zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau von Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Gräser unterbunden, was zu einem schnellen Wachstumsstopp führt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff innerhalb weniger Stunden von den Blättern aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal transportiert. Bereits kurz nach der Behandlung stoppt das Wachstum der Schadgräser. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen der jüngsten Blätter und Herzblattfäule treten nach etwa ein bis zwei Wochen auf, gefolgt vom vollständigen Absterben der gesamten Graspflanze.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei Schadgräsern (insbesondere bei weit verbreiteten Arten wie Acker-Fuchsschwanz oder Windhalm) vorzubeugen, muss AGOLA strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da Propaquizafop der HRAC-Gruppe A angehört, sollte der wiederholte, einseitige Einsatz von ACCase-Hemmern auf derselben Fläche vermieden werden. Ein konsequenter Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung sind essenziell, um die langfristige Wirksamkeit dieses Wirkstoffs zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
AGOLA ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. In solchen Fällen empfiehlt sich eine Splitting-Anwendung mit einem zeitlichen Abstand von einigen Tagen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte die Anwendung auf trockene Bestände bei ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen; extreme Hitze oder Frostperioden unmittelbar nach der Spritzung sind zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von AGOLA sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Anwendern und Umwelt strikt einzuhalten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung ist obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die spezifischen Abstandsauflagen und Pufferzonen gemäß den BVL-Zulassungsrichtlinien zu beachten. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sonnenblume | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futtererbse | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wurzelpetersilie | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Futterrübe | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futterrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Sonnenblume | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Erdbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sojabohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Möhre | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 21–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–19 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Futtererbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Zuckerrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Speisezwiebel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 21–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Lein | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit AGOLA gegen einjährige Gräser?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die einjährigen Schadgräser im aktiven Wachstum befinden und ausreichend Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben. Dies ist idealerweise vom 2-Blatt-Stadium bis zum Bestockungsende der Fall. Die Kultur selbst muss sich dabei im zugelassenen BBCH-Bereich befinden.
Wie wirkt sich trockenes oder kaltes Wetter auf die Effizienz von AGOLA aus?
Da AGOLA ein systemisches Herbizid ist, erfordert die optimale Wirkung ein aktives Wachstum der Schadgräser. Bei extremer Trockenheit, Kälte oder Wachstumsstillstand ist die Wirkstoffaufnahme und -leitung in der Pflanze verlangsamt, was den Bekämpfungserfolg mindern kann. Ideale Bedingungen sind milde Temperaturen und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit.
Kann AGOLA zusammen mit Herbiziden gegen breitblättrige Unkräuter ausgebracht werden?
Obwohl eine physikalische Mischbarkeit oft gegeben ist, kann es bei Mischungen mit bestimmten Dikotylen-Herbiziden (z. B. Sulfonylharnstoffen oder Wuchsstoffen) zu einem Antagonismus kommen, der die Wirkung gegen Gräser abschwächt. Es wird empfohlen, solche Behandlungen zeitlich versetzt mit einem Abstand von ca. 3 bis 7 Tagen durchzuführen.
Warum ist AGOLA besonders effektiv bei der Bekämpfung der Gemeinen Quecke?
Die Gemeine Quecke bildet unterirdische Rhizome, aus denen sie immer wieder austreiben kann. Der Wirkstoff Propaquizafop wird nach der Aufnahme extrem gut in diese unterirdischen Überdauerungsorgane transportiert (basipetaler Transport) und zerstört dort die Wachstumszonen, was zu einer nachhaltigen Reduzierung des Queckenbesatzes führt.
Was muss ich beim Resistenzmanagement bezüglich des Wirkstoffs Propaquizafop beachten?
Propaquizafop gehört zur HRAC-Gruppe A (ACCase-Hemmer). Um Resistenzen bei Gräsern wie Acker-Fuchsschwanz zu vermeiden, sollte diese Wirkstoffklasse pro Saison und Schlag nur einmal eingesetzt und in den Folgejahren mit Wirkstoffen anderer HRAC-Klassen abgewechselt werden.
Wie finde ich heraus, ob AGOLA für meine spezifische Kultur und den Schaderreger registriert ist?
Nutzen Sie die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Raps oder Kartoffel) filtern und sich die dafür zugelassenen Schaderreger sowie die exakten Aufwandmengen und Wartezeiten anzeigen lassen, die für die BVL-Zulassung von AGOLA hinterlegt sind.