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Sonstige · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Barclay Gallup Biograde 360

BVL Zul.-Nr. 026173-00

Barclay Gallup Biograde 360 ist ein bewährtes, systemisches Breitbandherbizid zur Bekämpfung eines extrem breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Ausfallkulturen und Kartoffeldurchwuchs. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Aufnahme über die grünen Pflanzenteile aus. Es ist ein unverzichtbares Werkzeug im modernen Ackerbau, im Forst sowie auf Nichtkulturland, um Flächen vor der Saat oder nach der Ernte sauber zu halten.

Die Formulierung sorgt für eine schnelle Verteilung des Wirkstoffs Glyphosat in der gesamten Pflanze bis in die Wurzelspitzen und Ausläufer. Dies garantiert eine nachhaltige Wirkung auch gegen hartnäckige, tiefwurzelnde ausdauernde Unkrautarten wie die Gemeine Quecke. Dank seiner vielseitigen Zulassung in zahlreichen Kulturen wie Getreide, Raps, Mais und Leguminosen bietet das Produkt maximale Flexibilität im landwirtschaftlichen Betriebsablauf und unterstützt eine effiziente, pfluglose Bodenbearbeitung.

Wirkstoffe

Glyphosat
485.8 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die Wirkung beruht auf der spezifischen Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum und den gesamten Proteinstoffwechsel unerlässlich sind. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt, weist der Wirkstoff eine hohe Spezifität auf. Nach der Aufnahme über die grünen Blätter und Stängel wird Glyphosat systemisch im Phloem transportiert und verteilt sich in der gesamten Pflanze, einschließlich der Speicherorgane und Wurzeln. Erste Symptome wie Chlorosen und Welke zeigen sich nach einigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben der behandelten Schaderreger.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Unkräutern vorzubeugen, solltest du Barclay Gallup Biograde 360 stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Dies umfasst den regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen sowie mechanische Maßnahmen wie die Stoppelbearbeitung und Fruchtfolgegestaltung. Vermeide eine wiederholte, alleinige Anwendung dieses Wirkstoffs auf derselben Fläche über mehrere Jahre hinweg und achte darauf, stets die empfohlenen Aufwandmengen einzuhalten, um selektiven Druck auf unvollständig bekämpfte Populationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Dieses Pflanzenschutzmittel ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Herbiziden und Bodenhilfsstoffen mischbar. Bei der Verwendung von hartem Spritzwasser empfiehlt sich der Zusatz von Ammoniumsulfat, um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- oder Magnesiumionen zu verhindern. Achte darauf, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen auszubringen und vermeide Anwendungen bei extremer Trockenheit oder unmittelbar vor Regenfällen, da eine ausreichende Antrocknungszeit von mindestens 4 bis 6 Stunden für die optimale systemische Wirkung erforderlich ist. Vor dem Mischen mit anderen Produkten wird ein Kompatibilitätstest in einem kleinen Gefäß empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Barclay Gallup Biograde 360 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten solltest du Anwendungen grundsätzlich nicht in blühenden Beständen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; weiche hierfür vorzugsweise auf die späten Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an aquatischen Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu verhindern und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sowie Abstandsregelungen konsequent einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerrapsAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
SommertriticaleAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
StilllegungsflächenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
LaubholzZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
NadelholzZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter4 LITER_PER_HECTARE
AckerbaukulturenAusfallkulturen, Kartoffeldurchwuchs, Zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
MaisAusfallkulturen, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wie lange muss ich nach der Anwendung warten, bis ich den Boden bearbeiten kann?

Für eine optimale Wirkung gegen ausdauernde Schaderreger wie die Quecke solltest du mit der Bodenbearbeitung warten, bis der Wirkstoff vollständig in die unterirdischen Speicherorgane transportiert wurde. In der Regel wird empfohlen, nach der Behandlung mindestens 5 bis 7 Tage zu warten, bevor du pflügst oder grubberst. Bei einjährigen Unkräutern reicht oft schon eine Wartezeit von 2 Tagen aus.

Welchen Einfluss hat die Wasserqualität auf die Wirksamkeit von Barclay Gallup Biograde 360?

Sehr hartes Wasser, das hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen enthält, kann die Wirksamkeit von Glyphosat beeinträchtigen, da sich schwer lösliche Komplexe bilden. Wenn du hartes Wasser nutzt, solltest du dem Spritzwasser vor der Zugabe des Herbizids Ammoniumsulfat beimischen, um die Kationen zu binden und die Wirkstoffaufnahme über das Blatt zu optimieren.

Kann ich das Pflanzenschutzmittel auch bei kühlen Temperaturen im Spätherbst einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Zielpflanzen noch aktiv assimilieren und wachsen. Bei niedrigen Temperaturen verlangsamt sich jedoch der Transport des Wirkstoffs in der Pflanze, weshalb es länger dauern kann, bis die sichtbaren Symptome des Absterbens eintreten. Vermeide Behandlungen bei Frost oder wenn die Unkräuter bereits im Ruhezustand sind.

Was muss ich bezüglich des Abdriftschutzes bei angrenzenden Kulturen beachten?

Da es sich um ein nicht-selektives Breitbandherbizid handelt, führt jeglicher Kontakt mit grünen Teilen von Nichtzielpflanzen zu schweren Schäden oder zum Absterben dieser Kulturen. Verwende daher stets abdriftmindernde Düsen, passe den Spritzdruck an und führe die Behandlung nur bei Windstille oder sehr geringer Windgeschwindigkeit durch, um deine Nachbarkulturen zu schützen.

Wie verhält sich der Wirkstoff im Boden und gibt es Einschränkungen für den Nachbau?

Der Wirkstoff Glyphosat wird im Boden sehr schnell durch Mikroorganismen abgebaut und stark an Tonminerale und Humuspartikel adsorbiert, weshalb keine nennenswerte Bodenwirkung vorliegt. Nach der vorschriftsmäßigen Anwendung und Einhaltung der Wartezeiten gibt es für dich keine Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen, da keine Aufnahme über die Wurzeln aus dem Boden erfolgt.

Wann ist der beste Zeitpunkt am Tag für die Ausbringung?

Du solltest die Behandlung idealerweise an einem wüchsigen Tag mit ausreichender Luftfeuchtigkeit durchführen. Vermeide die pralle Mittagssonne bei extremer Hitze, da die Spritztropfen sonst zu schnell eintrocknen und die Blätter den Wirkstoff schlechter aufnehmen können. Die frühen Morgenstunden nach dem Abtrocknen des Taus oder der späte Nachmittag sind für deine Anwendung optimal.