CLAP
CLAP ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Clopyralid (395,3 g/l), formuliert als wasserlösliches Konzentrat (SL), bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Selektivität und Flexibilität. Es wird insbesondere in Getreide, Raps, Rüben sowie in ausgewählten Zierpflanzenkulturen eingesetzt, um schwer bekämpfbare Unkrautarten effektiv zu kontrollieren.
Das Wirkungsspektrum von CLAP konzentriert sich vor allem auf wirtschaftlich bedeutsame zweikeimblättrige Schadpflanzen. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen Korbblütler (Asteraceae) wie Kamille-Arten, Ackerkratzdistel und Gänsedistel sowie gegen Knöterichgewächse und Leguminosen. Durch die schnelle Aufnahme über das Blattwerk und die anschließende systemische Verteilung in der gesamten Pflanze sorgt das Mittel für einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg bis in die Wurzelspitzen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in CLAP enthaltene Wirkstoff Clopyralid gehört zur chemischen Gruppe der Pyridincarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (synthetische Auxine) eingestuft. Nach der Aufnahme über die Blätter und zu einem geringen Teil über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem transportiert. Er reichert sich primär in den meristematischen Geweben der Unkräuter an. Clopyralid imitiert das natürliche Pflanzenhormon Auxin (Indol-3-essigsäure) und besetzt die entsprechenden Rezeptoren. Dies führt zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem unkoordinierten Streckungswachstum in den empfindlichen Schadpflanzen. Typische Symptome sind charakteristische Verkrümmungen (Epinastie) an Stängeln und Blättern, gefolgt von einer Verstopfung der Leitungsbahnen, Welke und dem schrittweisen Absterben der gesamten Pflanze inklusive des Wurzelsystems.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du CLAP stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements einsetzen. Da Clopyralid der HRAC-Gruppe 4 angehört, ist es ratsam, den Wirkstoff im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. ALS-Inhibitoren oder Photosynthesehemmern) anzuwenden. Achte darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion teilresistenter Biotypen zu verhindern, und nutze mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung, wo immer dies sinnvoll ist.
Mischbarkeit & Tankmischung
CLAP zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme empfiehlt sich die Anwendung bei wüchsigem Wetter mit ausreichender Luftfeuchtigkeit. Vermeide extreme Wasserhärten und sehr kaltes Spritzwasser, um eine optimale Löslichkeit des Konzentrats im Spritztank zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CLAP ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Registrierungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer oder Nichtzielflächen strikt zu verhindern, um aquatische Organismen und die Bodenfauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Zweikeimblättrige Unkräuter | 18–51 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Narzissen | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Leindotter | Zweikeimblättrige Unkräuter | 12–14 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter | 12–19 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Zweikeimblättrige Unkräuter | 12–14 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–39 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lilium-Arten | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter | 12–14 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Narzissen | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter | 12–32 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Zweikeimblättrige Unkräuter | 12–14 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lilium-Arten | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weiden-Arten | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rübsen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 12–14 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter | 12–14 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit CLAP gegen Ackerkratzdisteln?
Für eine optimale Wirkung gegen die Ackerkratzdistel solltest du die Behandlung durchführen, wenn die Disteln eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht haben und sich im aktiven Wachstum befinden (Rosettenstadium bis kurz vor dem Schossen). Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln besonders stark, wodurch der Wirkstoff effizient bis in die Wurzeln transportiert wird.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von CLAP nach der Anwendung?
CLAP benötigt für eine optimale systemische Wirkung wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C. Bei extremer Trockenheit oder Frostgefahr solltest du auf eine Anwendung verzichten, da die Unkräuter dann ihren Stoffwechsel verlangsamen und den Wirkstoff nicht ausreichend aufnehmen und transportieren können. Eine Regenfestigkeit ist meist schon wenige Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags gegeben.
Kann ich CLAP auch in Wasserschutzgebieten anwenden?
Ja, grundsätzlich ist die Anwendung möglich, jedoch musst du die spezifischen regionalen Auflagen und Schutzgebietsverordnungen deines Bundeslandes strikt beachten. Vermeide jegliche Abdrift und achte darauf, die vorgegebenen Abstände zu Oberflächengewässern einzuhalten, um einen Eintrag in das Grund- oder Oberflächenwasser zu verhindern.
Welche Nachbaufristen muss ich nach dem Einsatz von CLAP beachten?
Da Clopyralid im Boden eine gewisse Persistenz aufweisen kann, solltest du bei der Fruchtfolgeplanung vorsichtig sein. Nach einer Behandlung mit CLAP können im selben Jahr in der Regel problemlos Getreide oder Raps nachgebaut werden. Bei empfindlichen Folgekulturen wie Leguminosen (Erbsen, Bohnen), Umbelliferen (Möhren) oder Solanaceen (Kartoffeln) im Folgejahr ist jedoch auf eine gründliche Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen) zu achten, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.
Wie erkenne ich, ob die Behandlung mit CLAP erfolgreich war?
Erste Symptome zeigen sich meist nach wenigen Tagen in Form von typischen Wuchsanomalien, wie dem Verkrümmen und Verdrehen der Triebe und Blätter (Epinastie). Der vollständige Absterbeprozess der Unkräuter kann je nach Witterung und Entwicklungsstadium der Schadpflanzen zwei bis drei Wochen dauern, da der Wirkstoff langsam bis in die Wurzelspitzen transportiert wird.
Wie finde ich im Agronomie-Portal weitere zugelassene Produkte für meine Kultur?
Du kannst im Portal über die Kultur- oder Schaderregersuche gezielt nach registrierten Pflanzenschutzmitteln filtern. Nutze einfach die Suchmaske auf der Startseite, wähle deine spezifische Kultur (z. B. Winterraps) und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen zu erhalten.