EUSKATEL
EUSKATEL ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide, Raps und Rübenkulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es ist als Emulsionskonzentrat formuliert, was eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme durch die Kultur gewährleistet.
Das Anwendungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze, Echten Mehltau und Fusarium-Arten im Getreide sowie Sclerotinia im Raps und Cercospora in Rüben. Durch die systemische Verteilung im Pflanzengewebe schützt EUSKATEL auch den Neuzuwachs zuverlässig vor Infektionen und sichert somit Ertrag und Qualität der Ernte.
Dank seiner flexiblen Einsatzfenster in den verschiedenen Kulturen lässt sich das Produkt optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es stellt einen wichtigen Baustein für den integrierten Pflanzenschutz dar, um Ertragsverluste durch späten Befall, insbesondere während der sensiblen Phasen der Blüte und Kornfüllung, effektiv zu verhindern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Er blockiert die Biosynthese von Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der Pilzzellmembran. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran ihre Stabilität und Selektivität, was letztlich zum Absterben des Pilzmyzels führt. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und verteilt sich akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur. Diese systemische Aktivität ermöglicht es, bereits im Gewebe etablierte, aber noch nicht sichtbare Infektionen kurativ zu stoppen und gleichzeitig einen langanhaltenden Schutzfilm gegen neue Sporenkeimung aufzubauen.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen DMI-Fungizide (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte EUSKATEL stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet die Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison und den konsequenten Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen. Auch die Kombination mit Kontaktfungiziden oder Partnern mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus in Tankmischungen ist zu empfehlen, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu vermeiden.
Mischbarkeit & Tankmischung
EUSKATEL zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gründliche Durchmischung zu achten. Vor der großflächigen Anwendung wird empfohlen, eine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchzuführen. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung auf wachsartigen Blattoberflächen (wie bei Raps oder Rüben) verbessern, sollte jedoch stets auf die jeweilige Kultur und die Witterungsbedingungen abgestimmt sein.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit EUSKATEL ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft; daher müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Abdriftminderungsklassen strikt eingehalten werden, um aquatische Organismen zu schützen. Für Bienen ist das Produkt bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen in blühenden Beständen vorzugsweise außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Futterrübe | Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola | 39–49 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Echter Mehltau (Erysiphe betae), Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola | 39–49 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Wintergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommertriticale | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Zuckerrübe | Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola | 39–49 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Winterhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommertriticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Roggen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium im Weizen?
Die Behandlung gegen Fusarium-Arten sollte gezielt während der Blüte (BBCH-Stadium 61 bis 65) erfolgen. Eine Applikation in diesem engen Zeitfenster, idealerweise kurz vor oder direkt nach einem Niederschlagsereignis, bietet den besten Schutz vor einer Infektion der Ährenspindeln und senkt das Risiko von Mykotoxinbelastungen im Erntegut erheblich.
Kann EUSKATEL auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist bereits bei kühlen Temperaturen ab etwa 5 bis 8 °C aktiv, sofern die Kultur wächst und den Wirkstoff aufnehmen kann. Dies macht das Produkt zu einer hervorragenden Option für frühe Behandlungen gegen Halmbruch oder frühen Gelbrostbefall im Getreide ab dem BBCH-Stadium 30.
Welche Rolle spielt die systemische Wirkung von EUSKATEL beim Schutz von Raps gegen Sclerotinia?
Da Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) den Raps vor allem während der Blüte über herabfallende Blütenblätter infiziert, ist eine systemische Verteilung entscheidend. EUSKATEL schützt die Kultur von innen heraus, indem es sich in den Trieben verteilt und so verhindert, dass der Pilz das Stängelgewebe durchdringt und die Saftleitungen blockiert.
Wie lässt sich EUSKATEL optimal in ein Spritzprogramm für Zuckerrüben integrieren?
In Rübenkulturen sollte die erste Anwendung beim ersten sichtbaren Befall mit Cercospora beticola oder Rübenrost erfolgen. Um Resistenzen vorzubeugen, empfiehlt es sich, EUSKATEL im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Strobilurinen) oder in Kombination mit einem Kontaktpartner einzusetzen, insbesondere wenn mehrere Behandlungen notwendig sind.
Was muss bezüglich der Wartezeit bei späten Anwendungen im Getreide beachtet werden?
Die Wartezeit beschreibt den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand zwischen der letzten Anwendung und der Ernte. Da EUSKATEL im Getreide bis zum Ende der Blüte (BBCH-Stadium 69) zugelassen ist, muss sichergestellt werden, dass die kultur- und anwendungsspezifische Wartezeit (die je nach Zulassung zwischen 21 und 56 Tagen liegt) bis zum Druschtermin vollständig eingehalten wird.
Wie finde ich im agronomy.farmable.tech-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?
Nutzen Sie die Filterfunktion auf unserer Plattform, um gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Winterweichweizen oder Zuckerrübe) und dem spezifischen Schaderreger zu suchen. Das System listet Ihnen alle in Deutschland (BVL) registrierten Produkte inklusive Wirkstoffen, Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen übersichtlich auf.