Flowbrix
Flowbrix ist ein hochkonzentriertes, flüssiges Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kupferoxychlorid (638 g/l), das sich als bewährter Standard im modernen Pflanzenschutz etabliert hat. Durch seine Formulierung als Suspensionskonzentrat bietet es eine hervorragende Haftung auf den Pflanzenteilen und eine gleichmäßige Verteilung. Es wird vor allem zur vorbeugenden Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen und bakteriellen Schaderregern in verschiedenen Kulturen wie Obst, Gemüse und Sonderkulturen eingesetzt.
Dank der feinen Partikelgröße des Kupfers bietet Flowbrix eine exzellente Regenbeständigkeit und eine langanhaltende Schutzwirkung. Es schützt die behandelten Kulturen zuverlässig vor wirtschaftlich bedeutenden Krankheiten wie der Kräuselkrankheit, dem Falschen Mehltau, Phytophthora infestans sowie verschiedenen Blattfleckenkrankheiten und bakteriellen Infektionen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Kupferoxychlorid gehört zur FRAC-Gruppe M01 (Multi-Site-Inhibitoren). Die Wirkung beruht auf der kontinuierlichen Freisetzung von Kupfer-Ionen (Cu2+), die von den Sporen der pilzlichen und bakteriellen Schaderreger passiv aufgenommen werden. Im Inneren der Erregerzellen interagieren diese Ionen unspezifisch mit zahlreichen Proteinen und Enzymen, zerstören deren Struktur und blockieren lebenswichtige Stoffwechselprozesse sowie die Zellatmung. Da dieser biochemische Angriff an mehreren Stellen gleichzeitig erfolgt (Multi-Site-Aktivität), wird das Keimen von Pilzsporen und die Vermehrung von Bakterien effektiv verhindert. Da es sich um ein reines Kontaktfungizid handelt, muss der Spritzbelag vorbeugend vor einer Infektion aufgetragen werden, um einen lückenlosen Schutzfilm auf den Oberflächen der Kultur zu bilden.
Resistenzmanagement
Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M01) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Kupferoxychlorid äußerst gering. Flowbrix eignet sich daher hervorragend als Baustein in deinem Antiresistenzmanagement. Du kannst es optimal im Wechsel mit systemischen oder ortsspezifischen Fungiziden einsetzen, um deren Wirkungsdauer zu sichern und den Selektionsdruck auf diese sensibleren Wirkstoffklassen konsequent zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Flowbrix ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Da Kupferformulierungen jedoch empfindlich auf extreme pH-Werte reagieren können, solltest du saure Mischungspartner (pH-Wert der Spritzbrühe unter 6,0) unbedingt vermeiden, da dies die Löslichkeit der Kupfer-Ionen erhöht und zu Phytotoxizität an den Kulturen führen kann. Führe vor der Ansetzung größerer Mengen immer eine physikalische Mischungsprobe im kleinen Maßstab durch und achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge für eine vollständige Benetzung.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Flowbrix steht der Schutz von Anwender und Umwelt im Vordergrund. Trage stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz während der Anmischung und Anwendung. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind; verlege die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zucchini | Bakterielle Schaderreger | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Patisson | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zwiebelgemüse | Brennfleckenkrankheit der Zwiebel (Colletotrichum circinans) | 14–47 | 2.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kernobst | Obstbaumkrebs (Nectria galligena) | 53–91 | 1.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Quitte | Bakterielle Schaderreger | 53–91 | 1.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Gurke | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Patisson | Bakterielle Schaderreger | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Pfirsich | Kräuselkrankheit (Taphrina deformans) | 53–91 | 1.1 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana) | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana) | Bakterielle Schaderreger | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Gurke | Bakterielle Schaderreger | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Tomate | Bakterielle Schaderreger | 15–89 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Moschus-Kürbis | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Aubergine | Phytophthora infestans | 15–89 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zucchini | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Erdbeere | Bakterielle Schaderreger | 13–85 | 2.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Eberesche | Bakterielle Schaderreger | 53–91 | 1.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Zwiebelgemüse | Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri) | 14–47 | 2.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Beerenobst | Pilzliche Schaderreger | — | 3.3 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Zwiebelgemüse | Laubkrankheit (Stemphylium botryosum) | 14–47 | 2.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zwiebelgemüse | Bakterielle Schaderreger | 14–47 | 2.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Erdbeere | Mycosphaerella, Colletotrichum | 13–85 | 2.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Riesenkürbis | Bakterielle Schaderreger | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Aprikose | Kräuselkrankheit (Taphrina deformans) | 53–91 | 1.1 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Spargel | Pilzliche Schaderreger | — | 3.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Flaschenkürbis | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Bakterielle Schaderreger | 15–47 | 2.6 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Birne | Bakterielle Schaderreger | 53–91 | 1.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Wurzel- und Knollengemüse | Cercospora-Arten, Alternaria Arten (Alternaria sp.) | 15–47 | 2.6 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Riesenkürbis | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Flaschenkürbis | Bakterielle Schaderreger | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Garten-Kürbis | Bakterielle Schaderreger | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zwiebelgemüse | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 14–47 | 2.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beerenobst | Bakterielle Schaderreger | — | 3.3 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Steinobst | Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) | 53–91 | 1.1 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Garten-Kürbis | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 10–99 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Aubergine | Bakterielle Schaderreger | 15–89 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Tomate | Phytophthora infestans | 15–89 | 1.3 LITER_PER_HECTARE | 3T |
Häufige Fragen
Wie wirkt Flowbrix am besten gegen bakterielle Schaderreger?
Da Kupferoxychlorid ein reines Kontaktmittel ist, wirkt es ausschließlich vorbeugend (protektiv). Du musst Flowbrix applizieren, bevor die Bakterien in die Kultur eindringen. Achte auf eine lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile, da nur direkt getroffene Erreger oder solche, die mit dem Kupferbelag in Kontakt kommen, abgetötet werden.
Warum ist der pH-Wert des Wassers bei der Ausbringung von Flowbrix so wichtig?
Ein zu saurer pH-Wert (unter 6,0) in der Spritzbrühe führt dazu, dass sich zu viele Kupfer-Ionen schlagartig lösen. Dies kann zu Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern deiner Kultur führen. Verwende daher idealerweise neutrales bis leicht alkalisches Wasser und vermeide saure Mischungspartner.
Kann ich Flowbrix auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?
Ja, die Wirkung von Kupferoxychlorid ist temperaturunabhängig. Du kannst Flowbrix bereits ab dem frühen Austrieb (z. B. ab BBCH 10 zur Bekämpfung der Kräuselkrankheit an Pfirsich oder gegen Obstbaumkrebs) einsetzen, sobald die Bedingungen eine Befahrung der Flächen zulassen.
Wie integriere ich Flowbrix am besten in eine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen?
Da Flowbrix als Multi-Site-Fungizid (FRAC M01) kein Resistenzrisiko aufweist, solltest du es strategisch als Partner- oder Wechselprodukt zu systemischen Fungiziden einplanen. Dies schützt gefährdete Wirkstoffklassen vor Wirkungsverlusten und sichert einen dauerhaften Bekämpfungserfolg.
Was muss ich bei der Anwendung von Flowbrix bezüglich des Bienenschutzes beachten?
Auch wenn keine spezifische Einstufung vorliegt, gebietet der verantwortungsvolle Pflanzenschutz, Behandlungen nicht an blühenden Kulturen oder blühenden Unterkulturen durchzuführen, wenn Bienen fliegen. Weiche für die Applikation auf die späten Abendstunden aus, wenn der Bienenflug beendet ist.
Wie verhält sich Flowbrix bei starkem Regen nach der Applikation?
Dank der speziellen Formulierung haftet Flowbrix hervorragend auf der Pflanzenoberfläche. Sobald der Spritzbelag vollständig angetrocknet ist, weist er eine hohe Regenbeständigkeit auf. Bei extremen Niederschlägen oder starkem Neuzuwachs der Kultur musst du den Schutzbelag jedoch gemäß den zugelassenen Anwendungshäufigkeiten erneuern.