Green Doctor
Green Doctor ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel von BIOPREPARATY spol.s.r.o., das auf dem nützlichen Mykoparasiten Pythium oligandrum M1 basiert. Als trockenes Pulver formuliert, bietet dieses Präparat eine umweltfreundliche und rückstandsfreie Alternative oder Ergänzung zu klassischen chemisch-synthetischen Fungiziden. Es ist für eine Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen wie Weinreben, Erdbeeren, Raps und Getreide zugelassen.
Das Wirkungsspektrum von Green Doctor umfasst ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger. Dazu gehören bodenbürtige Erreger wie Fusarium- und Verticillium-Arten, Erreger von Auflaufkrankheiten sowie aggressive Blatt- und Fruchtpathogene wie Botrytis cinerea (Graufäule) und verschiedene Falsche Mehltaupilze (Plasmopara viticola, Pseudoperonospora spp.). Durch seine biologische Natur eignet sich das Produkt hervorragend für den Einsatz im integrierten Anbau sowie in biologischen Produktionssystemen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von Pythium oligandrum M1 ist rein biologisch und vielschichtig. Als aggressiver Mykoparasit besiedelt der nützliche Organismus die Rhizosphäre oder die Blattoberfläche der Kultur. Sobald er auf Hyphen von Schadpilzen trifft, umschlingt er diese, dringt mithilfe von hydrolytischen Enzymen (wie Chitinasen und Glucanasen) in sie ein und nutzt den Schaderreger als Nahrungsquelle. Dies führt zur schnellen Zerstörung des pathogenen Myzels. Neben dem direkten Mykoparasitismus induziert Pythium oligandrum über spezifische Proteine (wie Oligandrin) die natürliche, systemische Widerstandskraft (ISR) der Kultur. Die Kultur wird dadurch physiologisch stimuliert, eigene Abwehrmechanismen gegen nachfolgende Infektionen zu aktivieren. Zudem besetzt der Nützling ökologische Nischen auf der Kultur und entzieht potenziellen Schaderregern durch Konkurrenz um Nährstoffe und Lebensraum die Existenzgrundlage.
Resistenzmanagement
Da Green Doctor auf einem lebenden Organismus mit einem komplexen, physikalisch-enzymatischen Wirkungsmechanismus basiert, ist das Risiko einer Resistenzbildung bei den Zielpathogenen als extrem gering einzustufen. Es gibt keine bekannten Kreuzresistenzen zu chemischen Wirkstoffklassen. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich daher ideal als Baustein in Antiresistenzstrategien. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit chemischen Fungiziden kannst du den Selektionsdruck auf klassische Wirkstoffe effektiv senken und deren Wirksamkeit im Feld langfristig sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Planung von Tankmischungen musst du die biologische Natur von Green Doctor zwingend berücksichtigen. Da es sich um einen lebenden Organismus handelt, ist die gleichzeitige Anwendung mit chemisch-synthetischen Fungiziden, insbesondere solchen mit Wirkung gegen Oomyceten, absolut zu vermeiden, da diese den Wirkstoff abtöten würden. Mischungen mit Herbiziden, Insektiziden oder Blattdüngern sind oft möglich, sollten jedoch vorab auf Verträglichkeit geprüft werden. Verwende für die Spritzbrühe sauberes, chlorfreies Wasser und lasse die fertige Mischung nicht über längere Zeit stehen, um die Vitalität der Sporen nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Green Doctor ein sehr günstiges Umweltprofil auf. Zum Schutz des Anwenders wird dennoch das Tragen der üblichen persönlichen Schutzausrüstung bei der Handhabung des Pulvers empfohlen, um Staubbildung und den direkten Kontakt mit Augen oder Schleimhäuten zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen beachten: Vermeide Behandlungen während des aktiven Bienenflugs und appliziere das Produkt vorzugsweise in den Abendstunden auf abgetrocknete Bestände. Achte zudem darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder empfindliche Biotopstrukturen gelangt.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Rasen | Auflaufkrankheiten | — | 0.125 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Auflaufkrankheiten | — | 0.05 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Auflaufkrankheiten | — | 0.05 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Verticillium, Fusarium | — | 0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Mohn | Helminthosporium-Arten (Helminthosporium spp.), Peronospora | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sojabohne | Sclerotinia sclerotiorum, Colletotrichum | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi) | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Verticillium, Fusarium | — | 0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Raps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Auflaufkrankheiten | — | 0.005 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Raps | Stängelfäule (Sclerotinia sclerotiorum) | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Auflaufkrankheiten | — | 0.05 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Phytophthora fragariae, Phytophthora cactorum | — | 0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Auflaufkrankheiten | — | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Senf | Botrytis cinerea, Alternaria brassicae, Sclerotinia sclerotiorum | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Phytophthora fragariae, Phytophthora cactorum | — | 0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kohlgemüse | Falscher Mehltau (Peronospora parasitica), Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans), Alternaria brassicae | — | 0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Lupine-Arten | Sclerotinia sclerotiorum, Colletotrichum | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sojabohne | Auflaufkrankheiten | — | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Lupine-Arten | Auflaufkrankheiten | — | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Baumschulgehölzpflanzen | Auflaufkrankheiten | — | 0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Fusarium | — | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola), Botrytis cinerea | — | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Graufäule (Botrytis cinerea) | — | 0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Graufäule (Botrytis cinerea) | — | 0.2 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli) | — | 0.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie bereitest du die Spritzbrühe mit Green Doctor richtig vor, um die beste Wirkung zu erzielen?
Da es sich um lebende Sporen handelt, müssen diese vor der Anwendung aktiviert werden. Rühre das Pulver zunächst in einer kleinen Menge lauwarmem Wasser (ca. 20–25 °C) an und lasse diese Vormischung für etwa 20 bis 30 Minuten quellen. Gib den Ansatz erst danach durch das Sieb in den teilbefüllten Spritztank und halte das Rührwerk während des gesamten Ausbringungsvorgangs eingeschaltet.
Kannst du Green Doctor auch als Saatgutbehandlung einsetzen?
Ja, das Produkt ist hervorragend für die Beizung oder Nassbeizung von Saatgut geeignet, um junge Keimlinge direkt beim Auflaufen vor bodenbürtigen Schaderregern wie Fusarium oder Pythium zu schützen. Achte darauf, dass das behandelte Saatgut nach der Anwendung zügig getrocknet und zeitnah ausgesät wird.
Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung dieses biologischen Mittels?
Der nützliche Organismus Pythium oligandrum ist in einem breiten Temperaturbereich aktiv, optimal sind jedoch Bodentemperaturen ab ca. 10 °C und Lufttemperaturen zwischen 12 °C und 25 °C. Bei extremem Frost oder extremer Hitze über 35 °C stellt der Organismus sein Wachstum ein, weshalb du die Behandlung in kühlen Morgen- oder Abendstunden einplanen solltest.
Wie lange musst du nach einer Behandlung mit Green Doctor warten, bis du ein chemisches Fungizid spritzen darfst?
Um die Etablierung des Nützlings auf der Kultur oder im Boden nicht zu stören, solltest du einen Sicherheitsabstand von mindestens 7 bis 10 Tagen vor und nach der Anwendung von Green Doctor einhalten, wenn du chemisch-synthetische Fungizide einsetzt. Besonders kritisch sind kupferhaltige Mittel oder Oomyceten-Fungizide.
Hat Green Doctor eine Wartezeit bis zur Ernte?
Aufgrund seiner rein biologischen Natur und des Fehlens chemischer Rückstände ist für Green Doctor in den meisten Kulturen keine oder nur eine sehr kurze Wartezeit vorgeschrieben. Dies macht das Produkt besonders wertvoll für späte Anwendungen kurz vor der Ernte, beispielsweise zur Bekämpfung von Graufäule (Botrytis) in Erdbeeren oder Weinreben.
Wie lagerst du das Produkt am besten, damit die Sporen vital bleiben?
Lagere das Produkt unbedingt trocken, kühl (idealerweise unter 15 °C, am besten im Kühlschrank bei 4–8 °C) und frostfrei in der verschlossenen Originalverpackung. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen, um die Haltbarkeit und Keimfähigkeit der Sporen über die gesamte Lagerzeit zu garantieren.