Groundyng
Groundyng ist ein hochwirksamer Wachstumsregler von BASF, der speziell für den professionellen Einsatz im Getreide- und Rapsanbau sowie in weiteren ausgewählten Kulturen entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um das Längenwachstum gezielt zu steuern und die Standfestigkeit der Kulturen signifikant zu verbessern. Durch die Optimierung der Halmstruktur und die Einkürzung der Internodien beugt das Produkt wirksam dem gefürchteten Lager vor, was die Ernteeffizienz und die Ertragsqualität sichert.
Darüber hinaus unterstützt Groundyng die Winterfestigkeit bei Anwendungen im Herbst, insbesondere im Raps, indem es das Überwachsen des Vegetationskegels verhindert und die Pflanzen kompakt in den Winter gehen lässt. Die flexible Zulassung über ein breites Spektrum an Getreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen und Hafer macht dieses Produkt zu einem vielseitigen Werkzeug im modernen Bestandsmanagement.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von Groundyng basiert auf der synergistischen Kombination der beiden Wirkstoffe Mepiquat und Prohexadion. Beide Substanzen greifen regulierend in die Biosynthese der Gibberelline ein – jener Pflanzenhormone, die maßgeblich für das Streckungswachstum verantwortlich sind. Während Mepiquat als klassischer Synthesehemmer in einem früheren Stadium der Gibberellin-Synthese ansetzt und für eine langanhaltende, kontinuierliche Bremswirkung sorgt, blockiert Prohexadion die späten Schritte der Biosynthese (insbesondere die 3-beta-Hydroxylierung). Prohexadion zeichnet sich durch einen extrem schnellen Wirkungseintritt aus, der auch bei kühleren Temperaturen ab ca. 5–8 °C zuverlässig einsetzt. Durch diesen dualen hormonellen Eingriff wird die Zellstreckung im Halmgewebe sofort und nachhaltig reduziert. Das Ergebnis sind dickere Halmwände, ein stabilerer Halmdurchmesser und eine verbesserte Wurzelentwicklung, was die Standfestigkeit und die Nährstoffaufnahme der Kultur optimiert.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Groundyng um einen Wachstumsregler handelt, der physiologische Prozesse steuert und nicht direkt auf Schaderreger wie Pilze oder Insekten wirkt, besteht kein klassisches Risiko für eine Resistenzentwicklung im Sinne von HRAC oder FRAC. Dennoch erfordert ein nachhaltiges Bestandsmanagement den bewussten Einsatz: Die Aufwandmenge sollte stets an die Standortsituation, die Stickstoffdüngung, die Sortenanfälligkeit für Lager und die aktuelle Witterung angepasst werden. Um physiologischen Stress für die Kulturen zu vermeiden, solltest du extreme Überdosierungen verhindern und das Produkt nicht auf geschwächte oder unter Trockenstress stehende Bestände applizieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Groundyng weist eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern (wie AHL) auf. Bei Mischungen mit sulfonylharnstoffhaltigen Herbiziden oder bestimmten Fungiziden kann sich die einkürzende Wirkung verstärken; hier ist eine Anpassung der Aufwandmenge ratsam. Achte darauf, die Spritzbrühe stets zügig auszubringen und nicht über Nacht stehenzulassen. Für eine optimale Wirkstoffaufnahme sind wüchsige Bedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit ideal, während extreme Hitze oder Frostperioden unmittelbar vor oder nach der Anwendung vermieden werden sollten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Groundyng ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorglichen Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Applikation bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen. Achte zudem penibel darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Flora und Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Emmer | Halmfestigung | 31–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerraps | Standfestigkeit | 21–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Standfestigkeit | 21–59 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Winterfestigkeit, Standfestigkeit | 13–19 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Winterfestigkeit, Standfestigkeit | 13–19 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hafer | Halmfestigung | 30–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Halmfestigung | 30–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Halmfestigung | 30–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Stauchen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Stauchen | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Stauchen | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Stauchen | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rotklee | Standfestigkeit | 33–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gräser | Halmfestigung | 31–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Khorasan-Weizen | Halmfestigung | 31–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Einkorn | Halmfestigung | 31–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Halmfestigung | 30–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Halmfestigung | 30–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmfestigung | 30–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Halmfestigung | 30–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Halmfestigung | 30–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmfestigung | 30–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Groundyng zur Halmfestigung im Getreide?
Der beste Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 31 bis 39, also vom Schossen bis zum Erscheinen des letzten Blattes. In dieser Phase strecken sich die Internodien am stärksten, sodass du durch die Behandlung die Halmstruktur und Standfestigkeit am effektivsten stabilisieren kannst.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung dieses Wachstumsreglers?
Groundyng wirkt besonders gut bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen ab etwa 8 °C und ausreichender Lichtintensität, da dann der Wirkstoff Prohexadion optimal in der Kultur transportiert wird. Vermeide Behandlungen bei praller Mittagssonne, starkem Wind oder wenn Nachtfröste angekündigt sind, um Stresssymptome an den Kulturen zu verhindern.
Kann ich Groundyng auch im Herbst im Winterraps einsetzen?
Ja, eine Anwendung im Herbst (ab BBCH 13 bis 18) ist ideal, um die Winterfestigkeit des Rapses zu fördern. Durch das Stauchen des Vegetationskegels wird verhindert, dass der Raps vor dem Winter aufstängelt, wodurch er deutlich unempfindlicher gegen Frostschäden wird.
Was muss ich bei der Kombination von Groundyng mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) beachten?
Eine Tankmischung mit AHL ist grundsätzlich möglich, verstärkt jedoch die Wirkung und die Aufnahme des Wachstumsreglers. Du solltest in solchen Mischungen die Aufwandmenge von Groundyng leicht reduzieren und die Anwendung nur auf trockene, abgehärtete Pflanzenbestände bei bedecktem Himmel durchführen, um Verätzungen zu vermeiden.
Warum enthält Groundyng zwei verschiedene Wirkstoffe zur Wachstumsregulierung?
Die Kombination aus Mepiquat und Prohexadion bietet dir ein breiteres Temperaturfenster und eine sicherere Wirkung. Prohexadion wirkt extrem schnell und bereits bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr, während Mepiquat eine langanhaltende Depotwirkung besitzt, die den Zuwachs auch in späteren Wachstumsphasen zuverlässig reguliert.
Wie finde ich heraus, ob Groundyng für meine spezifische Getreidesorte geeignet ist?
Du kannst die zugelassenen Kulturen direkt in der Übersicht auf agronomy.farmable.tech einsehen. Achte darauf, dass die Aufwandmengen je nach Kultur (z. B. Gerste vs. Weizen) variieren können, und passe die Dosierung stets an die Lageranfälligkeit deiner spezifischen Sorte an.