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Sonstige · Life Scientific Limited

JAGUAR

BVL Zul.-Nr. 007213-60

JAGUAR ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums beißender und saugender Schaderreger in einer Vielzahl landwirtschaftlicher Kulturen. Als moderner Vertreter aus der Klasse der Pyrethroide zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle Kontakt- und Fraßwirkung aus, die für einen sofortigen Schutz der behandelten Bestände sorgt. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche.

Das Anwendungsspektrum von JAGUAR erstreckt sich über wichtige Kulturen wie Getreide, Raps, Kartoffeln und Rüben bis hin zu Gemüse- und Leguminosenarten. Es bietet einen zuverlässigen Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger, darunter Rapsglanzkäfer, Rapserdfloh, verschiedene Blattlausarten (auch als Virusvektoren) sowie Kohlschotenrüssler und Erbsenwickler. Dank dieser Vielseitigkeit ist JAGUAR ein wertvoller Baustein im integrierten Pflanzenschutz, um Ertrag und Qualität abzusichern.

Wirkstoffe

lambda-Cyhalothrin
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in JAGUAR enthaltene Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin gehört zur IRAC-Gruppe 3A (Pyrethroide). Die Wirkung basiert auf einem gezielten Eingriff in das Nervensystem der Schaderreger. Lambda-Cyhalothrin hält die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Insekten offen und verzögert deren Schließen. Dies führt zu einer langanhaltenden Depolarisation der Membran, was unkontrollierte Nervenimpulse, Krämpfe und schließlich den schnellen Tod des Schädlings zur Folge hat (sogenannter „Knock-down“-Effekt). Da der Wirkstoff primär als Kontakt- und Fraßgift wirkt, ist eine direkte Benetzung der Schaderreger oder die Aufnahme über behandelte Pflanzenteile für den Bekämpfungserfolg entscheidend. Aufgrund seiner lipophilen Eigenschaften haftet der Wirkstoff hervorragend an der Wachsschicht der Kulturen, was eine gute Regenbeständigkeit und eine verlässliche Dauerwirkung auf der Pflanzenoberfläche gewährleistet.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei intensiv bekämpften Schaderregern wie dem Rapsglanzkäfer oder Blattläusen, wirksam vorzubeugen, solltest du JAGUAR unbedingt im Wechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen der IRAC-Gruppe 3A innerhalb derselben Saison. Ein konsequentes Monitoring der Schädlingspopulationen und das Einhalten der Schadschwellen sind essenziell, um unnötige Selektionsdruck-Ereignisse zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

JAGUAR ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch immer, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kulturen zu garantieren, besonders bei dichtem Pflanzenbestand. Die Anwendung sollte bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, da extreme Hitze und intensive UV-Strahlung die Stabilität und Wirksamkeit von Pyrethroiden beeinträchtigen können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit JAGUAR ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, für den Anwenderschutz unerlässlich. Da der Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin hochwirksam ist, müssen Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässerstrukturen strikt vermieden werden, um aquatische Organismen zu schonen. Zum Schutz von bestäubenden Insekten und Bienen sollte die Anwendung grundsätzlich außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen, insbesondere wenn blühende Kulturen oder Unkräuter im Bestand vorhanden sind, auf denen Bienen aktiv nach Nahrung suchen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeErdflöhe (Halticinae), Erdraupen, Rübenfliege75 MILLILITER_PER_HECTARE56T
ErbseErbsenwickler, Blattrandkäfer, Grüne Erbsenblattlaus75 MILLILITER_PER_HECTARE28T
HartweizenBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
RapsRapsglanzkäfer55–9975 MILLILITER_PER_HECTARE
AckerbohneBlattrandkäfer75 MILLILITER_PER_HECTARE7T
GersteBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeBlattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE28T
HartweizenBlattläuse als Virusvektoren12–3275 MILLILITER_PER_HECTARE35T
BlumenkohleBlattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE7T
RapsKohlschotenmücke, Kohlschotenrüssler55–9975 MILLILITER_PER_HECTARE
PastinakErdraupen75 MILLILITER_PER_HECTARE14T
HaferBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
RapsRapserdfloh75 MILLILITER_PER_HECTARE
WinterhaferBlattläuse als Virusvektoren12–3275 MILLILITER_PER_HECTARE35T
FutterrübeBlattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE28T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Blattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE7T
MöhreErdraupen75 MILLILITER_PER_HECTARE14T
WinterweichweizenBleiche Getreideblattlaus, Große Getreideblattlaus0–7175 MILLILITER_PER_HECTARE35T
WintergersteBlattläuse als Virusvektoren12–3275 MILLILITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBlattläuse als Virusvektoren12–3275 MILLILITER_PER_HECTARE35T
KartoffelBlattläuse75 MILLILITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wie erkennst du den optimalen Behandlungszeitpunkt für JAGUAR im Raps?

Du solltest die Bestände ab dem Frühjahr regelmäßig auf Schaderreger wie den Rapsglanzkäfer oder den Rapserdfloh kontrollieren. Nutze Gelbschalen zur Überwachung des Zuflugs. Sobald die regionalen Schadschwellen überschritten sind und die Kulturen das empfindliche BBCH-Stadium erreichen, ist eine zeitnahe Behandlung ratsam, um Knospenschäden zu verhindern.

Warum ist die Temperatur bei der Anwendung von JAGUAR so wichtig?

Pyrethroide wie Lambda-Cyhalothrin weisen eine negative Temperaturabhängigkeit auf. Das bedeutet, dass ihre Wirksamkeit bei kühleren Temperaturen (unter 20 °C) optimal ist. Vermeide Behandlungen in der prallen Mittagssonne oder bei extremer Hitze, da der Wirkstoff dann schneller abbaut und die Schädlinge ihn metabolisieren können, bevor er voll wirkt.

Wie hilft JAGUAR bei der Verhinderung von Virosen in Getreide und Kartoffeln?

Blattläuse übertragen gefährliche Pflanzenviren (wie das Gerstengelbverzwergungsvirus). Da JAGUAR einen extrem schnellen Knock-down-Effekt besitzt, werden die Blattläuse sofort nach dem Kontakt oder dem ersten Probeanbiss gelähmt. Dies stoppt die Nahrungsaufnahme und verhindert effektiv die Weiterverbreitung der Viren innerhalb deiner Kultur.

Kann ich JAGUAR mit flüssigen Blattdüngern mischen?

Ja, eine Mischung mit vielen Blattdüngern ist möglich. Du solltest jedoch darauf achten, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 5 bis 6,5) liegt. Ein stark alkalischer pH-Wert im Tank kann zu einer schnellen chemischen Zersetzung (Hydrolyse) des Wirkstoffs führen und die Wirkung drastisch mindern.

Wie verhältst du dich, wenn während der geplanten Anwendung Wind aufkommt?

Um Abdrift in angrenzende Biotope, Gewässer oder Nichtziel-Kulturen zu vermeiden, solltest du die Behandlung bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s sofort unterbrechen. Nutze abdriftmindernde Düsen und passe deine Fahrgeschwindigkeit an, um eine saubere Anlagerung des Spritznebels auf den Kulturen zu gewährleisten.

Wie finde ich heraus, ob JAGUAR für eine ganz bestimmte Kultur in meinem Betrieb zugelassen ist?

Du kannst auf agronomy.farmable.tech direkt nach der gewünschten Kultur filtern oder die Zulassungsdatenbank nach der BVL-Registrierungsnummer 007213-60 durchsuchen. Dort siehst du auf einen Blick alle aktuell genehmigten Indikationen, die spezifischen Aufwandmengen und die einzuhaltenden Wartezeiten für deine Kultur.