Kenja
Kenja ist ein hochwirksames, modernes Fungizid von ISK Biosciences Europe N.V., das speziell für den Schutz von Sonderkulturen wie Erdbeeren, Weinreben, Salat und Spargel entwickelt wurde. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem innovativen Wirkstoff Isofetamid (400 g/l), bietet das Pflanzenschutzmittel eine herausragende präventive und kurative Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten.
Das Spektrum der kontrollierten Schaderreger umfasst insbesondere Botrytis cinerea (Grauschimmel), verschiedene Sclerotinia-Arten sowie die Laubkrankheit (Stemphylium vesicarium). Durch seine hervorragende Regenbeständigkeit und die schnelle Verteilung auf der Kulturoberfläche sichert Kenja die Erträge und die Qualität der Ernteprodukte auch unter schwierigen Witterungsbedingungen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Isofetamid gehört zur chemischen Gruppe der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren) und ist im FRAC-Code in der Gruppe 7 klassifiziert. Auf biochemischer Ebene blockiert Isofetamid den Komplex II der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen. Dies führt zu einer schnellen Unterbrechung der Energieproduktion (ATP-Synthese) im Erreger, wodurch das Myzelwachstum und die Sporenkeimung effektiv gestoppt werden. Dank seiner ausgeprägten translaminaren und lokal-systemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff nach der Anwendung rasch in das Blattgewebe ein. Dadurch werden auch die unbehandelten Blattunterseiten sowie neu zuwachsende Pflanzenteile zuverlässig vor einer Infektion geschützt.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber SDHI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 7) zu minimieren, solltest du Kenja stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Dies bedeutet, dass du die Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt auf die behördlich zugelassenen Behandlungen begrenzt und Kenja im Wechsel mit Pflanzenschutzmitteln aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus anwendest. Vermeide Blockbehandlungen mit SDHI-Wirkstoffen, um die Selektion resistenter Pilzstämme im Feld aktiv zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Kenja zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Verträglichkeit zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kulturen zu gewährleisten, und vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um das Risiko von Phytotoxizität zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Kenja ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Anmischung und Anwendung unerlässlich. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Schnittblumen | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.) | 60–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Botrytis cinerea | 61–85 | 0.375 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Zwiebelgewächse (Zierpflanzen) | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kopfsalat | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea | 12–41 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Eissalat | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea | 12–41 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Baumschulgehölzpflanzen | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Laubkrankheit (Stemphylium vesicarium), Botrytis cinerea | 35–87 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spinat und verwandte Arten | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea | 12–33 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Knollengewächse (Zierpflanzen) | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittsalat | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea | 12–41 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Erdbeere | Botrytis cinerea | 60–87 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| frische Kräuter | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea | 12–27 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Römischer Salat | Sclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea | 12–41 | 1 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Topfpflanzen | Botrytis cinerea | 10–91 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Botrytis cinerea | 51–89 | 1 LITER_PER_HECTARE | 3T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Kenja gegen Botrytis?
Um die beste Wirkung zu erzielen, solltest du Kenja präventiv einsetzen, bevor die ersten Infektionsbedingungen eintreten. Bei Erdbeeren und Weinreben liegt der kritische Zeitraum meist während der Blüte (BBCH 55 bis 69), da Botrytis cinerea bevorzugt über absterbende Blütenorgane infiziert. Eine frühe Absicherung verhindert die spätere Ausbreitung auf die Früchte.
Wie verhält sich Kenja bei unbeständigem Wetter und Regen nach der Anwendung?
Kenja verfügt über eine hervorragende Regenbeständigkeit. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern angetrocknet ist – was unter normalen Bedingungen etwa ein bis zwei Stunden dauert –, ist der Wirkstoff Isofetamid fest in der Wachsschicht verankert und translaminar im Gewebe verteilt. Ein Regenschauer kurz nach dem Antrocknen beeinträchtigt die Schutzwirkung nicht.
Kann ich Kenja in allen Phasen der Spargelentwicklung gegen die Laubkrankheit einsetzen?
Die Behandlung gegen die Laubkrankheit (Stemphylium vesicarium) im Spargel erfolgt nach dem Ende der Stechzeit im Sommer, wenn das Spargelkraut voll entwickelt ist (BBCH 61 bis 91). Achte darauf, die Bestände regelmäßig zu kontrollieren und bei ersten Anzeichen von Befall oder bei feucht-warmer Witterung präventiv zu spritzen, um das vorzeitige Absterben des Krauts zu verhindern.
Warum ist der Wirkstoffwechsel bei Kenja so wichtig für dein Resistenzmanagement?
Da Isofetamid zur FRAC-Gruppe 7 (SDHI) gehört, besteht bei wiederholter Solo-Anwendung ein hohes Risiko, dass Schaderreger wie Botrytis Resistenzen entwickeln. Durch den gezielten Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen FRAC-Klassen unterbrichst du den Selektionsdruck und erhältst die langfristige Wirksamkeit von Kenja auf deinem Betrieb.
Wie finde ich heraus, ob Kenja für meine spezielle Salat-Sorte verträglich ist?
Obwohl Kenja in den zugelassenen Salat-Kulturen im Allgemeinen sehr gut verträglich ist, können extreme Witterungseinflüsse oder Sortenunterschiede die Pflanzenempfindlichkeit beeinflussen. Wenn du eine neue oder empfindliche Sorte anbaust, empfiehlt es sich, vor einer großflächigen Anwendung eine Probespritzung an einigen wenigen Pflanzen durchzuführen und diese über einige Tage auf Phytotoxizität zu beobachten.
Was musst du bei der Wasseraufwandmenge für eine optimale Wirkung beachten?
Für eine maximale Wirkung von Kenja ist eine gründliche und gleichmäßige Benetzung aller Pflanzenteile entscheidend. Passe die Wassermenge an die Dichte und Höhe deiner Kultur an. In dichten Beständen wie Weinreben oder voll entwickeltem Spargelkraut solltest du eine höhere Wassermenge wählen, damit der Spritznebel auch in das Innere des Bestandes vordringt.