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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

READY

BVL Zul.-Nr. 00B033-00

READY ist ein hochselektives, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) sowie der Gemeinen Quecke im Nachauflaufverfahren. Formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Propaquizafop, bietet das Herbizid eine hervorragende Kulturverträglichkeit in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen. Es dringt rasch in die Blätter der Schaderreger ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze.

Das Anwendungsspektrum von READY umfasst wichtige landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen in Deutschland, darunter Zuckerrüben, Kartoffeln, Raps, Sonnenblumen, Sojabohnen sowie verschiedene Gemüse- und Beerenobstkulturen. Durch die schnelle Wirkstoffaufnahme ist das Mittel bereits kurz nach der Applikation regenfest und sichert so auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen eine zuverlässige Wirkung gegen problematische Ungräser.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in READY enthaltene Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (umgangssprachlich als „Fops“ bezeichnet) und ist in die HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Da zweikeimblättrige Kulturen eine strukturell andere, unempfindliche Form dieses Enzyms besitzen, bleibt die Kulturpflanze völlig ungeschädigt. Nach der Anwendung wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) sowie in die unterirdischen Ausläufer und Rhizome transportiert. Dort führt die Blockade der Fettsäuresynthese zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Ungräser. Sichtbare Symptome wie Chlorosen an den jüngsten Blättern zeigen sich nach wenigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben der Schaderreger innerhalb von zwei bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus von Propaquizafop (HRAC-Gruppe 1) besteht bei wiederholter, einseitiger Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Ackerfuchsschwanz oder dem Weidelgras. Ein nachhaltiges Resistenzmanagement erfordert daher den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. HRAC-Gruppe 3 oder 15) in der Fruchtfolge. Zudem sollten pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, mechanische Bodenbearbeitung und die Förderung der Konkurrenzkraft der Kulturen fest in das integrierte Pflanzenschutzkonzept integriert werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

READY ist im Allgemeinen gut mit vielen Fungiziden, Insektiziden und spezifischen Herbiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (insbesondere Sulfonyle oder Wuchsstoffe) kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung von Propaquizafop spürbar reduzieren. Um eine optimale Wirksamkeit zu gewährleisten, wird in solchen Fällen eine sequenzielle Behandlung mit einem zeitlichen Abstand von mindestens drei bis fünf Tagen empfohlen. Die Anwendung sollte stets in aktiv wachsende Bestände bei ausreichender Luftfeuchtigkeit und nicht unter extremen Stressbedingungen wie Frost oder anhaltender Trockenheit erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit READY sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten. Der Wirkstoff ist als umweltgefährlich eingestuft, weshalb strenge Abdrifterminderungsauflagen und Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern (BVL-Anwendungsbestimmungen) beachtet werden müssen, um aquatische Organismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der Einsatz zum Schutz von Bestäubern vorzugsweise außerhalb des täglichen Bienenflugs erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE49T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE35T
SonnenblumeGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsGemeine Quecke21–391 LITER_PER_HECTARE90T
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE35T
FuttererbseGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE42T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE35T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter11–190.75 LITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter21–391 LITER_PER_HECTARE90T
ZuckerrübeGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE35T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE42T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE90T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE90T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE42T
AckerbohneGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE42T
KartoffelGemeine Quecke1 LITER_PER_HECTARE35T
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE90T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung der Gemeinen Quecke mit READY?

Die Bekämpfung der Gemeinen Quecke ist dann am erfolgreichsten, wenn die Pflanzen aktiv wachsen und eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt ist ausreichend Blattfläche vorhanden, um eine genügende Menge des Wirkstoffs aufzunehmen und in das weitreichende Rhizomsystem zu transportieren.

Kann READY auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung ist auch bei mäßig kühlen Temperaturen möglich, solange die Zielungräser aktiv wachsen und Stoffwechselaktivität zeigen. Bei extremen Bedingungen wie Nachtfrösten oder starker Trockenheit sollte die Behandlung verschoben werden, da der verlangsamte Metabolismus der Schaderreger die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigt.

Wie schnell ist READY nach der Applikation regenfest?

READY zeichnet sich durch eine sehr schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Bereits etwa eine Stunde nach der Behandlung ist der Wirkstoff so weit in die Wachsschicht der Blätter eingedrungen, dass nachfolgende Niederschläge die herbizide Wirkung nicht mehr beeinträchtigen.

Warum sollte man READY nicht direkt mit Dikotylen-Herbiziden mischen?

Mischungen mit bestimmten Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter können einen Antagonismus hervorrufen. Dies führt dazu, dass die Aufnahme und der Transport des Graminizids in der Pflanze blockiert werden, was die Bekämpfungsleistung gegen die Ungräser mindert. Ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen löst dieses Problem.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei der Anwendung?

Obwohl READY eine hervorragende Selektivität in den zugelassenen zweikeimblättrigen Kulturen besitzt, ist das zugelassene Anwendungsfenster (BBCH 11 bis 45) strikt einzuhalten. Dies stellt sicher, dass die Kultur in ihren empfindlichsten Ertragsbildungsphasen geschont wird und die gesetzlichen Wartezeiten bis zur Ernte sicher eingehalten werden.

Woran erkennt man den Wirkungseintritt von READY an den Ungräsern?

Erste Symptome zeigen sich nach etwa 5 bis 10 Tagen: Die jüngsten Herzblätter der Ungräser verfärben sich gelblich und lassen sich leicht aus der Blattscheide herausziehen. Im weiteren Verlauf verbräunt die gesamte Pflanze und stirbt vollständig ab.