SEGADOR
SEGADOR ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in Getreide, Raps und Rüben. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l), formuliert als Emulsionskonzentrat (EC), bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es hat sich als verlässlicher Baustein im modernen Ackerbau etabliert, um Ertrag und Qualität der Ernte nachhaltig zu sichern.
Das Anwendungsspektrum umfasst bedeutende Getreidekrankheiten wie Septoria-Arten, Rostpilze, Echten Mehltau sowie die Halmbruchkrankheit und Ährenfusariosen. Darüber hinaus schützt SEGADOR Rapsbestände effektiv vor Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) und sichert Rübenkulturen gegen ertragsmindernde Blattkrankheiten wie Cercospora beticola, Rübenrost und Mehltau ab.
Dank der hervorragenden systemischen Verteilung im Pflanzengewebe werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile langanhaltend geschützt. Die schnelle Wirkstoffaufnahme sorgt zudem für eine hohe Regenfestigkeit kurz nach der Applikation, was die Flexibilität bei wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr und Sommer erheblich erhöht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in SEGADOR enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterins. Ergosterin ist ein essenzieller Bestandteil der Zellmembranen von Pilzen; fehlt dieser Baustein, kommt es zu strukturellen und funktionellen Membranschäden, die das Wachstum des Pilzmyzels stoppen und letztlich zum Absterben des Schaderregers führen. Da Prothioconazol systemisch in der Kultur transportiert wird (akropetale Translokation), verteilt sich der Wirkstoff gleichmäßig in den Blättern. Dies ermöglicht nicht nur den Schutz vor einer Neuinfektion (Protektion), sondern stoppt auch bereits im Gewebe etablierte, noch nicht sichtbare Infektionen in der Latenzphase (Kurativleistung).
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte SEGADOR stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) in der Spritzfolge. Zudem wird empfohlen, die registrierten Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu vermeiden, und Behandlungen stets präventiv oder bei Erreichen der wirtschaftlichen Schadensschwellen durchzuführen.
Mischbarkeit & Tankmischung
SEGADOR zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Es wird empfohlen, die Mischungspartner nacheinander in den zu Dreiviertel mit Wasser gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren einzugeben. Die Zugabe von speziellen Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme optimieren. Vor großflächiger Anwendung empfiehlt sich stets eine physische Mischungsprobe.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit SEGADOR sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Handschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Der Wirkstoff Prothioconazol ist bezüglich seiner Bienentoxizität als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen in blühenden Beständen vorzugsweise außerhalb des täglichen Bienenflugs in den Abendstunden erfolgen, um Wildbienen und andere Bestäuber zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerhartweizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 61–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Roggen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommertriticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommertriticale | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Echter Mehltau (Erysiphe betae), Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola | 39–49 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Futterrübe | Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola | 39–49 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Zuckerrübe | Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola | 39–49 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Winterroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusariose im Weizen?
Die Bekämpfung von Fusarium-Arten sollte gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Eine Applikation in diesem engen Zeitfenster schützt die Ähre direkt vor der Infektion, die besonders bei feucht-warmer Witterung während der Blüte auftritt, und reduziert zudem die Mykotoxinbelastung im Erntegut.
Wie wirkt sich die Temperatur auf die Anwendung von SEGADOR aus?
SEGADOR kann bereits bei kühleren Frühjahrstemperaturen ab ca. 5–8 °C eingesetzt werden, da die systemische Verteilung einsetzt, sobald die Kultur aktiv wächst. Extrem hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit sollten bei der Applikation vermieden werden, um Verdunstungsverluste und phytotoxische Stressreaktionen der Kultur zu verhindern.
Kann SEGADOR in einer Spritzfolge mit anderen Triazolen kombiniert werden?
Aus Gründen des Resistenzmanagements sollte die Anzahl der DMI-Anwendungen (FRAC-Gruppe 3) pro Saison begrenzt werden. Wenn in einer Spritzfolge bereits ein anderes Triazol eingesetzt wurde, empfiehlt es sich, SEGADOR mit einem Partner aus einer anderen Wirkstoffklasse (z. B. SDHI oder Kontaktfungizid) zu kombinieren oder abzuwechseln, um den Selektionsdruck zu minimieren.
Warum ist die Bekämpfung von Cercospora in Rüben mit SEGADOR so wichtig?
Cercospora beticola breitet sich bei warm-feuchtem Sommerklima rasant aus und zerstört den Blattapparat der Rübe, was zu massiven Ertrags- und Zuckergehaltseinbußen führt. SEGADOR stoppt die Sporenkeimung und das Myzelwachstum im Blattgewebe, wodurch der gesunde Blattapparat für die wichtige Phase der Zuckereinlagerung erhalten bleibt.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Bekämpfung der Halmbruchkrankheit?
Die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) infiziert die Getreidebasis früh in der Vegetationsperiode. Eine Behandlung mit SEGADOR ist daher im frühen Schossen (BBCH 30 bis 32) am effektivsten, da der Wirkstoff zu diesem Zeitpunkt die Stängelbasis noch gut erreicht und die Ausbreitung des Pilzes im Halm stoppen kann, bevor die Standfestigkeit gefährdet ist.
Wie verhält sich SEGADOR bezüglich der Regenfestigkeit?
Dank der modernen EC-Formulierung dringt der Wirkstoff Prothioconazol sehr schnell in die Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits 1 bis 2 Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest, sodass auch unbeständige Wetterlagen die Wirksamkeit kaum beeinträchtigen.