Alle Mittel
Sonstige · Albaugh TKI d.o.o.

SILVIO

BVL Zul.-Nr. 00A699-62

SILVIO ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Rüben und Raps. Als flüssige Formulierung konzipiert, bietet das Produkt eine hervorragende Benetzung und schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe. Es hat sich als verlässlicher Baustein im modernen Ackerbau etabliert, um Ertrag und Qualität abzusichern.

Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze, Echten Mehltau sowie Fusarium-Arten im Getreide. Auch in Rübenkulturen gegen Cercospora und im Raps gegen Sclerotinia zeigt das Mittel eine hervorragende Leistung. Durch seine systemischen Eigenschaften schützt es nicht nur die behandelten Pflanzenteile, sondern verteilt sich auch in neu zuwachsenden Geweben der Kultur.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Sterol-Biosyntheseweg der Pilze. Dies führt zu einer Störung der Membranintegrität und blockiert das Wachstum der Keimschläuche sowie die Appressorienbildung der Schaderreger. Prothioconazol zeichnet sich durch eine ausgeprägte systemische Aktivität aus. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in die Kutikula ein und wird akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet sowohl eine vorbeugende (protektive) als auch eine abstoppende (kurative) Wirkung gegen ein breites Spektrum von Pilzerkrankungen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegenüber Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 3 zu minimieren, solltest du SILVIO stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen auf derselben Fläche. Stattdessen empfiehlt sich der gezielte Wechsel oder die Tankmischung mit Fungiziden, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen, wie beispielsweise SDHI-Fungizide (FRAC-Gruppe 7) oder Kontaktmittel. Achte zudem darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

SILVIO ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsregulatoren und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um die Verträglichkeit für die Kultur zu optimieren und Abdrift zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bieneneinstufung im Detail vorgegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsregel: Vermeide Anwendungen direkt in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, und verlege die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden. Um Gewässer und Nichtzielorganismen wie Regenwürmer zu schützen, solltest du Abdrift auf angrenzende Flächen strikt vermeiden und die gängigen Abstandsregelungen sowie den Einsatz driftmindernder Technik berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeRübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola39–490.8 LITER_PER_HECTARE21T
FutterrübeRübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola39–490.8 LITER_PER_HECTARE21T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenFusarium-Arten61–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenFusarium-Arten61–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenFusarium-Arten61–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Echter Mehltau (Erysiphe betae), Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola39–490.8 LITER_PER_HECTARE21T
WinterweichweizenFusarium-Arten61–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium im Getreide?

Die Behandlung gegen Fusarium-Arten sollte idealerweise während der Blüte der Kultur (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Achte auf warme, feuchte Witterungsbedingungen während dieses Zeitfensters, da diese Infektionen stark begünstigen. Eine gezielte Applikation schützt die Ähre direkt und mindert das Risiko von Mykotoxinen im Erntegut.

Wie profitiert die Zuckerrübe von einer Anwendung mit SILVIO?

In Zuckerrüben schützt das Pflanzenschutzmittel die Kultur vor ertragsmindernden Blattkrankheiten wie Cercospora beticola, Rübenrost und Echtem Mehltau. Durch den rechtzeitigen Schutz des Blattapparates bleibt die Photosyntheseleistung hoch, was direkt zu einem optimalen Zuckerertrag und einer besseren Lagerfähigkeit beiträgt.

Kann ich SILVIO auch vorbeugend einsetzen?

Ja, die beste Wirkung erzielst du bei einer vorbeugenden (protektiven) Anwendung vor dem Sichtbarwerden der ersten Symptome. Der Wirkstoff baut einen Schutzfilm auf und dringt in das Blatt ein, sodass Sporen gar nicht erst keimen oder in das Gewebe der Kultur eindringen können.

Was muss ich bei der Anwendung im Raps zur Blütenbehandlung beachten?

Im Winterraps liegt der Fokus vor allem auf der Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit). Hier ist eine Anwendung während der Vollblüte (BBCH 65) besonders effektiv, da herabfallende Blütenblätter oft als Nährboden für den Schaderreger dienen. Achte darauf, die Behandlung in den bienenfreien Abendstunden durchzuführen.

Wie finde ich heraus, ob SILVIO für meine spezifische Kultur zugelassen ist?

Du kannst die genauen Zulassungsdetails und Kulturen direkt hier auf agronomy.farmable.tech in der Kulturübersicht einsehen. Dort sind alle registrierten Anwendungen inklusive der spezifischen BBCH-Stadien, Aufwandmengen und Wartezeiten übersichtlich für dich zusammengefasst.

Warum ist der Wirkstoffwechsel im Getreidebau so wichtig?

Schaderreger können schnell Resistenzen gegen bestimmte Wirkstoffklassen entwickeln. Wenn du regelmäßig zwischen verschiedenen Wirkmechanismen (z. B. Triazolen wie Prothioconazol und SDHIs oder Strobilurinen) wechselst, unterbrichst du diesen Selektionsprozess und erhältst die langfristige Wirksamkeit der Pflanzenschutzmittel auf deinem Betrieb.