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Sonstige · Albaugh TKI d.o.o.

Skeldon

BVL Zul.-Nr. 00A699-60

Skeldon ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide, Raps, Rüben und Ackerbohnen. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet dieses flüssige Fungizid sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern und sichert die Qualität der Ernte.

Das Anwendungsspektrum von Skeldon erstreckt sich über wichtige landwirtschaftliche Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale, Winterraps sowie verschiedene Rübenarten und Ackerbohnen. Dabei erfasst das Mittel ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern, darunter Septoria-Arten, Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Echten Mehltau, Netzflecken, Rhynchosporium sowie die gefürchtete Halmbruchkrankheit und Fusarium-Arten im Getreide. Auch Sclerotinia im Raps sowie Cercospora und Rübenrost in Rübenkulturen werden effektiv kontrolliert.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Skeldon enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff systemisch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich gleichmäßig in den behandelten Pflanzenteilen (akropetale Translokation). Dadurch werden auch Neuzuwächse protektiv geschützt. Auf biochemischer Ebene hemmt Prothioconazol die C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols, eines essenziellen Bausteins der Pilzzellmembran. Ohne Ergosterol kommt es zu strukturellen und funktionellen Störungen der Zellmembranen des Pilzes, was letztlich zum Absterben des Myzels führt. Durch diesen gezielten Eingriff blockiert der Wirkstoff effektiv das Keimschlauchwachstum sowie die Appressorienbildung der Schaderreger.

Resistenzmanagement

Da Prothioconazol als DMI-Fungizid (FRAC-Gruppe 3) ein mittleres Resistenzrisiko aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest Skeldon daher stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) einsetzen. Vermeide Solo-Anwendungen bei hohem Befallsdruck und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen, um die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Skeldon zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen, um Unverträglichkeiten auszuschließen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extremen Witterungsbedingungen die Wirkstoffaufnahme unterstützen. Vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder Frostgefahr.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Skeldon ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern Anwendungen grundsätzlich nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um Gewässerorganismen und Bodenlebewesen wie Regenwürmer zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Biotopstrukturen und Gewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenFusarium-Arten61–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenFusarium-Arten61–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
ZuckerrübeRübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola39–490.8 LITER_PER_HECTARE21T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Echter Mehltau (Erysiphe betae), Rübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola39–490.8 LITER_PER_HECTARE21T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
FutterrübeRübenrost (Uromyces betae), Cercospora beticola39–490.8 LITER_PER_HECTARE21T
WinterhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten61–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenFusarium-Arten61–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommertriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium in Weizen?

Der beste Behandlungszeitraum gegen Ährenfusarium liegt in der Blüte der Kultur (BBCH 61 bis 65). Eine Applikation in diesem Zeitfenster schützt die Ähre direkt während der Infektionsphase, die meist durch Niederschläge während der Blüte begünstigt wird.

Kann ich Skeldon auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol besitzt eine gute Kältewirkung und ist bereits ab Temperaturen von ca. 5 bis 8 °C voll aktiv. Das macht Skeldon besonders wertvoll für frühe Behandlungen im Frühjahr, beispielsweise gegen die Halmbruchkrankheit ab dem BBCH-Stadium 30.

Wie verhält sich Skeldon bei Regen kurz nach der Anwendung?

Skeldon ist dank seiner schnellen systemischen Aufnahme bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern der Kultur angetrocknet ist, ist die Wirkung auch bei nachfolgenden Niederschlägen gesichert.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Bekämpfung von Cercospora in Rüben so wichtig?

Cercospora beticola besitzt ein hohes Potenzial zur Resistenzbildung gegenüber DMI-Fungiziden. Um die Wirksamkeit von Skeldon langfristig zu sichern, solltest du es in Rüben unbedingt im Wechsel oder in Kombination mit Kontaktfungiziden oder anderen Wirkstoffklassen einsetzen.

Wie profitiert Winterraps von einer Anwendung im Stadium der Blüte?

Eine Behandlung in der Vollblüte des Rapses (BBCH 63 bis 65) schützt die Kultur effektiv vor der Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum). Die herabfallenden Blütenblätter, die oft als Infektionsquelle in den Blattachseln dienen, werden so mit einem schützenden Wirkstofffilm überzogen.