POLUX
POLUX ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl beißender und saugender Schaderreger. Mit dem bewährten Wirkstoff Deltamethrin (25,0 g/L) bietet das Präparat eine schnelle und zuverlässige Kontakt- und Fraßwirkung in zahlreichen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen wie Getreide, Raps, Erbsen und Gurken. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung auf der Pflanzenoberfläche aus, was eine schnelle Anfangswirkung garantiert.
Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige wirtschaftliche Schädlinge, darunter Rapsglanzkäfer, Kohlschotenrüssler, verschiedene Erdflöhe sowie Blattläuse, die auch als Virusvektoren eine erhebliche Bedrohung für junge Kulturen darstellen. Dank seiner flexiblen Einsatzmöglichkeiten vom frühen Frühjahr bis in die späte Wachstumsphase unterstützt POLUX Landwirte effektiv bei der Sicherung von Ertrag und Qualität.
Durch die schnelle Lähmung der Zielorganismen wird der Fraß- und Saugschaden unmittelbar nach der Behandlung gestoppt. Dies macht POLUX zu einem unverzichtbaren Baustein in integrierten Pflanzenschutzsystemen, insbesondere wenn ein rasches Eingreifen bei akutem Befallsdruck erforderlich ist.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in POLUX enthaltene Wirkstoff Deltamethrin gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Pyrethroide (IRAC-Klasse 3A). Als nicht-systemisches Insektizid wirkt es primär über direkten Kontakt mit dem Schaderreger sowie über die Aufnahme behandelter Pflanzenteile (Fraßgift). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockade der spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Insekten. Durch diese Blockade bleibt der Natriumstrom dauerhaft geöffnet, was zu einer unkontrollierten Dauererregung des Nervensystems führt. Die betroffenen Schaderreger zeigen extrem schnelle Koordinationsstörungen, gefolgt von einer vollständigen Lähmung („Knock-down-Effekt“) und dem anschließenden Absterben. Da der Wirkstoff nicht in der Kultur transportiert wird, ist eine lückenlose Benetzung aller grünen Pflanzenteile während der Applikation entscheidend für den maximalen Bekämpfungserfolg.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei den Zielorganismen – insbesondere bei intensiv bekämpften Schaderregern wie dem Rapsglanzkäfer oder Blattläusen – vorzubeugen, muss POLUX im Rahmen eines strikten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Die Anwendung von Wirkstoffen der IRAC-Klasse 3A sollte pro Saison streng limitiert und stets im Wechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Neonikotinoiden, Ketoenolen oder Diamiden) erfolgen. Zudem sollten Behandlungen konsequent an den offiziellen Schadschwellen ausgerichtet werden, um unnötigen Selektionsdruck zu vermeiden.
Mischbarkeit & Tankmischung
POLUX ist im Allgemeinen gut verträglich und mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Verteilung und vollständige Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Mischungen mit stark alkalischen Medien sollten vermieden werden, da diese den Abbau des Wirkstoffs beschleunigen können. Vor der großflächigen Anwendung wird empfohlen, eine physische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) durchzuführen und die Applikation vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden anzusetzen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit POLUX sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens vorgeschriebener persönlicher Schutzausrüstung (PSA) beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Ausbringung. Da Deltamethrin als Pyrethroid eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen und nützlichen Arthropoden aufweist, müssen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen zwingend beachtet werden. Zum Schutz von Bestäubern ist die Anwendung auf blühende Kulturen oder aktiv von Bienen beflogene Bereiche gemäß den nationalen BVL-Anwendungsbestimmungen zu beschränken.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Blattläuse, Schmetterlingsraupen, Weiße Fliegen | — | 0.18 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Leindotter | Rapsglanzkäfer | 51–59 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Blattläuse als Virusvektoren | 0–39 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Blattläuse | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Blattläuse als Virusvektoren | 0–51 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Blattläuse, Schmetterlingsraupen, Weiße Fliegen | — | 1.05 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl) | Blattläuse, Schmetterlingsraupen, Weiße Fliegen | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Winterroggen | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Blumenkohl | Kohlerdflöhe | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Winterweichweizen | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Blattläuse als Virusvektoren | 0–51 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Leindotter | Kohlschotenmücke, Kohlschotenrüssler | 0–59 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Erbsengallmücke (Contarinia pisi) | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerroggen | Blattläuse als Virusvektoren | 0–39 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Blattläuse, Schmetterlingsraupen, Weiße Fliegen | — | 0.18 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Futterrübe | Erdflöhe (Halticinae) | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Winterroggen | Blattläuse als Virusvektoren | 0–51 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Blattläuse | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommertriticale | Blattläuse als Virusvektoren | 0–39 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Blumenkohl | Blattläuse, Schmetterlingsraupen, Weiße Fliegen | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Winterhartweizen | Blattläuse | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Blattläuse | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Blattläuse, Blattrandkäfer | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Winterhartweizen | Blattläuse als Virusvektoren | 0–51 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Leindotter | Kohlschotenmücke, Kohlschotenrüssler = Rapsschotenrüssler, Rapsglanzkäfer | 51–59 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Blattläuse als Virusvektoren | 0–39 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Blattläuse | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Erdflöhe (Halticinae) | 11–18 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Winterhafer | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Leindotter | Blattläuse als Virusvektoren | 12–59 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Blattläuse | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Rapsglanzkäfer | 51–59 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Blattläuse als Virusvektoren | 0–51 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Blattläuse | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Blattrandkäfer | — | 0.3 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Winterraps | Schwarzer Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus picitarsis), Gefleckter Kohltriebrüssler | 0–59 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Blattläuse als Virusvektoren | 0–51 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Blattläuse, Schmetterlingsraupen, Weiße Fliegen | — | 1.05 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Opomyza spec. (Getreidefliegen) | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Blattläuse als Virusvektoren | — | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Blattläuse | 0–75 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Blattläuse als Virusvektoren | 0–39 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Blattläuse als Virusvektoren | 0–39 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Blattläuse, Schmetterlingsraupen, Weiße Fliegen | — | 0.18 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerraps | Rapsglanzkäfer | 51–59 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt POLUX bei unterschiedlichen Temperaturen?
POLUX zeigt als Pyrethroid der Klasse III eine hervorragende Wirksamkeit bei kühleren Temperaturen, wie sie oft im zeitigen Frühjahr herrschen. Bei extrem hohen Temperaturen (über 25 °C) kann die Wirkungsdauer und -intensität jedoch nachlassen. Es wird daher empfohlen, die Behandlung in den kühlen Morgen- oder Abendstunden durchzuführen.
Ist POLUX ein systemisches Pflanzenschutzmittel?
Nein, POLUX verfügt über keine systemischen Eigenschaften. Es wirkt ausschließlich als Kontakt- und Fraßgift. Schaderreger werden nur erfasst, wenn sie direkt von der Spritzbrühe getroffen werden oder behandelte Pflanzenteile fressen. Eine gründliche und gleichmäßige Benetzung der gesamten Kultur ist daher für den Bekämpfungserfolg unerlässlich.
Kann POLUX zur Verhinderung von Virusübertragungen im Getreide eingesetzt werden?
Ja, POLUX ist speziell für die Bekämpfung von Blattläusen als Virusvektoren zugelassen. Durch den schnellen Knock-down-Effekt werden die saugenden Insekten rasch gelähmt, wodurch die Übertragung von Viren (wie dem Gelbverzwergungsvirus) in der empfindlichen Auflaufphase des Getreides effektiv unterbunden wird.
Was muss beim Schutz von Bienen bei der Anwendung von POLUX beachtet werden?
Aufgrund der Einstufung des Wirkstoffs Deltamethrin gelten strenge Auflagen zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern. Das Pflanzenschutzmittel darf in der Regel nicht auf blühenden Kulturen oder auf Unkräutern ausgebracht werden, die aktiv von Bienen beflogen werden. Ausnahmen und spezifische Anwendungszeiten (z. B. nach dem täglichen Bienenflug) sind den offiziellen BVL-Gebrauchsanweisungen zu entnehmen.
Wie integriere ich POLUX am besten in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept?
Eine Anwendung sollte erst nach dem Überschreiten der wirtschaftlichen Schadschwellen erfolgen, die durch regelmäßiges Monitoring (z. B. Gelbschalen im Raps oder Klopfproben) ermittelt werden. Nutzen Sie POLUX gezielt als Akutmaßnahme und wechseln Sie bei Folgebehandlungen auf andere Wirkstoffklassen, um die Selektion resistenter Schaderreger-Populationen zu verhindern.