Mavrik Vita
Mavrik Vita von ADAMA ist ein bewährtes, breit wirksames Insektizid zur Bekämpfung einer Vielzahl saugender und beißender Schaderreger in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Raps, Getreide, Kartoffeln und Gemüse. Als Emulsion, Öl in Wasser (EW) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit und eine schnelle Anfangswirkung (Knock-down-Effekt) aus.
Der Wirkstoff tau-Fluvalinat bietet einen zuverlässigen Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Schädlinge wie Rapsglanzkäfer, Getreidehähnchen, Kohlerdflöhe sowie verschiedene Blattlaus-Arten, die auch als Virusvektoren fungieren. Durch seine spezielle Formulierung haftet das Produkt hervorragend auf der Blattoberfläche und bietet eine langanhaltende Schutzwirkung auch unter wechselnden Witterungsbedingungen.
Ein herausragendes Merkmal von Mavrik Vita im Vergleich zu vielen anderen Pyrethroiden ist seine außergewöhnliche Selektivität. Es schont wichtige Nützlinge und ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als bienenungefährlich (B4) eingestuft, was dem Anwender eine hohe Flexibilität beim Terminmanagement, selbst während des Bienenflugs in der Blüte, ermöglicht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff tau-Fluvalinat gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Er wirkt primär als Kontakt- und Fraßgift. Auf biochemischer Ebene blockiert der Wirkstoff die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Schaderreger. Dies führt zu einer dauerhaften Öffnung der Kanäle, was eine unkontrollierte Freisetzung von Nervenimpulsen, gefolgt von Krämpfen, Lähmung und schließlich dem schnellen Absterben des Schädlings zur Folge hat. Im Gegensatz zu klassischen Pyrethroiden der Typ-I- und Typ-II-Klassen weist tau-Fluvalinat eine einzigartige molekulare Struktur auf, die eine hohe Affinität zu den Zielrezeptoren der Schadinsekten besitzt, während sie für Honigbienen aufgrund eines raschen metabolischen Abbaus weitgehend ungiftig ist. Dies macht Mavrik Vita zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei intensiv bekämpften Schaderregern wie dem Rapsglanzkäfer oder verschiedenen Blattlausarten, wirksam vorzubeugen, muss Mavrik Vita strikt im Wechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. IRAC-Gruppe 4 oder 29) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Kultur und Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden. Ein konsequentes Monitoring der Schaderregerpopulationen und die Einhaltung der Schadschwellen sind essenziell, um den Selektionsdruck auf die IRAC-Gruppe 3A zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Mavrik Vita ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei Tankmischungen mit borhaltigen Düngemitteln im Raps sollte jedoch auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen des Spritztanks geachtet werden (Mavrik Vita stets zuerst vollständig im Wasser dispergieren, bevor Borprodukte zugesetzt werden). Es wird empfohlen, eine ausreichende Wassermenge zu verwenden, um eine vollständige und gleichmäßige Benetzung der Kulturen zu gewährleisten. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um die Wirkstoffstabilität und die Benetzungsqualität zu optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Obwohl Mavrik Vita als bienenungefährlich (B4) eingestuft ist und somit auch auf blühenden Kulturen während des Bienenflugs eingesetzt werden darf, sind die gesetzlichen Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen strikt einzuhalten. Beim Umgang mit dem Konzentrat ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Um den Eintrag des Wirkstoffs in Oberflächengewässer durch Abdrift zu verhindern, müssen die in der Zulassung festgelegten länderspezifischen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent beachtet werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Knollensellerie | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Radieschen | Blattläuse, Beißende Insekten | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Chicoree | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Futtererbse | Blattläuse | 10–79 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Süßkartoffel | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Blumenkohl | Rapsglanzkäfer | 19–99 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Weizen | Blattläuse | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Pastinak | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Kohlrübe | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Getreidehähnchen (Lema sp.) | 37–75 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Gerste | Blattläuse | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzel- und Knollengemüse | Blattläuse, Beißende Insekten | 10–18 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Hafer | Blattläuse | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Weizengallmücken | 51–65 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Rettich | Blattläuse, Beißende Insekten | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Möhre | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Futterrübe | Blattläuse | 11–39 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Roggen | Blattläuse | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzelpetersilie | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Rosenkohl | Blattläuse, Beißende Insekten, Rapsglanzkäfer | 19–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Blatt- und Stielgemüse | Blattläuse, Beißende Insekten | 10–18 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Blattläuse als Virusvektoren | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Thripse | 0–85 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Hülsengemüse | Blattläuse, Beißende Insekten | 10–18 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Raps | Beißende Insekten | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 56T |
| Topinambur | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Rapsglanzkäfer | 41–99 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Salat-Arten | Blattläuse, Beißende Insekten | 12–49 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Zuckerrübe | Blattläuse | 11–39 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Meerrettich | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Triticale | Blattläuse | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Blattläuse | 20–79 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Schwarzwurzel | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Blattläuse, Beißende Insekten | 41–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Erbse | Blattläuse | 10–79 | 0.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Raps | Kohlschotenmücke | — | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 56T |
| Brokkoli | Blattläuse, Beißende Insekten, Rapsglanzkäfer | 19–99 | 200 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Kann Mavrik Vita auch bei hohen Temperaturen im Sommer flexibel eingesetzt werden?
Ja, im Gegensatz zu vielen klassischen Pyrethroiden, die bei Temperaturen über 20 °C einen deutlichen Wirkungsabfall zeigen, weist der Wirkstoff tau-Fluvalinat eine vergleichsweise gute Temperaturstabilität auf. Dennoch empfiehlt es sich, die Behandlung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen, um Verdunstungsverluste der Spritzbrühe zu minimieren und eine optimale Wirkstoffaufnahme zu sichern.
Was bedeutet die Einstufung "bienenungefährlich (B4)" für die Praxis beim Rapsglanzkäfer-Einsatz?
Diese Einstufung erlaubt es dem Landwirt, Mavrik Vita auch während der Rapsblüte und des aktiven Bienenflugs einzusetzen. Dies bietet maximale Flexibilität, wenn der Zuflug des Rapsglanzkäfers oder anderer Schädlinge verspätet erfolgt und eine Bekämpfung in der offenen Blüte notwendig wird, ohne die Bestäuberleistung der Honigbienen zu gefährden.
Wie verhält sich Mavrik Vita bei Mischungen mit Bor-Blattdüngern im Raps?
Eine Mischung ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch Sorgfalt. Bor-Produkte können den pH-Wert der Spritzbrühe stark anheben, was die Stabilität von Insektiziden beeinträchtigen kann. Füllen Sie den Tank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser, geben Sie Mavrik Vita hinzu und lassen Sie es vollständig einmischen, bevor Sie den Bor-Dünger langsam unter ständigem Rühren hinzugeben.
Warum ist die Bekämpfung von Blattläusen mit Mavrik Vita im Herbstgetreide so wichtig?
Blattläuse fungieren im Herbst als Vektoren für das Gelbverzwergungsvirus der Gerste (BYDV). Eine rechtzeitige Behandlung mit Mavrik Vita bei Erreichen der Schadschwelle verhindert die Virusübertragung auf die jungen Getreidepflanzen, was ansonsten zu erheblichen Ertragsverlusten und Kümmerwuchs führen kann.
Welche Rolle spielt die Wasserhärte und der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?
Tau-Fluvalinat ist in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich (pH 5 bis 7) am stabilsten. Bei sehr alkalischem Brunnenwasser (pH-Wert über 8) kann es zu einer vorzeitigen Hydrolyse des Wirkstoffs kommen. In solchen Fällen empfiehlt sich der Zusatz eines pH-Regulators oder Säuerungsmittels zum Spritzwasser vor der Zugabe des Insektizids.
Wie kann ich im Farmable-Portal prüfen, ob Mavrik Vita für eine bestimmte Sonderkultur in Deutschland zugelassen ist?
Nutzen Sie die Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech und filtern Sie nach der BVL-Registrierungsnummer "024218-00". In der Detailansicht des Produkts finden Sie die vollständige Liste aller zugelassenen Kulturen inklusive der spezifischen Aufwandmengen, maximalen Anwendungen und einzuhaltenden Wartezeiten für jede Indikation.