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Kultur

Schnittmangold

Beta vulgaris subsp. vulgaris var. cicla
BEAVV

Der Blattmangold bzw. Schnittmangold, wissenschaftlich als Beta vulgaris subsp. vulgaris var. cicla (EPPO-Code: BEAVV) klassifiziert, ist eine zweijährige, im Erwerbsanbau jedoch meist einjährig kultivierte Kultur aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Im Vergleich zum Stielmangold zeichnet sich der Schnittmangold durch schmalere Blattstiele und eine üppige Blattspreite aus, die geschmacklich an Spinat erinnert. Die Kultur erfreut sich im mitteleuropäischen Freilandanbau sowie im geschützten Anbau zunehmender Beliebtheit, da sie kontinuierlich beerntet werden kann und relativ unkompliziert in die Fruchtfolge zu integrieren ist.

Für den professionellen Anbau ist eine präzise Steuerung der Wachstumsbedingungen entscheidend. Da Schnittmangold nach dem Schnitt rasch regeneriert, sind eine gleichmäßige Wasserversorgung und eine bedarfsgerechte Stickstoffdüngung essenziell, um zarte, marktfähige Blätter zu erzeugen. Gleichzeitig erfordert die Kultur Aufmerksamkeit hinsichtlich der Unkrautregulierung in der Etablierungsphase sowie der Vorbeugung von Pilzkrankheiten, die die optische Qualität der Blätter direkt beeinträchtigen und die Vermarktung unmöglich machen können.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis August
Erntefenster
Mai bis November
Reihenabstand
25–35 cm
Typischer Ertrag
20–35 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1650
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Schnittmangold bevorzugt tiefgründige, humusreiche Böden mit guter Wasserführung, da Staunässe unbedingt vermieden werden muss. Ein ausgeglichener Nährstoffhaushalt ist wichtig; als Mittelzehrer benötigt die Kultur eine moderate, aber kontinuierliche Stickstoffversorgung, um ein zügiges Blattwachstum nach den Schnitten zu gewährleisten. Vor der Aussaat oder Pflanzung sollte das Beet feinkrümelig vorbereitet werden, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu sichern. Eine regelmäßige mechanische Unkrautregulierung (Hacken) ist besonders in der Jugendphase wichtig, da die Kultur anfangs konkurrenzschwach ist. Auf sauren Böden empfiehlt sich eine vorherige Kalkung, um den pH-Wert im optimalen Bereich zu stabilisieren.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz stehen die Gesunderhaltung des Blattapparates und die Unkrautbekämpfung im Vordergrund. Schaderreger wie *Botrytis cinerea* (Grauschimmel) oder *Cercospora beticola* (Blattfleckenkrankheit) können bei feucht-warmer Witterung rasch um sich greifen und müssen durch weite Pflanzabstände, bedarfsgerechte Bewässerung und den gezielten Einsatz zugelassener Fungizide kontrolliert werden. Gegen Ungräser wie *Poa annua* (Einjähriges Rispengras) und *Elymus repens* (Gemeine Quecke) ist ein konsequentes mechanisches oder chemisches Management erforderlich, um Ernteverunreinigungen zu vermeiden. Achte bei der Auswahl von Pflanzenschutzmitteln stets auf die spezifischen Zulassungen für Blattgemüse sowie die einzuhaltenden Wartezeiten vor der Ernte.

Sorten

Charlie

früh

Hoher Ertrag bei Mehrfachschnitt.

Anfällig für: Cercospora-Blattflecken, Echter Mehltau

Sehr beliebte Sorte für den Baby-Leaf-Anbau mit intensiv roten Stielen und dunkelgrünen Blättern. Rasches Wachstum und aufrechter Habitus erleichtern die mechanische Ernte.

Lukullus

mittelfrüh

Sehr hoher Ertrag über mehrere Schnitte hinweg.

Anfällig für: Cercospora-Blattflecken, Grauschimmel

Traditionelle, sehr ertragreiche Sorte mit stark gekrausten, hellgrünen Blättern und weißen Rippen. Hervorragender Geschmack und gute Regenerationsfähigkeit.

Rhubarb Chard

mittelfrüh

Konstanter, mittlerer bis hoher Ertrag.

Anfällig für: Grauschimmel

Auffällige Sorte mit leuchtend roten Stielen und dunkelgrünen, rötlich geäderten Blättern. Wird sowohl als Baby-Leaf als auch im Vollertrag geerntet.

Walliser

mittelspät

Sehr ertragreich und ausdauernd im späten Anbau.

Anfällig für: Cercospora-Blattflecken

Robuste Sorte mit breiten, weißen Rippen und dunkelgrünem Blatt, die sich auch hervorragend für den späten Anbau und die Überwinterung eignet.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie verhinderst du das vorzeitige Schossen bei Schnittmangold?

Schnittmangold reagiert auf langanhaltende Temperaturen unter 10 °C in der Jugendphase mit vorzeitiger Blütenbildung (Schossen). Vermeide zu frühe Aussaten im Freiland ohne Vliesabdeckung und pflanze Jungpflanzen erst aus, wenn die Nächte frostfrei sind. Eine gleichmäßige Wasserversorgung mindert zudem Trockenstress, der ebenfalls als Schossauslöser wirkt.

Welche Strategie empfiehlt sich zur Bekämpfung von Ungräsern wie der Gemeinen Quecke?

Da die Gemeine Quecke (*Elymus repens*) über Rhizome hartnäckig austreibt, solltest du bereits vor der Saat ein sauberes falsches Saatbett anlegen. Nach dem Auflaufen der Kultur können selektive Gräserherbizide (Graminizide) eingesetzt werden. Achte dabei penibel auf das BBCH-Stadium des Mangolds und die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit, da Schnittmangold eine sehr kurze Entwicklungszeit hat.

Wie oft kannst du Schnittmangold in einer Saison beernten?

Je nach Aussaatzeitpunkt und Witterung kannst du Schnittmangold zwischen 2 und 4 Mal beernten. Wichtig ist, dass du beim Schnitt das Herzblatt (den Vegetationspunkt im Zentrum) unbeschädigt lässt und etwa 2 bis 3 cm über dem Boden schneidest. Nach jedem Schnitt fördert eine leichte, schnell wirksame Stickstoffgabe die Regeneration.

Welche Rolle spielt die Fruchtfolge bei der Vermeidung von Krankheiten?

Schnittmangold gehört zu den Gänsefußgewächsen und sollte in einer weiten Fruchtfolge stehen. Halte eine Anbaupause von mindestens 3 bis 4 Jahren zu anderen Chenopodiaceen wie Zuckerrüben, Roter Bete oder Spinat ein. Dies reduziert das Risiko einer Akkumulation von bodenbürtigen Schaderregern wie *Cercospora beticola* oder Nematoden drastisch.

Wie gehst du im integrierten Anbau gegen Grauschimmel (Botrytis cinerea) vor?

Grauschimmel tritt besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit und dichten Beständen auf. Halte die Bestände durch optimale Reihenabstände luftig und vermeide Überkopfberegnung am Abend, damit die Blätter vor der Nacht abtrocknen können. Beim Auftreten erster Symptome nach einem Schnitt müssen befallene Pflanzenteile rasch entfernt werden, um eine Sporenverbreitung zu verhindern.

Wo findest du aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für diese Kultur?

Da Schnittmangold lebensmittelrechtlich oft der Gruppe der frischen Kräuter oder dem Blattgemüse zugeordnet wird, variieren die Zulassungen häufig. Nutze die Suchfunktion in unserem Hub, um gezielt nach registrierten Anwendungen für die Kultur 'Schnittmangold' oder 'Blattkohle' zu filtern, und gleiche die Indikationen direkt mit der BVL-Datenbank ab.